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Die Krux mit der Schulmilch

Datum: 19.05.2014Quelle: Verein Schulmilch für Alle Ort: Gutach i. Brsg.

Die EU-Kommission hat ein neues Schulprogramm in Brüssel vorgestellt. Damit sollen für die Abgabe von Schulmilch künftig die gleichen Rahmenbedingungen gelten, die sich beim Schulobstprogramm als Erfolgsfaktoren herausgestellt haben, z. B. eine kostenfreie Abgabe und pädagogische Begleitmaßnahmen. Im Rahmen des von der Europäischen Kommission durchgeführten Konsultationsverfahrens hatte sich Deutschland für einen gemeinsamen Rahmen der beiden Programme ausgesprochen. Dabei war immer wieder auf eine einheitliche Finanzierung und eine unbürokratische, flexible Umsetzung gedrängt worden, bei der sich die Teilnehmer für alle oder einzelne Produktgruppen – Obst, Gemüse und Milch – entscheiden können. Nach der Vorstellung des Programms im Agrarrat wird die Beratung der Verordnung in Ratsarbeitsgruppen fortgeführt. Im Anschluss an eine Debatte im Europäischen Parlament und im Rat sowie der Verabschiedung des neuen Rechts- und Finanzrahmens wird das reformierte Schulprogramm voraussichtlich 2016 in Kraft treten. www.bmel.de/Schulobst

Interview mit Verena Nopper, Vorsitzende des Vereins „Schulmilch für Alle“, zur Problematik der Schulmilch:

Frau Nopper, worin sehen Sie die Hauptgründe für die beständig sinkenden Absatzzahlen von Schulmilch?

Der Rückgang der Schulmilch in Deutschland liegt zum größten Teil darin begründet, dass es – von Sonntagsreden abgesehen – in den zuständigen Kultus- und Verbraucherministerien sowie auf Bundes- als auch auf Landesebene keine finanzielle und inhaltliche Unterstützung gibt.

In Nordrhein Westfalen wird noch die meiste Schulmilch getrunken. Woran liegt das?

NRW unterstützt Schulmilchprojekte finanziell. Außerdem gibt es eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Kultusministerium und dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz. In anderen Bundesländern gibt’s das nicht. Insbesondere die Verzahnung mit den Kultusministerien fehlt. Das ist eine sehr unbefriedigende Situation, weil nur das Kultusministerium einen direkten Einfluss auf die Willensbildung an den Schulen hat, beispielsweise über die Inhalte der Bildungspläne.

Auch in Österreich läuft’s besser. Was können wir von unserem Nachbarland in puncto Schulmilch lernen?

In Österreich wird das Schulmilchprogramm mit drei Cent pro Viertel Liter aufgestockt. Das ist der Grund, warum es sich für Anbieter finanziell besser lohnt, diesen Markt zu bedienen. Sehr viele Direktvermarkter kümmern sich in Österreich um die Schulmilch. Ohne die Aufstockung wäre dies nicht denkbar. Auch die Schulträger und Bildungsverantwortlichen stehen inhaltlich voll hinter der Schulmilch.

Danke für das Gespräch.

Cornelia Liederbach

Weitere Infos zur Schulmilch:

Landliebe Schulmilch (FrieslandCampina)
Liefergebiete: Nordrhein-Westfalen, Berlin, Brandenburg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern
Produkte: 1,5 % Fett im Milchanteil, Portionsgröße 250 ml, je nach Bundesland im Karton oder in der Flasche.
Sorten: Schoko, Vanille, Erdbeere, Banane und reine Landmilch.
Mindestabnahme: keine
Kontakt: Info-Hotline Landliebe Schulmilch: 07131-489-256, www.landliebe-schulmilch.de

Tetra Pak Joe Clever
Liefergebiete: deutschlandweit
Produkte: haltbare Vollmilch in 0,2-Liter-Portionsgröße (3,5 %), Milchmix-Getränke Schokolade, Vanille Banane, Erdbeere oder Toffee (Zuckeranteil 4 – 5 g/100 ml).
Mindestabnahme: je nach Lieferpartner
Kontakt: Tel. 06146-59-415, www.tetrapak.com

Ravensberger
Liefergebiete: Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen, Niedersachsen
Produkte: frische fettarme Milch im 0,25-l-Glasflasche in den Sorten Erdbeer, Schoko, Vanille und Pur; Milch-Mix im 0,2- und 0,25-Liter-Karton aus haltbarer Milch in den Sorten Erdbeer, Schoko, Vanille, Banane und Pur.
Mindestabnahme: keine
Kontakt: www.ravensberger.de, Ansprechpartner nach Bundesland

Rezept zu Milchdrinks gibt es hier zum Download >>

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