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Kempf

Umweltsünde Flugreisen

Datum: 29.10.2020Quelle: IST-Hochschule für Management | Fotos: William Hook on Unsplash, IST-Hochschule | Ort: Düsseldorf

Beim kostenfreien Webinar der IST-Hochschule zum Thema Nachhaltigkeit in der Reisebranche am 27. Oktober machte sich Prof. Dr. Felix Kempf, Studiengangsleiter für Tourismus-Management, für eine nachhaltigere Tourismusbranche stark und wendete sich mit mahnenden Worten an die Teilnehmer, die sich aus verschiedenen Teilen Deutschlands und sogar der Welt zugeschaltet hatten. So übte er gleich zu Beginn starke Kritik an Reiseveranstalter TUI, dessen Außendarstellung seiner Bemühungen um eine nachhaltige Tourismuswirtschaft bestenfalls als Greenwashing zu bezeichnen sei. Anschließend machte Prof. Dr. Kempf vor allem eines deutlich: „Die Ökologie ist die Basis für alles andere; ohne eine starke Nachhaltigkeit geht die Welt den Bach runter.“

Flüge als Umweltsünde

Prof Dr Felix Kempf_IST
Prof. Dr. Felix Kempf

Als größtes Problem der Tourismusbranche machte Felix Kempf vor allem den umweltschädlichen Flugverkehr aus und zog folgenden Vergleich: Ein deutscher Bürger verbraucht im Durchschnitt zwischen neun und elf Tonnen CO2 pro Jahr. Der weltweite Durchschnitt liegt bei etwa fünf Tonnen pro Person. Um die Klimaziele von Paris zu erreichen müsste dieser Wert auf einen Verbrauchswert von 2,5 Tonnen pro Kopf und Jahr gesenkt werden – ab 2050 dürfe er gar nur noch bei einer Tonne liegen. 

Eine Flugreise nach Mallorca und zurück verursache allerdings alleine zwischen 500 und 700 Kilogramm CO2; Ein Interkontinentalflug, beispielsweise von Frankfurt nach New York schon um die vier Tonnen. Vor diesem Hintergrund seien Flüge in dieser Form in Zukunft nicht mehr tragbar, schon garnicht als Luxusgut. Auch die Kompensation des entstandenen Schadens durch Ausgleichszahlungen sei kritisch zu betrachten. Zwar seien diese immernoch besser, als garnicht zu handeln – die Vermeidung des CO2-Ausstoßes sei aber dessen Kompensation vorzuziehen. Ohnehin seien nur wenige Menschen dazu bereit, mehr Geld für ihre Flugreisen auszugeben. So würden bei der Lufthansa nur 1 und 2 Prozent aller Reisenden den CO2-Ausstoß per Ausgleichszahlung kompensieren. Bei anderen Fluggesellschaften seien es gar noch weniger. 

Bus & Bahn als Verkehrsmittel der Zukunft

Als Lösung für das Flug-Dilemma schlug Felix Kempf vor allem die Nutzung von Bus und Bahn vor und plädierte für den Ausbau des Bahnverkehrs, insbesondere im Nachtzug-Bereich. Tourismus müsse in Zukunft außerdem wieder regionaler werden und ein erhöhtes Bewusstsein für Nachhaltigkeit schaffen. Dabei nahm er sowohl touristische Anbieter als auch Konsumenten in die Pflicht: Die Tourismusbranche schaffe mit vermehrt nachhaltigen Angeboten zusätzliche Anreize beim Verbraucher, diese auch nachzufragen. Umgekehrt schüre eine erhöhte Nachfrage nach nachhaltigem Tourismus natürlich auch den Markt. 

Sein Hauptanliegen, das er im Laufe seines Vortrags wiederholt betonte, war der Aufruf nach Veränderung: „So, wie es aktuell in der Tourismusbranche läuft, darf und kann es nicht weitergehen.“

Redaktion Gastroinfoportal

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