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Investment

Marke geknackt: Deutscher Hotelinvestmentmarkt bleibt stabil

Datum: 11.01.2019Quelle: Colliers International | Ort: Deutschland

Der deutsche Hotelinvestmentmarkt konnte nach Angaben von Colliers International im vergangenen Jahr knapp über 4,0 Milliarden € umsetzen und hat damit zum vierten Mal in Folge die 4-Milliarden-Marke überschritten. Damit wurde das erfolgreiche Vorjahresergebnis von 4,2 Milliarden Euro fast erreicht. Während der fünfjährige Durchschnitt um sieben Prozent überboten werden konnte, blieb der Marktanteil der Assetklasse Hotel am gesamten Investmentmarkt stabil bei ebenfalls knapp sieben Prozent.
Andreas Erben, Geschäftsführer bei Colliers International Hotel: „Die Dominanz von Einzelverkäufen hat sich im vergangenen Jahr noch einmal verstärkt. Hier spiegelt sich der Produktmangel vor allem in den Top 7 deutlich wider. Portfolien wurden in der ersten Jahreshälfte kaum gehandelt. Der Portfolioanteil am Transaktionsvolumen sank folglich von 31 % im Vorjahr auf 16 % ab, dies bedeutet fast eine Halbierung auf gut 650 Millionen €. Die Einzelverkäufe summierten sich im Gegenzug auf fast 3,4 Milliarden €. Daher war der größte Deal des vergangenen Jahres mit dem Hilton-Hotel am Berliner Gendarmenmarkt auch ein Einzelverkauf; das Hotel hat sich ein israelischer Vermögensverwalter für knapp 300 Millionen € gesichert.“

Nationale Investoren prägen den Markt

Der Trend zu einem verstärkten Engagement nationaler Käufer, der sich bereits im Vorjahr abzeichnete, setze sich im vergangenen Jahr fort. Ihr Anteil kletterte von 54 auf 57 %. In absoluten Werten entspricht dies einem Transaktionsvolumen von 2,3 Milliarden €. Internationale Investoren hingegen übten sich in Zurückhaltung, ihr Anteil ging leicht von 46 auf 43 % zurück.
Auf Verkäuferseite ist dieser Trend im vergangenen Jahr noch ausgeprägter zu beobachten gewesen. Mit einem Transaktionsvolumen von fast 2,9 Milliarden € stieg ihr Anteil auf 71 % an. Im Gegenzug sank der Anteil internationaler Verkäufer auf 29 % ab. Vor allem im letzten Quartal des Jahres erwiesen sich deutsche Verkäufer als sehr aktiv.

4-Sterne-Hotels erneut am stärksten nachgefragt

Hotels im 4-Sterne-Segment konnten wiederholt die Spitzenposition belegen, wobei ihr Anteil von 46 % unter dem Vorjahreswert von 52 % liegt. In absoluten Zahlen betrug das Transaktionsvolumen knapp 1,9 Milliarden €. Gleiches gilt für 3-Sterne-Anlagen, die sich mit 22 % und fast 900 Millionen € die Silbermedaille holten. Deutlich stärker als im Vorjahr sind Luxusherbergen präsent: Der Marktanteil im 5-Sterne-Bereich kletterte von 10 % im Vorjahr auf nun 17 %, das entspricht einem Transaktionsvolumen von über 650 Millionen €. Neben dem Hilton-Hotel zählten dazu auch das Kempinski Hotel in Berlin sowie das Frankfurter Intercontinental und das Innside Frankfurt im Eurotheum. In einer Seitwärtsbewegung befanden sich dieses Jahr neben den 1- und 2-Sterne-Häusern auch die Boarding Houses. Die Kategorien setzten 220 bzw. 240 Millionen € um und konnten damit die Vorjahresergebnisse wiederholen.

Ausblick: stabiles Niveau in 2019

„Obwohl der Produktmangel dazu führte, dass der Rekord aus 2016 nicht eingestellt werden konnte, bewegte sich der deutsche Hotelinvestmentmarkt im Jahr 2018 dennoch auf dem sehr guten Vorjahresniveau. Einzelobjekte und Portfolien bleiben dabei gleichermaßen attraktiv, Investoren bevorzugen zudem weiterhin Bestands- und im Bau befindliche Objekte. Projektentwicklungen mit langen Vorlaufzeiten sind hingegen zunehmend schwieriger am Markt zu platzieren“, ergänzt Detlef Kaiser, Prokurist und Leiter des Investmentgeschäftes von Colliers International Hotel.
„Auch wenn sich die Renditekompression in den Top 7 deutlich verlangsamt hat, wird der Trend zu B- und C-Standorten auch in diesem Jahr weiterhin anhalten“, sagt er und prognostiziert abschließend: „Für 2019 wird dank der robusten Marktlage und der soliden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein Ergebnis auf Vorjahresniveau erwartet. So möchte allein Commerz Real in Kooperation mit der Steigenberger-Dachmarke Deutsche Hospitality 250 Millionen Euro investieren.“

Benjamin Lemm / Gastroinfoportal

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