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Versteckte Kosten reduzieren

Datum: 04.11.2019Quelle: Global Nature Fund (GNF) | Foto: Ella Olsson on pexels.com | Ort: Bonn

Das Hotel- und Gastgewerbe ist auf intakte Ökosysteme – sogenanntes Naturkapital – angewiesen. Wer die Ursachen für Umweltprobleme in der eigenen Lieferkette kennt, ist besser in der Lage, diesen zu begegnen. Ausgedrückt als monetäre Werte (zum Beispiel in Euro) können Unternehmen die Abhängigkeit von natürlichen Ressourcen in interne Entscheidungsprozesse besser einbinden. So kann bei der Entscheidung für Umweltschutzmaßnahmen neben den tatsächlichen Kosten auch der Nutzen für die Umwelt miteinbezogen werden.

Der Global Nature Fund (GNF) führt derzeit ein vom Umweltbundesamt (UBA) und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördertes Projekt durch, das an diesem Punkt ansetzt. Martin Haustermann vom GNF wünscht sich ein stärkeres Engagement von Unternehmen und Konsumenten: „Das Klimaschutzpaket sieht einen Marktpreis von 10 Euro pro Tonne CO2 für das Jahr 2021 vor, obwohl unsere Modellierungen bereits für 2020 von etwa 200 Euro pro Tonne ausgehen. Der CO2-Marktpreis deckt noch nicht alle entstehenden Kosten ab. Deshalb benötigen wir mehr Unternehmen und Experten, die sich in den Prozess einbringen, sodass Umweltkosten verstanden und anschließend stärker in die Entscheidungsfindung von Unternehmen vordringen können.“

Naturkapitalbewertung

Im Projekt erstellt der GNF eine Datentabelle, die es Unternehmen ermöglicht, externe Kosten für den Wasserfußabdruck, Ökosystemleistungen, gesundheitsgefährdende Luftschadstoffe und Treibhausgase im eigenen Unternehmen sowie in der Lieferkette zu identifizieren. Mithilfe der Naturkapitalbewertung können Betriebe genauer identifizieren, wo in der Lieferkette die größten Umweltschäden entstehen und wie sich diese in Zukunft vermeiden lassen. Außerdem bietet die Naturkapitalbewertung Fakten, um mit Kunden, Lieferanten und Stakeholdern zu kommunizieren. Die Datensätze sind nicht ausschließlich auf die Anwendung bei Naturkapitalbewertungen beschränkt. Auch Umweltmanagementsysteme wie EMAS oder Ratingagenturen fordern verstärkt Informationen zu Umweltwirkungen in der Lieferkette.

Der GNF lädt Unternehmen, Experten und Interessierte zum Austausch ein. Dazu gehören ein Expertengespräch am 22. November 2019 sowie im weiteren Verlauf des Projektes Workshops und Webinare, in denen der Umgang mit Naturkapitalberechnungen vermittelt wird.

Martina Kalus / Gastroinfoportal

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