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Negative Bewertungen wegen Maskenpflicht

Datum: 01.07.2020Quelle: advocado GmbH | Foto: Colourbox.de | Ort: Greifswald

Restaurants, Hotels und Fitnessstudios dürfen unter Einhaltung der Hygieneregeln wieder öffnen. Das stellt viele Unternehmer vor ungeahnte Probleme: Schlechte Online-Bewertungen aufgrund der Maskenpflicht, Abstandsregelungen oder eines eingeschränkten Betriebs – also Faktoren, die der Unternehmer nicht beeinflussen kann – nehmen zu. Derartige 1-Sterne-Bewertungen bei Google und anderen Plattformen sind i. d. R. löschbar.

Während der Coronakrise pausierte Google die Freischaltung von Online-Rezensionen. Somit waren auch Kommentierung und Löschungen nur eingeschränkt möglich. Nun sind diese Funktionen wieder freigeschaltet. Da negative Bewertungen zu einem schlechten Ruf führen und auch die Auffindbarkeit der Website im Internet verschlechtern, sollten Unternehmer Rezensionen immer ernst nehmen. Zahlreiche Studien bestätigen zudem, wie wichtig Kundenrezensionen für eine Kaufentscheidung sind. Gerade in diesen wirtschaftlich unsicheren Zeiten sind sie also bares Geld wert. Negative Bewertungen hingegen, ob wahr oder gelogen, beeinträchtigen das Geschäft. Laut der Online-Rechtsdienstleistungsplattform advocado können 9 von 10 unberechtigten Bewertungen gelöscht werden.

Der Löschantrag

Für die Löschung gelten strenge Vorgaben. Löschbar sind nur unwahre, beleidigende oder strafrechtlich relevante Behauptungen. Zu jeder Bewertung muss der Empfänger eine Stellungnahme verfassen, erklären, gegen welche Grundsätze die jeweilige Rezension verstößt und aus welchen Gründen sie entfernt werden sollte. Daraufhin wird der Löschantrag an Google gesendet. Dort wird er geprüft und an den Rezensenten weitergeleitet. Nun hat dieser wiederum eine Woche Zeit, zu seiner Rezension Stellung zu nehmen. Tut er das nicht, verschwindet die Bewertung mit hoher Wahrscheinlichkeit nach 1 bis 2 Tagen. advocado zufolge ist das in ca. 75 Prozent der Fälle so. Widerspricht der Rezensent dem Löschantrag und kann er darlegen, dass seine Bewertung rechtens ist, bleibt sie vorerst bestehen. Doch auch in diesen Fällen ist noch nicht alles verloren. Als letzter Schritt im Kampf gegen ungerechte Bewertungen kommt nur noch eine Klage gegen Google bzw. den jeweiligen Anbieter in Betracht. Spätestens hier ist es jedoch ratsam, einen Anwalt hinzuzuziehen.

Was können Unternehmer tun?

Unternehmer, die eine falsche negative Bewertung erhalten haben, sollten nicht verzagen. Sie haben zwei Optionen: Entweder selbst versuchen, eine Löschung zu erwirken, oder einen Anwalt beauftragen. Häufig fallen Bewertungen jedoch auch unter die Meinungsfreiheit und müssen akzeptiert werden. „Es geht schließlich nicht darum, negative Erfahrungen mit dem Dienstleister, Arzt oder Arbeitgeber unter den Tisch zu kehren”, erläutert Maximilian Block, Gründer von advocado. „Über unsere Website erhalten wir viele, zum Teil verzweifelte Anfragen. Die Bewerteten werden zu Unrecht kritisiert, weil Sie Corona-Auflagen befolgen oder durch Fake-Rezensionen unfair behandelt. Sie wissen aber nicht, wie sie sich wehren können”, führt er weiter aus. In einem kostenlosen Selbsttest im advocado-Ratgeber können Unternehmer vorab in unter einer Minute prüfen, ob seine Rezension grundsätzlich löschbar ist. Die Kosten für eine Löschung über advocado liegen in der Regel bei ca. 150 Euro pro Bewertung. Viele Rechtsschutzversicherungen übernehmen die Kosten.

Martina Kalus / Gastroinfoportal

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