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Wie sich das Reiseverhalten im Winter 2021/2022 entwickelt, zeigt die Buchungsanalyse des Kurzreiseportals kurz-mal-weg.de.

Prognosen zum Reiseverhalten

Datum: 21.09.2021Quelle: kurz-mal-weg.de | Ort: Frankfurt

Im Mai 2021 stellte das Kurzreiseportal kurz-mal-weg.de (KMW) erstmalig seine Buchungsanalyse vor und wagte so einen Ausblick auf den Sommer diesen Jahres. Mit Ende der Hauptferienzeit bietet sich ein Rückblick auf die Prognosen und eine Vorausschau auf das Reiseverhalten im Winter 2021/2022 an.

Thesen wie „Auch Stadthotels profitieren im Sommer 2021 vom boomenden Inlandstourismus“, „Der Buchungsvorlauf ist stark abhängig vom Zeitpunkt der Buchung“, „Es gibt einen Trend von Kurzreisen hin zu längeren Aufenthalten“, „Die Menschen geben in 2021 noch mehr Geld für das Reisen aus“ oder „Die Urlauber besinnen sich auf einfache Dinge“ stellte das Unternehmen in seiner Buchungsanalsyse 2021 auf. Im zweiten Teil der Analyse wirft das Touristikunternehmen einen Blick auf diese Behauptungen und gibt einen Ausblick auf das Winterreiseinteresse 2021/ 2022.

Besonderer Profit für Stadthotels

Für Städtehotels sagte das Unternehmen auf Basis seiner Buchungsdaten eine überraschend positive Entwicklung voraus. Waren es zu Beginn des Sommers 2021 – getrieben durch klassische Jahresurlaubsbuchungen für das In- und nahegelegene Ausland – vor allem die Ferienhotels in klassischen Urlaubsdestinationen, dürfen sich aktuell auch Stadthotels über eine Vielzahl an Buchungen freuen. So kletterte der Buchungsanteil von Unterkünften in Klein- und Großstädten am Gesamtumsatz des Arrangement-Anbieters von 21 Prozent im Mai auf 44 Prozent im August. Im Vergleichszeitraum 2019 lag der Anteil an Buchungen noch bei 37 Prozent.

Für den Winter 2021/2022 geht das Unternehmen weiterhin von einem hohen Anteil an Städtereisebuchungen aus. „Wir erkennen einen starken Trend hin zu Städtereisen. Die Menschen haben einen starken Nachholbedarf nach Kurzurlauben mit einem breiten Kultur- und Sightseeing-Charakter“, erklärt Stephan Kloss, Geschäftsführer von kurz-mal-weg.de. Für Hotels in dieser Kategorie ergibt sich somit die Chance, von der nach wie vor starken Inlandsnachfrage zu profitieren und einen Teil des noch immer ausfallenden Corporate- und MICE-Business zu kompensieren.

Chancen für gute Belegung im Sommer 2022

In Hinblick auf die Vorausbuchungszeiten sagte das Unternehmen für den aktuellen Sommer ein uneinheitliches, in Abhängigkeit zum Infektionsgeschehen stehendes Bild voraus. Während des letzten Winters und Frühjahrs freuten Hotels sich über gut planbare Langfristbuchungen, zuletzt überwogen aber Kurzfristbuchungen. So entschieden sich im Winter 2020/2021 noch rund 90 Prozent der Kunden, ihren Urlaub mit 90 Tagen oder mehr Buchungsvorlauf zu buchen, im Mai waren es noch 45 Prozent und in den letzten Monaten nur noch rund acht Prozent. Die mit steigenden Inzidenzen verbundene Planungsunsicherheit führt aktuell vermehrt zu spontanen Buchungsentscheidungen, was für Hotels aber wiederum die Möglichkeit bietet, Kurzfristgeschäft zu generieren. Das Unternehmen geht für den Winter 2021/2022 allerdings auch von einer erneuten Zunahme an Langfristbuchungen aus.

„Der Sommerurlaub wird traditionell langfristig gebucht, aufgrund des deutschlandweiten Tourismusbooms hat sich dieses Kundenverhalten während der bisherigen Pandemiezeit sogar noch verstärkt. Entsprechend gehen wir auch von einer erneuten Zunahme der Langfristbuchungen ab November aus. Anders als im letzten Winter rechnen wir allerdings damit, dass die Reisebeschränkungen auch für Ziele außerhalb Europas im kommenden Sommer abnehmen werden. Nach zwei Jahren Sommerurlaub in der Heimat, mit zuletzt durchwachsenem Wetter, wird die Nachfrage für den Inlandsurlaub im kommenden Jahr abnehmen. Die Fernreise wird dabei aber mit etwas kürzerem Vorlauf als in der Vor-Coronazeit gebucht werden“, prognostiziert Stephan Kloss.

Laut dem Unternehmen ergibt sich dementsprechend in den kommenden Monaten für Hoteliers die Chance, unentschlossene und unsichere Urlaubswillige von einem erneuten Urlaub im eigenen Land zu überzeugen. Hotels sollten dies beim Yielding berücksichtigen und die Kaufentscheidung des Kunden durch flexible Stornierungsbedingungen unterstützen.

Längere Aufenthalte gefragt

Nach einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 2,2 Nächten im Jahr 2019 steigerte sich die Übernachtungsanzahl, für getätigte Buchungen über den Onlineanbieter KMW, kontinuierlich auf drei Nächte im Mai 2021. Gründe dafür sieht der Anbieter im Trend zum Inlandsurlaub, aber auch in technischen Neuerungen im Buchungsprozess sowie in einer Produktportfolio-Neuausrichtung, bei welcher den Kunden in Abstimmung mit den Hotelpartnern vermehrt längere Aufenthalte angeboten wurden. Für Juni und Juli blieb die durchschnittliche Aufenthaltsdauer mit 2,9 Nächten sehr hoch, zuletzt nahmen diese mit 2,7 leicht ab.

Den Hauptgrund dafür sieht das Unternehmen in ausgebuchten Hotels in klassischen Feriendestinationen, die oft längere Aufenthalte verzeichnen dürfen als Stadthotels. Mit dem Ende der Ferienzeit geht das Onlinereiseportal von einem weiteren Rückgang der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer aus, da in der kälteren Jahreszeit nun wieder vermehrt Wochenendaufenthalte und andere Kurzurlaube gebucht werden. Grundsätzlich sieht KMW aber einen stabilen Trend zu längeren Aufenthalten im eigenen Land.

Spendierfreudigkeit und Trends beim Reiseverhalten

Buchten Kunden in 2019 noch Reisen mit einem Wert von durchschnittlich 307 Euro, lag dieser im Sommer 2021 bei rund 500 Euro. Bedingt durch das Ende der Sommerurlaubssaison und der damit verbundenen vermehrten Zunahme an Kurzreisebuchungen, sinkt der durchschnittliche Buchungswarenkorb aktuell wieder, der RevPAR bleibt aber mit rund 155 Euro stabil – das sind rund 20 Prozent über 2019.

Im Laufe der Pandemie rückten neben Wellness, Thermenbesuchen oder Freizeitparks zunehmend Outdoor-Themen wie Wandern, Radfahren oder beispielsweise eigenständige Städte-Entdeckungstouren in den Fokus der Kundennachfrage. Das Unternehmen glaubt, dass sich diese Entwicklung fortsetzt, sieht aber auch einen Gegentrend. Stephan Kloss: „Wir sehen einen großen Nachholbedarf nach Reisen, bei denen Thermenbesuche, Freizeitparks, Zoobesuche oder Events im Vordergrund stehen. Die Menschen mussten insbesondere bei diesen Themen lange Zeit Einschränkungen hinnehmen und möchten diese jetzt in ihren nächsten Kurzurlaub integrieren.“

Beim Fazit für die zukünftige Auslastung deutschlandweiter Hotelbetriebe bleibt Stephan Kloss optimistisch: „Vieles steht und fällt sicherlich mit der pandemischen Entwicklung. Aktuell sehen wir aber wenig Anzeichen für einen erneuten Lockdown, dafür aber eine robuste Nachfrage und eine nach wie vor große Reiselust. Das Interesse nach Inlandsurlaub wird unserer Meinung nach im Sommer 2022 abnehmen, weshalb es jetzt umso wichtiger ist, frühzeitig Belegung zu schaffen und somit nicht kurzfristig in Preiskämpfe zu geraten.”

Wie das Reiseverhalten der Bundesbürger im vergangenen Corona-Jahr aussah, lesen Sie in unserem Beitrag So reisten die Deutschen im Corona-Jahr 2020.

Redaktion GastroInfoPortal

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