Gemeinsam mit Studierenden der DHBW Ravensburg hat Prof. Dr. Conny Mayer-Bonde eine Studie über syrische Flüchtlinge im Gastgewerbe vorgelegt. Daraus resultieren Handlungsempfehlungen für Flüchtlinge, Arbeitgeber sowie Staat, Behörden und Institutionen.

Syrische Flüchtlinge im Gastgewerbe

Datum: 11.10.2018Quelle: Inhalt und Bild: DHBW Ravensburg | Ort: Ravensburg

Von Oktober 2015 bis Juni 2016 beschäftigten sich DHBW-Studierende mit den Arbeitsplatzperspektiven von syrischen Flüchtlingen im Gastgewerbe. Ein zweiter Teil der Studie basiert auf Befragungen aus diesem Jahr und geht einen Schritt weiter. Der Fokus lag dabei auf der Hotellerie und Gastronomie. Dieses Mal wurden Geschäftsführer befragt, die bereits Syrer beschäftigen, ebenso wie Syrer, die in der Branche beschäftigt sind.

Ziel der Studie waren konkrete Handlungsempfehlungen. Den Hoteliers und Gastronomen rät die Professorin etwa zur Geduld: „Integration braucht Zeit.“ Was die Integration definitiv befördert ist die Integration im Umfeld – etwa die Teilhabe in Vereinen oder am Ortsgeschehen. Wichtig ist zudem, dass Aspekte rund um das tägliche Leben gut geregelt sind.

Syrische Flüchtlinge im Gastgewerbe : Voraussetzungen

Nach der Auswertung lassen sich nun drei grundlegende Aussagen treffen. Von besonderer Wichtigkeit ist dabei beiden Seiten eine hohe Wertschätzung, der respektvolle Umgang ist eine Voraussetzung für ein gutes Arbeitsverhältnis. Dagegen lassen sich weder von der Nationalität noch von der Religionszugehörigkeit pauschale Aussagen ableiten. Dreiviertel der Befragten waren Muslime. Dass gerade dies einen Einfluss auf die Integration an den Arbeitsstellen in Hotellerie und Gastronomie haben könnte, war nicht zu erkennen. „Was wir beobachtet haben ist, dass es sich durchaus auch positiv auf ein Arbeitsverhältnis auswirken kann, wenn die Menschen ihre Religion aktiv leben. Stichworte sind hier Teamarbeit oder das Arbeiten in festen Strukturen“, berichtet Prof. Dr. Conny Mayer-Bonde.

Eine weitere praktische Empfehlung ist, die freien Stellen tatsächlich zu melden. Wenn ein Mangelbedarf gilt, bleibt ihnen einige Bürokratie erspart, wenn sie Flüchtlinge einstellen möchten. Überrascht hat die Forscher von der DHBW Ravensburg, dass viele der Syrer gar keine Ausbildung machen, sondern lieber Geld nachhause schicken möchten. Hier empfiehlt die Professorin, das Gespräch und Lösungen zu suchen.

Jeanette Lesch / Gastroinfoportal

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