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Der große Schwindel

Datum: 08.11.2016Quelle: Werner Medien GmbH; Foto: Colourbox.de Ort: Wien (A)

Immer mehr Hotels werben mit überzogenen Größenangaben zu ihren Wellnessbereichen, das haben Tester des Wellnesshotelführers Relax Guide erhoben. In etwa 60 Fällen fanden sie eklatante „Übertreibungen“ – und Wellnessbereiche, die bis zu 80 % kleiner waren als im Prospekt versprochen. „Für den Gast hat das massive Auswirkungen“, kritisierte der Herausgeber Christian Werner. „Manche Häuser überbieten sich geradezu gegenseitig mit phantastischen Werbeversprechen“, beschrieb Werner.

Wellnessbereiche von 4.000 m² und mehr würden da nicht selten genannt werden. „Der Gast geht natürlich davon aus, dass damit die Fläche mit Pools, Sauna- und Ruhezonen gemeint ist. Das ist jedoch fast nie der Fall“, bemängelte der Guide-Herausgeber. Teilweise stießen die Tester trotz vollmundiger Behauptungen sogar auf „unwürdig enge Raumverhältnisse“.

Die Wellnesshotels gehen ihre Produktversprechen mit mehr oder weniger großem Mut zur Überhöhung an: Im einfachsten Fall rechne das Haus schlichtweg alles dazu, was irgendwie mit Spa zu tun haben könnte. „Sogar Stiegenhäuser, Aufzugsschächte, Versorgungs- und Technikräume“, wunderte sich Werner. Andere Häuser addieren wiederum kurzerhand die Fläche der Tennishalle dazu, während besonders dreiste Unternehmen gar nicht Vorhandenes „berechnen“. Oder Außenflächen, also beispielsweise Park, Sonnendecks und Liegewiese, addieren. Werner: „Einrichtungen also, die man als Gast zumindest während der kalten Jahreszeit gar nicht nutzen kann – und selbst im Sommer nur bedingt!“

Absolut üblich sei auch die Einbeziehung von Bereichen, die nur gegen Aufpreis zugänglich sind (Arztpraxis, Massageräume, Beautykabinen etc.). „Doch was bieten 1.200 m² mit Warteraum und 35 Massagekabinen? Man nutzt doch höchstens eine – und das nur im Fall einer Anwendung gegen Aufpreis!“, ärgerte sich der Wellnessexperte. Ähnliches gelte für die oft sehr großen Privat-Spa-Zonen: Diese sind ebenfalls ohne Gebühr gar nicht zugänglich und werden von den meisten Gästen auch nicht gebucht.

Werner: „Leider wird bei der Mehrzahl der Hotels mehr oder weniger gemogelt.“ Positive Ausnahmen seien selten, darunter etwa das Achterdiek Romantikhotel auf Juist. „Jedenfalls fanden wir haarsträubende Abweichungen zwischen werblichen Versprechen und Realität“, resümiert Werner. Auf etwa 60 der größten „Übertreibungen“ habe man in den Kritiken der neuen Ausgaben des Relax Guide (2017 Österreich, 2017 Deutschland) hingewiesen.

www.relax-guide.com

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