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Internorga

Internorga öffnet ihre Tore

Datum: 14.03.2019Quelle: Hamburg Messe und Congress / Michael Zapf | Ort: Hamburg

Smarte Küchengeräte, digitale Services, nachhaltige Produktions- und Lieferketten, ungebrochener Snacking-Boom, spannende (Nachwuchs-)Wettbewerbe und innovative Food- und Gastro-Konzepte: Von Freitag, 15. bis Dienstag, 19. März 2019, können Fachbesucher auf dem ausgebuchten Gelände der Hamburg Messe und Congress live erleben, was es braucht, um im Außer-Haus-Markt erfolgreich zu sein. „Dranbleiben“ lautet daher das Motto der 93. Internorga. Zwei Tage vor Start luden Messechef Bernd Aufderheide und die Branchenexperten Jochen Pinsker und Jean-Georges Ploner zu einem Pressegespräch in Hamburg. Neben den Messe-Highlights wurde erörtert, wie sich Berufstätige heute während ihres Arbeitstages verpflegen und welche Auswirkungen ihr Konsumverhalten auf die Gastronomie hat. Gefordert ist dabei insbesondere die Gemeinschaftsgastronomie.

Erfolgsrezept

Auf der Leitmesse können Marktteilnehmer in direkten Austausch mit Kollegen und Branchenexperten gehen. Rund die Hälfte der deutschen Bundesbürger ist berufstätig. Diese Zielgruppe rückt zunehmend in den Fokus von Gastronomen und ihren Geschäftsmodellen. Dabei sind die Bedürfnisse der Erwerbstätigen individuell verschieden, das Angebot im Markt entsprechend groß. Egal, ob der schnelle Snack beim Bäcker, das günstige Mittagsmenü im Restaurant oder im Betriebsrestaurant – ihren Hunger stillen können die Menschen heute wann, mit wem und wo sie wollen. Wer im Markt herausstechen und am Puls der Zeit bleiben will, muss die Bedürfnisse seiner Zielgruppe daher genau kennen und bedienen.

„Es ist spannend zu erleben, welche große Rolle die kulinarische Verpflegung von Berufstätigen für die Gastronomie heute spielt und welche Chancen und Risiken sich daraus für sie ergeben. Auf der Internorga bieten wir die richtigen Zutaten und das passende Zubehör für ein zukunftsfähiges Business im dynamischen Außer-Haus-Markt“, sagt Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress.

Premiere auf der Internorga

Flankiert wird die Messe von Fachkongressen, (Nachwuchs-)Wettbewerben wie dem Next Chef Award (16.-18. März 2019, Eingang Süd OG), dem Deutschen Gastro-Gründerpreis (15. März 2019, 15.00 Uhr, Eingang Mitte, Saal Chicago) oder dem Deutschen Vorentscheid der Pizza-Weltmeisterschaft (18. März 2019, 10.00-18.00 Uhr, Halle A2). Weitere Highlights auf dem Messegelände bilden die beliebte Newcomers Area, Craft Beer Arena und Craft Spirits Lounge in Halle B4 OG. Premiere feiert die italienische Fachmesse Bellavita Expo. Die Fachmesse für italienische Food & Beverage-Produkte außerhalb Italiens präsentiert landestypische Spezialitäten in einem eigenen Bereich im Eingang Süd OG. Um angesagte Food- und Gastronomiekonzepte aus aller Welt geht es in den Vorträgen der Trendforscherin Karin Tischer im Pink Cube, der im Übergang zwischen B1 und B2 EG zu finden ist.

Teil des Employer Brandings

Die Zahlen sprechen für sich: 80,6 Milliarden Euro gaben die Verbraucher in Deutschland 2018 für gastronomische Leistungen aus – ein Anstieg von drei Prozent zum Vorjahr. So lautet das Ergebnis des aktuellen CREST Verbraucherpanels vom Marktforschungsinstitut npdgroup deutschland GmbH. Das größte Wachstum kommt dabei aus der Frühstückszeit: Über 3,5 Milliarden Euro gaben die Deutschen für die erste Mahlzeit des Tages außer Haus auf dem Weg zur oder bei der Arbeit aus. Im Vergleich zu 2010 hat sich dieses Geschäft annähernd verdoppelt. Dazu Jochen Pinsker, Senior Vice President Foodservice Europe, npdgroup deutschland: „Klare Gewinner des ungebrochenen Snacking-Trends sind Bäckereien, gefolgt vom Lebensmitteleinzelhandel sowie Lieferdienste.“ Zwar konnte die klassische Betriebsgastronomie auch 2018 mit 2,6 Prozent weiter wachsen. Mit knapp 7 Milliarden Euro Gäste-Erlösen inklusive Mensen stünde sie immer noch mit großem Abstand für die höchsten Verbraucherausgaben, aber die Anzahl der Alternativen für Berufstätige steige. Die Bedeutung der Betriebsrestaurants dürfe von Arbeitgebern daher nicht unterschätzt werden. Von der reinen Versorgungsfunktion könne hier ein zeitgemäßes Auftreten auch Teil des Employer Branding sein.

Klasse statt Masse

Wenn die Mitarbeiter aufgrund der großen Auswahl in der Umgebung ihrer Unternehmen den Betriebsrestaurants zunehmend fernbleiben – worauf kommt es für die (Gemeinschafts-)gastronomie an, um diese Zielgruppe für sich zu gewinnen? Für Branchenexperte Jean-Georges Ploner steht fest: „Satt werden ist schon lange nicht mehr das einzige Bedürfnis der Konsumenten. Es geht ihnen um Selbstoptimierung, Well Being, Individualisierung, Kommunikation und zu guter Letzt auch immer mehr um Genuss und Inspiration. Darauf muss die Branche eine Antwort haben“, so der Head of Global F&B Heroes und Präsident Leaders Club International.

Klare Vorteile von Restaurants gegenüber Betriebsrestaurants, mit ihren großen Mengen bei limitierter Speisenauswahl, ist deren Spezialisierung und kleine Portionierungen. Großes Potenzial für Akteure in der Gemeinschaftsverpflegung sieht der Experte daher in der Individualisierung von Gerichten und der Berücksichtigung des Socialising-Aspekts von Mittagspausen bei der Konzeptionierung. „Es gibt nur noch Anlässe, die ein bestimmes Bedürfnis und Verhalten erzeugen. Auf diese Unvorhersehbarkeit des Gästeverhaltens müssen wir in Zukunft eingehen.“ Erfolgreiche Betriebsrestaurant würden deshalb mehr und mehr zu klassischen Restaurants.

Martina Kalus / Gastroinfoportal

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