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Frank Simmeth FCSI

„Die Branche braucht ein Erdbeben“

Datum: 18.02.2021Quelle: FCSI Deutschland-Österreich | Bild: Simmeth Training | Ort: Bonn

Woher bekommen Hoteliers und Gastronomen ausreichend Mitarbeiter, um den erwarteten „Run“ nach dem Ende des Lockdowns zu bewältigen? Und wie motivieren sie ihre verbliebenen Teams nach monatelanger Untätigkeit? Mental-Coach Frank Simmeth, Professionelles Mitglied des FCSI Deutschland-Österreich, stellte beim wöchentlichen Online-Treffen Strategien vor, wie Unternehmen der Branche das Re-Onboarding nach dem Lockdown angehen sollten. Sein wichtigster Tipp: Führungskräfte müssen ihren Mitarbeitern mit Transparenz und Klarheit Sicherheit vermitteln, um die negativen Folgen der Zwangspause zu kompensieren und die mentale Stärke ihrer Teams wiederherzustellen.

Die Freitagsgespräche des FCSI Deutschland-Österreich finden seit einiger Zeit regelmäßig als virtuelles Treffen der Mitglieder und interessierter Gäste statt. Diskutiert werden unterschiedliche Themen, die den Verband, seine Mitglieder und deren Kunden aus dem Außer-Haus-Markt während der Corona-Krise beschäftigen. In seinem Vortrag zu Herausforderungen und Strategien des Re-Onboardings sprach Mental-Coach Frank Simmeth eine der drängendsten Fragen an, mit denen sich die Branche derzeit auseinander setzen muss.

Freitagsgespräche: Gäste herzlich willkommen

Die Freitagsgespräche des FCSI Deutschland-Österreich finden weiterhin jeden Freitag um 9 Uhr im virtuellen Raum statt. Interessierte sind herzlich eingeladen, kostenlos daran teilzunehmen und können sich via e-Mail an marketingf@fcsi.de anmelden. FCSI-Präsident Frank Wagner freut sich auf Gäste: „Beziehungen zu pflegen und uns auszutauschen ist für uns alle wichtiger denn je. Wir möchten die Freitagsgespräche nutzen, um auch in diesen kontaktarmen Zeiten Impulse für die Branche zu setzen.“

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Psychische Gesundheit schützen

Simmeth führte aus, dass Führungskräfte in Hotellerie und Gastronomie in diesen Tagen besonders darin gefordert sind, die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu schützen. „Wer glaubt, die Leute kommen alle ausgeruht und voll motiviert zurück, der irrt. Viele sind regelrecht in einer Schockstarre, nicht wirklich handlungskompetent und im Motivationslevel ganz unten. Die Aufgabe lautet, die Menschen dort abzuholen und ihre mentale Stärke wiederherzustellen.“ Einer Studie zufolge gaben bereits nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 mehr als 60 Prozent der Mitarbeiter im Gastgewerbe an, unter psychischen Problemen und Angststörungen zu leiden.

„Da kommen Führungskräfte mit Küchenpsychologie nicht weiter“, sagt Simmeth. „Damit Menschen psychisch gesund bleiben können, brauchen sie ein gewisses Maß an Autonomie, Kompetenz und Beziehungen. Also das Gegenteil von Fremdbestimmung, Ohnmacht und Ausgrenzung. Sie müssen tun dürfen, was sie wirklich können. Unsere Branche hat viel zu lange Mitarbeiter in Stellenbeschreibungen hineingepresst. Jetzt geht es darum zu sehen, was jeder Mensch individuell gut kann und gerne tut und wo wir ihn oder sie mit ihren Stärken idealerweise im Unternehmen einsetzen.“ Andernfalls gebe es nach Corona den gleichen Fachkräftemangel wie bisher. „Die Leute wollen das so nicht mehr machen.“

Agile Arbeitssysteme für eine Welt voller Unsicherheiten

Simmeth propagiert agile Arbeitssysteme, um als Unternehmen in einer komplexen Welt voller Unsicherheiten und Volatilität zu überleben. „Wir haben keine Zeit, abzuwarten oder Däumchen zu drehen. Wir müssen jetzt in die Handlung kommen. Es stehen Existenzen auf dem Spiel.“ Corona sei nicht die erste Krise und werde nicht die letzte sein. „Vor uns liegt eine Zukunft, in der Veränderung und Disruption Normalzustand sein werden. Um damit zurecht zu kommen, braucht die Branche keine sanfte Revolution, sondern ein Erdbeben!“

Klaus Häck, FSCI-Vorstand und ebenfalls Führungskräfte-Coach, ergänzt und bestätigt Simmeths Ausführungen: „Wir arbeiten in einer Branche, die sehr menschenorientiert ist. Wenn wir auf unser Zuhause und engstes Umfeld reduziert werden und dauerhaft auf unsere gewohnten Kontakte verzichten müssen, hinterlässt das Spuren und verändert uns. “

FCSI Deutschland-Österreich

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