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BOGK Ernteeinbrüche Dürre

Ernteeinbrüche durch Klimawandel

Datum: 28.07.2021Quelle: BOGK e.V. | Bild: Mike Erskine on Unsplash | Ort: Bonn

Nach zwei schlechten Erntejahren ist die aktuelle Erntesituation auch in diesem Jahr dramatisch. „An so eine extreme Situation kann ich mich nicht erinnern“, sagt Werner Koch, Geschäftsführer des Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie e. V. (BOGK). Von den Ernteeinbrüchen sind reihenweise Obstsorten betroffen, in erster Linie allerdings Himbeeren und auch Pfifferlinge.

Allein in Chile und Mexiko sind die Himbeerernten um 50 Prozent eingebrochen. Dies bei seit Jahren gleichzeitig steigender Nachfrage. Diese hat sich in den letzten fünf bis acht Jahren nahezu verdoppelt, während der Anbau stetig zurückgefahren worden ist. Durch die sehr geringen Ernten hat sich bereits im April die Nachfrage aus den USA nach Europa verlagert und es wurden in diese Richtung noch bestehende Lagerbestände mit steigenden Preisen ausverkauft.

Kaum Ware für verarbeitende Industrie

Der dadurch herbeigesehnte Start der Ernten in Spanien und Marokko brachte schließlich eine weitere Enttäuschung. „Die Mengen haben allenfalls für den Frischebereich ausgereicht. Für die verarbeitende Industrie ist nicht viel geblieben“, meint Werner Koch. Durch einen sehr kalten Frühling mit späten Frösten und sogar Schneefall hat sich auch die Himbeerernte in Bosnien, Serbien und dem Kosovo zunächst um zwei bis drei Wochen verspätet. Durch die verspätete Blüte und Reife ist auf dem Balkan mit bis zu 30 Prozent weniger Erträgen zu rechnen. Gleichzeitig haben sich die Einkaufspreise nahezu verdoppelt.

Selbst in den europäischen Staaten, wo die Ernte erst jetzt startet, zeichnet sich aufgrund der Blütenstände eine deutlich geringere Ernte ab. Dies gilt insbesondere in Bulgarien, Polen und der Ukraine. Gerade in den osteuropäischen Staaten stellen fehlende Erntehelfer zudem ein weiteres gravierendes Problem dar.

Auch bei Pfifferlingen gibt es in diesem Sommer eine knappe Versorgungslage. In den Ursprungsländern Russland, Weißrussland, Litauen und der Ukraine herrscht seit Wochen eine anhaltende Dürre. Trotz ganz vereinzelnder Niederschläge generiert sich kein wirkliches Pilzwachstum. Es ist kaum mehr Rohware erhältlich. Die vorhandenen Ernteerträge reichen aktuell nicht, um dem Bedarf auf dem Frischmarkt nachzukommen, auch nicht für die weiterverarbeitende Industrie. Vorkonservierte Rohwaren in Salzlake oder tiefgefroren konnten in den Ursprungsregionen ebenfalls noch nicht hergestellt werden. „Für die verfügbaren Kleinstmengen auf dem Frischmarkt steigen die Preise kontinuierlich und haben sich seit Juni bereits verdoppelt. Normal wäre ein genau entgegengesetzter Verlauf“, so Werner Koch.

Klimawandel belastet Ernten

Seit Jahren ist absehbar, dass die Sommer trockener werden und die Ernten somit geringer ausfallen. Das aktuelle Jahr stuft der BOGK somit als vorläufigen Höhepunkt einer längerfristigen Entwicklung ein. Es verbleiben zwar noch gut zwei Erntemonate, aber die Voraussetzungen sind denkbar schlecht und es ist zu befürchten, dass das Pilzmyzel bereits ausgetrocknet ist. Dann müsste man für die verarbeitende Industrie von einem Totalausfall sprechen. Rohwarenbestände aus der letztjährigen Ernte sind nahezu überall weitestgehend aufgebraucht.

Redaktion GastroInfoPortal

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