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Rezeption Hotel

Preisminderung bei Corona-Einschränkungen

Datum: 19.04.2021Quelle: Dehoga Bayern | Photo by Rhema Kallianpur on Unsplash | Ort: München, Berlin
Die Problematik von Preisminderung bei Corona-Einschränkungen im Hotel erhält aufgrund eines aktuellen Urteils des Amtsgerichts Düsseldorf (Az.: 37 C 414/20) neue Bedeutung. Das Gericht entschied, dass Corona-Einschränkungen im Hotel bei einer Pauschalreise eine Preisminderung rechtfertigt. Dass die Schließung oder eingeschränkte Nutzung eines Fitnessraums oder eines Schwimmbades eine Minderung des Reisepreises rechtfertigt, ist aufgrund der jahrzehntelangen Rechtsprechung im Pauschalreiserecht an sich keine erwähnenswerte Erkenntnis.

Laut dem Dehoga Bayern, ist immer eine Differenzierung zwischen Pauschalreiserecht und Beherbergungsrecht (Individualreiserecht) vorzunehmen. Die allermeisten Buchungen in der bayerischen Hotellerie sind dem Individualreiserecht zuzuordnen. Anlass für weitreichendere Sorgen gibt, laut Verband, aber die nachfolgende Begründung, die auch auf das Individualreiserecht übertragen werden könnte. Das Gericht führt dazu aus, dass sich eine Beeinträchtigung ohne weiteres selbst ohne Beschränkungen des Hotelbetriebs allein aus dem Abstandsgeboten und Hygienemaßnahmen ergibt.Auch wenn das Urteil explizit auf die Urlaubssituation von Pauschalreisen abstellt und die Reise bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie gebucht wurde, könnte das Urteil bei einem erhofften baldigen Restart der Hotels und damit der Lockerungen von Corona-Maßnahmen Probleme bereiten.

Der Dehoga rät seinen Mitgliedern:

Bitte überprüfen Sie daher Ihre Hotelangebote und Buchungskanäle. Weisen Sie ihre Gäste vorsorglich vor Vertragsabschluss auf mögliche und nicht vorhersehbare Einschränkungen wegen behördlich angeordneter Corona-Maßnahmen bei der Buchungsanfrage hin.Wenn vor Anreise des Gastes feststeht, dass eine vereinbarte Leistung des Hotels (zum Beispiel Sauna, Innen- und Außenpool, Whirlpool, Fitnessraum) vom Hotelier nicht erbracht werden kann, muss diese Einschränkung dem Gast vor Anreise mitgeteilt werden. Der Gast kann dann entscheiden, ob er kostenfrei zurücktritt, umbucht oder mit einer angemessenen Minderung des Übernachtungspreises oder mit einem Gutschein einverstanden ist. Dies gilt insbeondere zum Beispiel im Rahmen eines SPA bzw. Wellnes-Packages.

In Fällen, in denen lediglich eine unerhebliche Abweichung der ursprüngich gebuchten Leistung vorliegt, wenn zum Beispiel statt einem Frühstücksbuffet das Frühtstück am Tisch serviert wird, kann der Gast nicht kostenfrei stornieren.

Florian Harbeck

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