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Laut einer Studie von Dr. Frederic Hilkenmeier und Professor Sascha Hoffmann kann Servicepersonal sein Trinkgeld mit einem einfach Trick deutlich erhöhen.

Trinkgeld geschickt erhöhen

Datum: 29.06.2021Quelle: Hochschule Fresenius | Bild: Kate Townsend on Unsplash | Ort: Hamburg

Servicepersonal kann sein Trinkgeld mit einem simplen Trick deutlich erhöhen. Das belegt jetzt eine Studie des Psychologen Dr. Frederic Hilkenmeier und Sascha Hoffmann, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Fresenius in Hamburg. Die experimentelle Studie untersuchte den Effekt von Gratisgetränken in der Gastronomie auf die Höhe des Trinkgelds für das Servicepersonal. Dazu haben sie zwei Experimente mit insgesamt 640 Tischgesellschaften in einem griechischen und einem deutschen Restaurant durchgeführt. Die Ergebnisse sind in dem wissenschaftlichen Journal of Hospitality & Tourism Research erschienen.

Experimente in Restaurants

Die beiden Forscher analysierten, ob und wie das Servicepersonal die Höhe ihres Trinkgeldes mit dem Ausgeben eines Gratisgetränkes beeinflussen können. Das erste Experiment wurde in einem griechischen Restaurant durchgeführt. In der Versuchsanordnung bot das Servicepersonal insgesamt 403 Tischgesellschaften entweder während des Essens, gleichzeitig mit der Rechnung oder als Kontrollgruppe erst nach dem Bezahlen einen kostenlosen Ouzo an. Da es in vielen griechischen Restaurants üblich ist, einen Ouzo spendiert zu bekommen, führte das Forscherteam ein weiteres Experiment in einem deutschen Restaurant mit einem ähnlichen Forschungsentwurf durch. Hier erhielten 121 Gäste ein Gratisgetränk während des Essens und 116 zusammen mit der Rechnung.

Reziprozität nutzen

Ihrer Untersuchung liegt die These der Reziprozität zugrunde. Laut diesem Prinzip fühlt sich jeder Empfänger einer Gefälligkeit unter Druck gesetzt, auf diesen Gefallen zu reagieren. Laut den Ergebnissen erwidern die Gäste das Freigetränk mit einem stark erhöhten Trinkgeld. „Dieser Effekt ist besonders stark, wenn das Getränk mit der Rechnung gebracht wird, da sich die Gäste mutmaßlich besonders stark verpflichtet fühlen, sich mit einem großzügigen Trinkgeld zu revanchieren“, erklärt Dr. Frederic Hilkenmeier. „Das Servicepersonal kann folglich durch einen geschickten Einsatz eines Gratisgetränks seine Trinkgelder erheblich und mühelos erhöhen, indem es die Norm der Reziprozität ausnutzt.“ Professor Sascha Hoffmann ordnet die Ergebnisse ein: „Interessant wäre es, in zukünftigen empirischen Untersuchungen auch die langfristigen ökonomischen Effekte von Geschenken auf Restaurants als Ganzes zu untersuchen, also ob die Kunden dadurch häufiger wiederkommen“.

Der Artikel zur Studie kann hier abgerufen werden.

Redaktion GastroInfoPortal

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