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Gastronomen setzen bei To-Go-Verpackungen auf Nachhaltigkeit: welche Faktoren besonders gefragt sind, verraten die Ergebnisse einer HOX-Umfrage.

Umfrage zu To-go-Verpackungen

Datum: 26.09.2022Quelle: Duni Group | Bild: Dan Burton on Unsplash | Ort: Bramsche

Plastikverbot, Mehrweg, Einweg, Pfandpflicht oder nachhaltige To-go-Verpackungen sind Themen, die Entscheider der Gastronomie und Hotellerie durch Politik und Medienberichte derzeit stark beanspruchen. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Durchblick im Verpackungsdschungel zu schaffen und wollten daher wissen, wie gastronomische Betriebe in der To-go-Frage denken und wie sie ihr gastronomisches To-go-Angebot nach der Einführung der Mehrwegangebotspflicht 2023 ausrichten wollen“, beschreibt Axel Gelhot, Head of Marketing Central Europe der Duni Group, den Schwerpunkt der durch den HOX Hotellerie & Gastronomie Experten Club durchgeführten aktuellen Expertenbefragung.

Mehr als die Hälfte ohne konkrete Lösung für die Mehrwegangebotspflicht

„Wir waren erstaunt, dass 63 % der Befragten sich kaum, gar nicht oder unzureichend über die Inhalte und Auswirkungen des neuen Verpackungsgesetzes informiert fühlen und wollen hier weiterhin Abhilfe schaffen“, beurteilt Axel Gelhot einen Ergebnisschwerpunkt der HOX Onlinebefragung. Ab Januar 2023 sind Betriebe mit gastronomischem Take-away-Angebot unter bestimmten Voraussetzungen gesetzlich dazu verpflichtet, neben der bisherigen Einwegverpackung eine vergleichbare Mehrweglösung anzubieten.

Dabei haben lediglich 24 % der Befragten schon jetzt eine Einwegalternative eingeführt, nur 20 % haben sich bereits für ein konkretes System entschieden. Über 50 % der Betriebe haben noch keine konkrete Lösung für die in Kürze notwendige Umsetzung der Mehrwegangebotspflicht gefunden. „Es scheint weiterhin noch viel Aufklärungsarbeit und Hilfestellung nötig, viele Betriebe konnten sich noch nicht genügend über die anstehende Mehrwegangebotspflicht informieren, sodass Lösungen noch ausstehen“, kommentiert Axel Gelhot die Umfrageergebnisse.

Ergebnisse der HOX-Umfrage zeigen, was in im Bereich der To-Go-Verpackungen ausschlaggebend ist und worauf besonderer Wert gelegt wird.
Ergebnisse der HOX-Umfrage zeigen, was im Bereich der To-go-Verpackungen ausschlaggebend ist und worauf besonderer Wert gelegt wird.

Fossilfreie Lösungen bereits benutzt

„Es ist freut uns zu sehen, dass im Zuge des Einwegkunststoffverbots aus dem Juli 2021 bereits 76 % der Gastronomen, die ein To-go-Speisen und -Getränke-Angebot haben, auf fossilfreie Lösungen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Pappe, Karton oder Papier zurückgreifen“, sagt Axel Gelhot. So gibt ein Großteil der Befragten (75,6 %) an, mittlerweile auf Karton-, Zuckerrohr- und Papierverpackungen im Außer-Haus-Tagesgeschäft zurückzugreifen. Bagasse, einen recycelten und nachwachsenden Rohstoff aus der Zuckerrohrproduktion, nutzen knapp 25 % für ihre To-go-Speisen.

CO2-Neutralität bei To-go-Verpackungen im Fokus

„Besonders freut es uns, dass wir in der Gastronomie und Hotellerie eine Vielzahl gleichgesinnter und nachhaltig-orientierter Branchenpartner haben. Fast 75 % geben an, dass ihnen – egal ob Ein- oder Mehrweg – die CO2-Neutralität der jeweiligen Verpackungslösung besonders wichtig ist. Die Zusammensetzung und (fossilfreie) Herkunft der Materialien beeinflusst die CO2-Bilanz maßgeblich“, bestätigt Axel Gelhot den nachhaltigen Konsens der Einkaufsentscheider aus Hotellerie- und Gastronomiebetrieben. „Offensichtlich scheint im Verpackungsdschungel und der oft zielgerichteten Berichterstattung der CO2-Fußabdruck für die Entscheider eine wichtige und neutrale Orientierungsgröße.“ Entsprechend schlussfolgert Axel Gelhot:

„Die HOX-Umfrage […] hat klar bestätigt, dass der nachhaltige Anspruch der Branche und ihrer Kunden mittlerweile besonders ausgeprägt ist. Es gilt, weiterhin Aufklärung zu leisten und pragmatische Lösungen zur Umsetzung bereit zu halten.“

Klares Votum gegen Steuern

Die HOX-Studie im Auftrag der Duni Group verdeutlicht weiter, dass die Einführung einer Steuer auf Einwegverpackungen als kontraproduktiv angesehen wird. So sind 61 % der Befragten sicher, dass eine Einwegsteuer sie nicht motivieren würde, eine Mehrweglösung anzubieten. Konkret begründen Gastronomieentscheider ihre Ablehnung mit den Argumenten einer weiteren, künstlich hervorgerufenen Steigerung des ohnehin drastisch steigenden Kostenaufwands, dem Außer-Acht-Lassen bestehender Hürden einer Mehrwegeinführung besonders im ländlichen Raum sowie der Gefahr, etwaige Mehrkosten einfach auf den Endverbraucherpreis aufzuschlagen und dadurch Kunden zu verlieren.

Redaktion GastroInfoPortal

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