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Spa-Tests

Datum: 31.08.2011Quelle: Peter Droessel

FIRST CLASS, Ausgabe 10/2011: The Ritz Carlton, Berlin

Personal gesucht!

Eine der international teuersten Kosmetikmarken in Verbindung mit einer weltweit hochangesehenen Hotelmarke – bei dieser Kombination erwartet man die perfekte Verschmelzung von Luxus, Professionalität und das Gespür für Großartiges in Sachen Spa. Bei der Momentaufnahme konnte dies leider nicht gefunden werden.

Bereits die Ankunft am späten Nachmittag im Spa des The Ritz-Carlton, Berlin entspricht leider alles andere als dem Standard des Hauses. Das Personal, das die Gäste empfangen und einweisen könnte, ist nicht präsent. Stattdessen bittet ein schön gestaltetes Schild darum, den „Guest Service“ auf dem bereitstehenden Telefon zu drücken, was ich nach langen 15 Minuten des Wartens auch mache. Prompt eilt ein Page herbei, stöbert eine Weile hinter dem Spa-Desk herum und drückt mir schließlich einen Schlüssel in die Hand, der für den Spind sein soll. Er passt nicht – also rufe ich nochmals an und der gleiche, freundliche Herr kommt zurück – diesmal mit Badetüchern im Arm, und wir suchen gemeinsam einen passenden Spindschlüssel. Einfach peinlich!
Was mich anschließend in der Herrenumkleidekabine erwartet, ist kurz gesagt überholt und eine Zumutung: Winzige Spinde, in die keine Schuhe passen, treffen auf fehlende Bügel für Hemd und Anzug. Daneben gibt es außer einer Toilette nur noch ein Waschbecken mit Fön sowie einen Stapel Slipper zur Selbstbedienung. Im gesamten Bereich dieser vielleicht 8 bis
10 m² großen Herrenumkleidekabine herrscht Chaos – keiner kümmert sich um die herumliegenden Badetücher, Wattestäbchen und durchnässten Slipper – aber wie auch, wenn niemand vor Ort ist. Im Schwimmbad treffe ich immerhin auf zwei weitere Hotelgäste, und ich mache hier erstmals die Erfahrung, dass ein so winziger, gleichzeitig sehr edel gestalteter Pool mit integriertem Whirlpool solch eine Lärmkulisse aufbauen kann.
Der Saunabereich bietet auf engstem Raum ein Sanarium und eine Sauna, die sich nur durch die Beschriftung voneinander unterscheiden. Das kalte Tauchbecken „gurgelt“ fast so laut wie der Pool vor sich hin, und die beiden Fußbecken stehen wie ein Waisenpärchen in der Ecke. Apropos Ecke: In ­einer wahrscheinlich früher als Putzkammer genutzten Räumlichkeit ist die Behandlungs­kabine 5 für die Fußpflege untergebracht – wie kann man als Spa-Planer ernsthaft meinen, dass man diese den Gästen ­eines Luxushotels verkaufen kann?

Perle gefunden
Die Dame für meine bestellte Massage ist eine ausgebildete Physiotherapeutin und kommt leider fast zehn Minuten zu spät, ohne sich auch nur im Ansatz dafür zu entschuldigen. Warum auch, sie ist eine Freiberuflerin und wurde scheinbar noch nicht ausreichend in die umfangreichen Standards der Philosophie der „We are Ladies and Gentlemen serving Ladies and Gentlemen” eingewiesen. Die Massage ist dafür sehr gut, denn innerhalb dieser vollen Stunde erfahre ich so viele verschiedene und guttuende „Massagegriffe“ wie noch nie in meinem langen Spa-Leben. Diese Dame ist fachlich eine Perle! Zehn Minuten darf ich noch nachruhen, doch dann muss ich mich in der Umklei­dekabine fertigmachen und gemeinsam mit der Therapeutin an der Hotelrezeption die Rechnungsstellung für ihre Abrechnung regeln – Effektivität sieht anders aus.
Schade, dass so ein tolles Haus in bester Hauptstadtlage, in dem wirklich Luxus und Prunk im positiven Sinne vorherrschen, sich ein solches „Stiefkind“ in Sachen Spa leistet. Hier sollte man schnellstmöglich nachbessern. Zumindest der Test an diesem Nachmittag ging gründlich in die Hose! Peter Droessel

Generelle ­Hinweise:
Unter dem Motto „The Art of Beauty“ präsentiert sich das La Prairie Boutique Spa im The Ritz-Carlton, Berlin auf einer Fläche von 400 m² mit vier Be­handlungsräumen, einem Jet­stream-Indoor-Pool, Saunen und Fitness­einrich­tungen. Design­akzente setzen aufwändige ­Marmorintarsien, Glas­mosaike und Trompe-l’œil-Malereien, während das Spa mit Spe­zialitäten ­wie dem Signature-Treatment „Pressure Relief“ mit Shiatsu-Kopfmassage oder der Körper­behandlung „Caviar Body Treatment“ aufwartet.

Fazit:
Das La Prairie Boutique Spa ist in puncto Ausstattung und Angebot eine besondere Luxusadresse – allerdings enttäuscht es schlichtweg mit zu wenig Spa-Feeling! Dazu trägt vor allem das nichtpräsente Personal bei – ein völlig inakzeptabler Zustand. Hier besteht dringend Handlungsbedarf, sonst verliert auch der Rest an Wert.


FIRST CLASS, Ausgabe 9/2011: Hotel Landhaus Wachtelhof, Rotenburg/Wümme

Verlängerung bitte!

Bei HRS hat das Hotel Landhaus Wachtelhof in Rotenburg an der Wümme Platz 1 bei den besten Luxus- und Wellnesshotels erreicht, für den „Feinschmecker“ gehört es zu den 50 besten Wellnesshotels Deutschlands 2011, und Clarins hat es zum „Schönheitsinstitut par Excellence“ 2011 erklärt. Wird dieses privatgeführte Hotel zu Recht so gelobt? Ja!

Einfach war es nicht, im Vorfeld eines der offenbar sehr begehrten 38 Zimmer an den angefragten Terminen zu ergattern. Doch es klappte, und so freue ich mich, nach einer nicht enden wollenden Autofahrt aus dem Süden rund eine Autostunde von Hamburg entfernt in Rotenburg/Wümme an­zukom­men. Das privatgeführte Fünf-Sterne-Superior-Hotel Landhaus Wachtelhof, das etwas mehr als 20 Jahre alt ist, versprüht sofort eine gediegene Eleganz, die fast wie ein kleines Grandhotel anmutet. Gerade Gäste, die nach Sylt oder auf ein Kreuzfahrtschiff wollen, checken hier gern als Zwischenstopp ein und genießen die besondere Küche und die Spa-Services der Therme. Gerade letztere fällt insofern auf, dass sie sich nicht auf einer Fläche von tausenden von Quadratmetern erstreckt, sondern sich als ein braves, sehr privates Refugium präsentiert, das dem Erholungssuchenden alles bietet, was er braucht: eine Finnische Sauna, ein gut duftendes Dampfbad, ein Sanarium, ein Schlammbad für zwei, ein Ruheraum mit Zugang zur Liegewiese sowie ein kleines, ge­mütliches Spa-Bistro. 24 Stunden lang kann hier der Pool genutzt werden, bereits um 7 Uhr morgens wird ein Fitnessfrühstück serviert. Entsprechend unaufdringlich und charmant wirkt das gesamte Personal im Haus. Ich fühle mich sogleich willkommen und pudelwohl.
Bereits bei der Ankunft erhalte ich eine schriftliche Bestätigung für meine im Voraus gebuchte Massagebehandlung. Beim Termin selbst werde ich dann hilfsbereit von der Spa-Rezeptionistin empfangen und sie fragt mich, ob sie mir alles zeigen darf. Der gesamte Eingangsbereich des Spas, pardon Therme, wirkt gepflegt und stimmig. Zudem ist ­eine gute Kosmetiklinie dezent und exklusiv in kleinen Vitrinen vertreten. Die Physiotherapeutin ist schließlich für meine eigent­liche Behandlung bereits vor dem Termin anwesend, stellt sich mit ihrem Namen vor und beweist letztlich, dass sie sehr professionell die Behandlung beherrscht. Mit diesem Eindruck hätte ich gern den Termin verlängert, aber sie ist gleich wieder im Anschluss gebucht – das spricht für sich. So rät sie mir noch, einen Tee zu trinken und verabschiedet mich höflich.
Es ist, als ob das gesamte Spa-Team ohne große Worte miteinander auskommt. Vielleicht be­nö­tigt es auch keine Spa-Leitung – eine Spa-Managerin habe ich jedenfalls in diesem Mini-Spa nicht gesehen. So wird es am frühen Abend noch einmal richtig voll im Pool und in den Sau­naanlagen des Hotels, und ich entschwinde nach einigen der wohligsten Spa-Stunden in der letzten Zeit aus der Oase. Peter Droessel

Generelle ­Hinweise:
Auf einer Fläche von 1.000 m² verfügt die Therme des Hotel Landhaus Wachtelhof über ein Lagunenbad unter einer Glaspyramide mit Whirpool, eine Aquaviva-Erlebnissauna, ein Sanarium mit Farblichtsimulation und ein Dampfbad mit Sternenhimmel. Sowohl sportlich Aktive als auch Entspannungsgäste sollen sich im Badetempel mit einer 500-Liter-Wanne, dem Schlammbad, dem Solarium und dem Thermen-Bistro wohlfühlen. Als „Spa by Clarins“ mit vier Beauty-Kabinen setzt das Fünf-Sterne-Supe­rior-Hotel darüber hinaus auf ein umfangreiches Kosmetikangebot. Das Massage­programm umfasst vor allem klassische Treatments und wird
auch draußen im Pavillon angeboten. Fitness ist im Haus selbst kein Thema, sondern auf Wunsch fährt ein Shuttle-Service die Gäste zum nahe gelegenen Fitness-Studio.

Fazit:
Der Wachtelhof ist ein absoluter Geheimtipp in Sachen Spa und Wellness in einem Privathotel der Extraklasse. Dabei weiß die Eigentümerfamilie nicht nur neue, sondern in besonderem Maße auch die Stammgäste professionell zu betreuen. Mit ihrem wunderbaren Spa-Team hat es dabei die beste Unterstützung. 


 

FIRST CLASS, Ausgabe 8/2011: Zur Bleiche Resort & Spa, Burg im Spreewald

Natürliche Abwechslung

Ein wenig still und heimlich hat sich im Spreewald, südlich von Berlin, in wenigen Jahren eine Spa-Größe etabliert, die
bereits mit zahlreichen Preisen Anerkennung erfahren hat. Auch bei der Momentaufnahme lässt der Wellnessbereich des Hotels zur Bleiche Resort & Spa kaum einen Zweifel daran und überrascht mit einer selten gewordenen Natürlichkeit.

Drei Wochen lang im Voraus konnte ich mich diesmal über eine Behandlung freuen, denn selten ist mir ein Treatment bereits am Telefon so perfekt und charmant verkauft worden. In einer besonders natürlichen Art erklärt mir dabei die Mitarbeiterin die Konzepte der verschiedenen auf die Region abgestimmten Behandlungen und überzeugt mich von den „Zur Bleiche Signature Treatments“, die in meinem Fall eine intensive Ganzkörperbehandlung mit Leinöl bedeutet, 85 Minuten dauert und 98 € kostet – ein faires Preis-Leistungsverhältnis, wie ich bei nahezu allen Angeboten feststellen kann, und ich reserviere überzeugt meine Leinölbehandlung.
Als ich endlich anreise, genieße ich aber zunächst die Spa-Suite mit dem Whirlpool, dem kleinen Hamam und der noch kleineren Ein-Mann-Sauna. Dabei will der erste Eindruck hier noch nicht so ganz stimmen: Die Ab­flüsse riechen leider etwas, die Ame­nities gehören eher in die Drei-Sterne-Klasse, und die Bademilchflasche ist leer, was ich erst merke als ich schon im Wasser bin. Zudem wollte sich die Sauna nicht auf 90°C anheizen lassen, und die herbeigerufene ­Dame hat leider gar keine Ahnung, sondern stellt nur Vermutungen an.
Also mache ich mich in den ­allgemeinen Saunabereich mit ­seinen sehr außergewöhnlichen Badeformen auf und erlebe eine gemütliche Kräuterstube sowie eine Trockensauna, bei denen alles bestens funktioniert. Lediglich das Dampfbad riecht leider nur nach Dampf – also nach Waschküche, was bedauerlicherweise ein Schwachpunkt im gesamten Thermenbereich ist. Überzeugend gestaltet sich hingegen wiederum das Baderitual der Russischen Banja, die wie alles in der Landtherme fernab von durchgestylten Designer-Spas auf alt und originär gemacht ist. Wer Muße und Ruhe sucht, dem stehen in den vielen Ruhenischen unzählige Kissen und Decken zur Verfügung. Derzeit wartet wohl kaum ein anderes Spa in Deutschland mit so vielen und nebenbei so eigentümlich dekorierten Liegemöglichkeiten auf. Doch die Hygiene stelle ich mir hier sehr schwierig vor. Auch hängen überall Leinenvorhänge an den Durchgängen, die sicherlich nach täglicher Wäsche verlangen, aber dies alles scheint zu funktionieren.
Die eigentliche Massagebehandlung bei der Physiotherapeutin, die zu den drei Dutzend Mitarbeitern des Spas zählt, ist schließlich äußerst professionell und gleichzeitig sehr wirkungsvoll. So genieße ich am Ende nicht nur einen von drei Pools, von denen einer 24 Stunden am Tag benutzbar ist, sondern werfe auch einen kurzen Blick in die separate, in weiß gehaltene Damenabteilung mit den attraktiven, femininen Behandlungskabinen und kuscheligen Ruheräumen. Kombiniert mit der Souveränität der sehr sympa­thischen Eigentümer gehört das Resort an diesem Tag tatsächlich zu einer der Top-Spa-Adressen in Deutschland. Peter Droessel

Generelle ­Hinweise:
Ganz nach dem Stil einer Landtherme kombinieren die Spa-Anlagen des Hotels Zur Bleiche Resort & Spa in Burg im Spreewald ein Scheunen- und Waschhausflair mit einer traditionellen Badehauskunst. Im „Jungbrunnen“, der sich auf einer ganzen Etage befindet, können die Gäste z. B. eine individuelle Aromasauna und ein Aromadampfbad, eine Whirlwanne, ein Gussraum, ein Solarium sowie zahl­reiche Ruhebereiche nutzen. Das Angebot reicht von Baderitualen im Hamam und in der Russischen Banja bis hin zu originären Spreewaldbehandlungen mit typischen, regionalen Produkten wie Quark und Leinöl. Ein eigenes Damen-Spa wartet mit einer Sauna, ­einem Dampfbad, verschiedenen Anwendungsräumen und einem „Marktplatz“ auf. Schließlich steht den Gästen darüber hinaus ein eigener Fit­nessbereich zur Verfügung.

Fazit:
Das Spa im Zur Bleiche Resort & Spa in Burg im Spreewald versteht sich als Landtherme und tritt als solche mit Spitzenambitionen auch auf. Das Personal strahlt auf der Basis eines überzeugend wirkenden Thermenmanagements eine ungeschminkte Freundlichkeit und Unaufdringlichkeit aus. Nur einzelne Ausstattungsdetails stören, lassen sich aber leicht beheben. Der eigene Stil und die eigene Richtung, die die gesamte Wellnessanlage verfolgt, sind einfach und gefallen einfach! Ich komme wieder!


 

FIRST CLASS, Ausgabe 6-7/2011: Garten Spa im Gräflicher Park Hotel & Spa, Bad Driburg

Garten braucht Gärtner

Wellness zählt im fast 230 Jahre alten Gräflichen Park Hotel & Spa in Bad Driburg schon seit jeher zum Kerngeschäft,
wenn auch früher vor allem in Form von Kurbehandlungen. Seit dem Umbau 2007 hat das Fünf-Sterne-Hotel jedoch endgültig den Sprung vom Kurhotel zum Spa-Resort vollzogen – aber mehr bei der Ausstattung als beim Personal.

Zunächst bin ich verwundert, als mir die telefonische Auskunft um 19 Uhr mitteilt, dass das Spa bereits geschlossen hat. Doch Entwarnung: Dies gilt nur für die Spa-Rezeption. Da­rum rufe ich am nächsten Tag wieder an und werde erstklassig bedient, indem ich meine Ter­mine ohne Diskussion und wie ich sie möchte erhalte. Große ­Erklärungen und einige ­per­sön­liche Emp­fehlungen gibt es zwar keine, dafür wird die Reservierung für das Zimmer wiederum absolut pro­fessionell entgegengenommen.
So erreiche ich zum vereinbarten Termin das 1.500 m² große Spa und bin beeindruckt: Die Ausstattung ist vom Feinsten und die attraktive Dekoration zurückhaltend eingerichtet – vermutlich hat die Hausherrin selbst mit geschmackvollen Details die Feinabstimmung vorgenommen. Auch die Kabinen mit ihren dunkelrot lackierten Tü­ren sind in Ordnung, wenn auch leider bereits morgens um 9.30 Uhr mit Fingerabdrücken übersät. Beim Frottee des Bademantels wird zwar ein Qualitätsanspruch deutlich, jedoch riecht er wie die Handtücher nach nichts. Der Fitnessbereich ist schließlich wie allgemein üblich ausgestattet, jedoch präsentiert er sich eher stiefmütterlich ohne eine Liebe zum Detail.
Doch diese Ausstattungsdetails sind leicht verbesserbare Kleinigkeiten. Verwundert bin ich vielmehr über das gesamte Personal, dass in sich gekehrt und nahezu gelangweilt wirkt. Bei den Mitarbeitern wird kein Engagement deutlich, keine Emotionen – nichts passiert hier in Richtung Gästestimulation. Dabei sind genügend Gäste da, die sich, so scheint es, gerne umsorgen lassen würden. So ist z. B. mein Wunsch, einen Bademantel und ein paar Slipper in der Umkleidekabine zu erhalten, prompt auf die forsche Erwiderung gestoßen: „Sie haben doch alles im Zimmer.“ Ich habe zwar dann doch Mantel & Co. kurz zuvor erhalten, aber den Spa-Mitarbeitern ist offenbar nicht bewusst, dass sich mein wunderbares Zimmer nicht im gleichen Gebäude befindet wie das Spa. Das gesamte Hotel besteht aus einem Ensemble aus mehreren historischen Häusern.

Massage floppt
In meinem Bademantel besuche ich nun das attraktive Badehaus, das eigens für das Hotel kon­zipiert wurde und über zwei ­Hamamliegen, Dampfbäder, ein ­ansprechendes zentrales Warmwasserbecken und ein paar ­Kuschelnischen verfügt. Den ­­Au­ßenpool und die gegenüber dem Badehaus liegende Garten-Sauna mit einer großen finnischen Sauna und direktem Poolblick finde ich genial, auch das Sana­rium ist Klasse. Leider ist der Pool mit zu wenig Liegen bestückt, und trotz der vielen Gäste ist kein Personal anzutreffen.

Auch bei meiner Massage werde ich enttäuscht: Die Masseurin nutzt die Chance, mir die  schlechteste Massage während meiner eineinhalbjährigen Spa-Testphase zu verabreichen. Zum Glück habe ich bereits im voraus eine zweite für den nächsten Morgen bei einer anderen Therapeutin gebucht, die mich wieder etwas versöhnen konnte. Aber auch diese Behandlung war nichts Außergewöhnliches. Dabei ist es auch überhaupt nicht akzeptabel, dass beide Massagen unabhängig von einander jeweils fünf Minuten kürzer waren als die gebuchte und im Prospekt ausgewiesene Zeit. Es scheint der Hase im Pfeffer zu liegen: Trotz bester Hardware wirken die Mitarbeiter demotiviert und sind womöglich auch schlecht eingearbeitet. Wo ist das Spa-Management? Peter Droessel

Generelle Hinweise:
Bereits 1782 erschloss der Gründer des Bades, Caspar Heinrich von Siers­torpff, die Bad Driburger Quellen, so dass die Gäste bis heute das Wasser ­zapfen können. Das Garten Spa selbst wartet auf 1.500 m² mit einer finnischen ­Sauna, einer Vitalbad-Sauna, drei Erlebnisduschen, vier Fußbädern und einem Ruheraum auf. Zudem gibt es die Granitsteinbetten „Wet Table“, ein Heißbecken sowie einen mit Mineralwasser gefüllten Innenpool. Im Garten steht den Gästen darüber hinaus ein 25 m langer Außenpool sowie zahlreiche ­Liegemöglichkeiten auf den großen Rasenflächen zur Verfügung. Das Angebot an Spa-Suiten reicht von der kleinen Variante für zwei mit Bio-Sauna, Badewanne und Behandlungsbereich bis zur Luxus Spa Suite für vier mit zusätz­lichem Dampfbad, Whirlpool, Wet Table und Ruhebereich. Im Medical-Well­ness-Bereich ist das Haus vor allem auf die F. X.-Mayr-Kur spezialisiert.

Fazit:
Der Gräflicher Park Hotel & Spa in Bad Driburg ist ein einmaliges Ensemble aus Hotel und Park inmitten von Deutschland mit einem wunderbar aus­gestatteten Spa, bei dem viel Geld in die Hand genommen worden zu sein scheint. Doch für den Erfolg der Wellnessanlage bedarf es auch eineserstklassigen Spa-Managements, das sich konsequent darum kümmert. Hier ­besteht derzeit ein Änderungsbedarf.


 

FIRST CLASS, Ausgabe 5/2011: Spa im Romantischer Winkel Spa & Wellness Resort, Bad Sachsa

Paradies im Südharz?

Wo bitte? Mitten in den Südharzer Bergen in Bad Sachsa liegt mit dem Romantischen Winkel Spa & Wellness Resort eines der bekanntesten privatgeführten Wellnesshotels Deutschlands. Besondere Größenverhältnisse treffen hier auf eine attraktive Ausstattung, nur die Software war bei der Momentaufnahme nicht ganz in Bestform.

Bei der Telefonbuchung gestaltet sich alles problemlos – der Spa-Mitarbeiter zeigt sich sehr hilfsbereit und erklärt alle Details. Doch viele Auswahlmöglichkeiten habe ich leider nicht mehr für den Samstag und Sonntag, obwohl es erst Mittwoch ist. Vielleicht könnte das Spa-Management an dieser Stelle die Personalplanung noch etwas vorausschauender organisieren. Als ich schließlich am Samstag Nachmittag eintreffe, sind manche Spa-Mitarbeiterinnen, warum auch immer, sichtlich genervt. Mein mehrmaliges Nachfragen, ob sich noch etwas bei der Behandlungsauswahl kurzfristig ergeben könnte, wird eher als aufdringlich empfunden. Schade, ich will doch nur entspannen. Auch durch den Lärmpegel von klapperndem Geschirr durch den zweigeschossigen, offenen Palmengarten will dies noch nicht gelingen. Doch viele Gäste nutzen das Spa und wirken zufrieden – das ist ein gutes Zeichen. Auch das Behandlungsangebot ist sehr umfangreich und kann zu vernünftigen Preisen in Anspruch genommen werden.
Meine Massage hätte leider besser sein können. Bei der 50 Minuten dauernden Ganzkörperanwendung läuft die Masseurin nur während der Behandlung des Rückens zur Hochform auf. Auch bietet sie leider keine Öl-Alternative an, und ich kann keinen sonstigen emotionalen Moment feststellen.

Sehr attraktiv sind dafür im Sauna-Ruhebereich die automatisierten und zeitlich angekündigten Aufgussrituale. Auch ein Raum mit Klang- und Lichteffekten, die man in hängenden Liegen erfahren kann, ist ein wahrer Hingucker und ziemlich einmalig. Einfach genial gemacht – Kompliment an den Ideengeber! In puncto Hygiene überzeugt darüber hinaus der Saunabereich, jedoch sind die Duschen und Duschspender verbesserungswürdig und entsprechen keinem Fünf-Sterne-Standard. Außerdem stören die wirren Anschlusskabel bei den Massageliegen im Ruhebereich. Dass die Liegen hier zusätzlich zu bezahlen sind, ist leider überhaupt nicht akzeptabel.
Die Eigentümerfamilie, so scheint es, hat im Hotel selbst alles bestens im Griff und setzt sich auch gern am Samstag Nachmittag bei Kaffee und Blechkuchen in den schönen Wellness-Palmengarten zu seinen Gästen. Der Küche und dem besonders freundlichen Restaurantservice gilt an dieser Stelle ein großes Lob. Doch das Spa mit seinem gesamten Team könnte man, zumindest nach dieser Momentaufnahme, an manchen Stellen noch etwas optimieren. Dann hat das privatgeführte Haus wirklich das Potenzial zu einem Top-Spa. Peter Droessel


Generelle Hinweise:
Das Spa & Wellness Resort Romantischer Winkel in Bad Sachsa befindet sich direkt am See eines Kurparks und setzt daher unter anderem auf zahlreiche Wellnessaktivitäten in freier Natur, z. B. auf geführte Entschleunigungsspaziergänge. Im Hotel selbst steht den Gästen ein 3.500 m² großes Spa zur Verfügung, das unter anderem über Tiefenentspannungsangebote im Licht- und Klangraum sowie eigens entwickelte, individuelle Behandlungen verfügt. Darüber hinaus gibt es ein beheiztes Außenbecken, verschiedene Saunen und einen Whirpool. Verschiedene Raumkonzepte werden unter einer Glaskuppel vereint. Für Kinder werden z. B. spezielle Beautyprogramme, Schokomassagen und Aroma-Wohlfühlmassagen angeboten.

Fazit:
Das Spa ist allein durch seine Größe im Vergleich zu „nur" 80 Zimmern und zu vielen anderen Hotels ein wahres Luxusparadies. Aber es sollte auch perfekt geführt werden, und zwar mit Esprit, Emotion und Engagement, denn trotz vieler Gäste ist ein stringentes Konzept leider nicht ganz erkennbar. Zum Sommer 2011 soll aber im Spa das hauseigene, patentierte Behandlungsangebot RoLigio® neu etabliert werden, das oft vergessene Behandlungen zum Abbau von Stress oder zur Entspannung und Kräftigung des Rückens und der Gelenke neu zusammenstellt. Wir wünschen viel Erfolg!


FIRST CLASS, Ausgabe 4/2011: HIER


FIRST CLASS, Ausgabe 3/2011: HIER


FIRST CLASS, Ausgabe 1-2/2011: HIER


FIRST CLASS, Ausgabe 12/2010: HIER


FIRST CLASS, Ausgabe 11/2010: HIER


FIRST CLASS, Ausgabe 10/2010: HIER


FIRST CLASS, Ausgabe 9/2010: Das Spa im Interalpen-Hotel Tyrol, Telfs-Buchen/A

Traumkulisse Spa

Seit Jahren zählt das Spa im Interalpen-Hotel Tyrol bei Seefeld zu den Vorzeigeobjekten der österreichen Alpin-Hotelwelt. Hat sich daran in Zeiten von Entspannungstempeln und Sinnespfaden etwas geändert? Kaum!

Der Eingangsbereich und die beiden Rezeptionsbereiche präsentieren sich mir sehr elegant und stimmig – obwohl das Spa bereits in die Jahre gekommen ist. Der Wartebereich ist bequem und reichlich mit Fruchtsäften, Tee und Obst bestückt, und neben den perfekt dekorierten Verkaufsvitrinen mit allerlei Premiumkosmetik führen breite Flure in die beiden links und rechts angrenzenden Behandlungsbereiche für Massagen und Kosmetik. Das Angebot an Treatments wird durch eine Physiotherapie ergänzt und ist sehr breit gefächert – ein 24-Karat-Goldbad ist nur ein Highlight unter vielen.
Im Erdgeschoss, nur eine Treppe vom Behandlungsbereich entfernt, schreite ich weiter zum Saunadorf mit seinem romantischen, zentralen Wasserlauf und den diversen Saunastuben, Dampfbädern und Duschanlagen, die sich alle in einer blendenden Form und in einem hygienisch einwandfreiem Zustand dem Gast präsentieren. Auffallend ist das reichliche Angebot an hochwertigen Badetüchern in allen Bereichen des Spas. In den Ruhezonen befinden sich gut gepolsterte Liegen und Wasserbetten. Alle Verzierungen an den Geländern und Liegen sind mit kleinsten Details geschmückt, und man fühlt und sieht es förmlich: Hier wurde in keiner Weise an der Qualität, Ausstattung und am Prunk gespart! Guy Burke führt als einer der wohl erfahrensten Spa-Manager die Regie, und man merkt sofort, dass die Chemie zu dem Hoteldirektor Oliver Mathée stimmt und beide am gleichen Strang ziehen.


Duftes Spa

Bereits am Zimmertelefon war mir meine Massage freundlich bestätigt worden. Nun, bei der Behandlung selbst erlebe ich eine Schweizer Mitarbeiterin, die die Sommersaison über hier im Spa arbeitet und mich absolut professionell und wirkungsvoll durchknetet. Danach versucht sie mir sogar charmant, für den nächsten Tag einen weiteren Termin zu verkaufen. Solche Mitarbeiter wünscht man sich überall – nicht nur am Gast.
Insgesamt überzeugen alle Behandlungskabinen und der gut bestückte Fitnessbereich nicht nur durch eine perfekte technische Instandhaltung, sondern auch durch den unaufdringlichen und doch präsenten Duft, der überall im Spa und insbesondere im Saunabereich zu spüren ist. Die Gäste räkeln sich genüsslich in den komfortablen Ruhe-Nischen und warten auf einen der 25 gut geschulten Masseure, Therapeuten und Kosmetikerinnen, die durch ihre natürliche Freundlichkeit auffallen.
Und so bleiben nur zwei kleine Kritikpunkte: Der Poolbereich mit seinem 50 m langen Becken und dem Kinderplanschbecken weist nach mittlerweile 25 Jahren einige Verschleißspuren auf. Für das kommende Jahr ist aber eine Generalrenovierung angedacht. Darüber hinaus heizt bei Wärme der verglaste Ruhe-Pavillon im Anschluss an den Poolbereich zu sehr auf, so dass ich ein luftiges Plätzchen in dem weitverzweigten Außenbereich mit vielen versteckten Kuschelecken und dem Bergpanorama suche. Aber es gibt Schlimmeres! Summasummarum ist und bleibt das Gesamtensemble Hotel und Spa die Nummer 1 in der österreichischen, alpinen Hotelwelt, denn mit dieser Traumkulisse, innen wie außen, kann es nicht jedes Haus aufnehmen. Peter Droessel, Präsident des Spa Director’s Roundtable & Club

Generelle Hinweise:
Das Spa im Interalpen-Hotel Tyrol bei Seefeld zählt mit einer Fläche von 5.000 m² zu den größten im Alpenraum. Neben einem 50 m langen Indoorpool, der mit dem Außenpool verbunden ist, gehören unter anderem ein Saunadorf, ein 10.000 m² großer Spa-Garten sowie eine kardiologische Arztpraxis zur Anlage. In den 30 Behandlungsräumen reicht das Spektrum von alpinen über schmerzlindernden bis zu internationalen Treatments wie orientalische Reinigungsrituale oder indische Kopfmassagen. Einige Massagen sind auch für Kinder im Angebot. Im hauseigenen Spa-Restaurant können die Gäste schließlich im Bademantel vitaminreiche Gerichte genießen.

Fazit:
Nicht nur für einen Liebesfilm in alpiner Atmosphäre oder für ein dramatisches Jägeridyll bietet das Hotel mit seinem Bergpanorama eine hervorragende Kulisse, sondern auch beste Voraussetzungen für einen Traum-Spa-Urlaub. Das Spa zählte bisher zu den größten, besten und luxuriösesten in der österreichischen Wellnesswelt und darüber hinaus. Von seinem Glanz hat es bis heute nichts verloren.

 

Eine Übersicht über das gesamte Spa-Ranking von der Ausgabe 11/2009 bis 10/2011 liefert das folgende Pdf

 
 

 

 

  Pdf Spa-Ranking

 

 

 

 

Foto: © Dr. Hoppe/PIXELIO

Redaktion FIRST CLASS

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