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Die Gewinner im WeltverbEsserer-Wettbewerb 2022 stehen fest: Sie überzeugten in den Kategorien Restaurants, Gemeinschaftsverpflegung und Food-Produkte.

Die WeltverbEsserer 2022

Datum: 02.05.2022Quelle: Branding Cuisine | Ort: Berlin

Der WeltverbEsserer-Wettbewerb 2022 von Branding Cuisine hat seine Gewinner gekürt: Insgesamt zwölf Gastro- und Food-Konzepte gingen im vierten Jahr des Wettbewerbs ins Rennen in den Kategorien Restaurants, Gemeinschaftsverpflegung und Food-Produkte. Am 28. April 2022 stellten die Finalisten ihre Arbeit online in je zehn Minuten vor und zeigten, wie sie neue, nachhaltige Wege bestreiten.

WeltverbEsserer-Wettbewerb 2022: Finale brachte Entscheidung

Place to V (Restaurants), Eurest mit Powered by Plants (Gemeinschaftsverpflegung) und Better Cracker von Zero Bullshit (Food-Produkte) sind die Gewinner der diesjährigen Edition des Nachhaltigkeits-Awards.

Um dem sehr hohen Niveau aller Finalisten gerecht zu werden, hat die Jury die Entscheidung getroffen, außer den ersten Plätzen pro Kategorie keine Platzierungen zu vergeben, sondern die weiteren drei Finalisten für ihr besonderes Engagement auszuzeichnen.

Gewinner in der Kategorie Restaurants: Place to V

Bereits beim allerersten WeltverbEsserer-Wettbewerb – ausgeschrieben 2018 – hatte sich nunmehr Geschäftsführer Jonas Mog mit seiner Idee von einem veganen Hotel mit Gastronomie beworben. Da sich das Projekt noch in der Konzeptphase befand und der Wettbewerb Projekte bewertet und fördert, die bereits am Markt wirksam sind, fehlte der Jury damals die Grundlage für eine seriöse Beurteilung. „Heute erfüllt es uns mit Freude, zu sehen, wie ein solch anspruchsvolles Konzept Realität wird und die geplanten Ideen konsequent umsetzt“, kommentiert die Jury des WeltverbEsserer-Wettbewerbs. Das rein vegane Restaurant Place to V ist das Hotelrestaurant des größten veganen Hotels Deutschlands Ahead Burghotel in Lenzen/Elbe, zwischen Berlin und Hamburg, eröffnet im Sommer 2021.

„In größeren Städten ein veganes, nachhaltiges Konzept zu eröffnen, ist mittlerweile nicht unüblich. Was die Jury von Place to V überzeugt hat, ist, mit welcher Konsequenz und Feinfühligkeit die Macher nachhaltige Gastronomie auf dem Land realisieren. Im Gegensatz zu größeren Städten gibt es in ländlichen Gegenden noch sehr viele Berührungsängste mit veganem Essen, was Place to V mit Genuss minimieren möchte“, erklärt die Jury die Entscheidung für den ersten Platz.

Die Mitarbeiter des Restaurants hatte das Trio aus den beiden Geschäftsführern Jonas Mog und Kim Stellbrinck sowie Chefkoch Jonathan Gebhard vom Vorgängerrestaurant übernommen, geschult und von und mit der eigenen Begeisterung von nachhaltiger Ernährung überzeugt. Die Zutaten für die Speisen sind regional und zu einem überwiegenden Teil Bio, das Team achtet stark auf Saisonalität und stellt alles außer der Curryvurst, Cashew Käse, Joghurt und Pflanzendrinks selbst im Haus her.

Ziel von Place to V ist es, sowohl neue Menschen von klima- und tierfreundlichem Essen zu überzeugen, als auch für eine urbane Zielgruppe ein Urlaubsort zum Loslassen zu sein, ohne ständig nachfragen zu müssen und die Vegane-Extra-Vurst zu sein.

Die Auszeichnungen der weitere Finalisten

Begründung der Jury:

„Die FREA Bakery setzt im wortwörtlichen Sinne neue Maßstäbe, indem es in einer Kategorie, in der es viel Lebensmittelverschwendung gibt und pflanzenbasierte Angebote im Snackingbereich immer noch rar sind, mit Plantbased und Zero Waste ein echtes Statement setzt und zum nachhaltigen Leuchtturmprojekt für eine gesamte Kategorie wird. Für ihren ganzheitlich Ansatz der Müllvermeidung und der Nachhaltigkeit wird die FREA Bakery als nachhaltigste Bäckerei Deutschlands ausgezeichnet.“

Begründung der Jury:

„Die Bioland Gold-zertifizierte Hofküche Backensholz überzeugt mit ihrer Idee der Kreislaufwirtschaft und einer langfristig angestrebten Unabhängigkeit vom Handel. Farm-to-Table und somit essen, wo produziert wird, Nose-to-Tail, Resteverwertung, energetische Unabhängigkeit mittels Biogasanlage, ein Hof-Kindergarten, der unserer Entkopplung von der Natur entgegenwirkt, eine Wasserrecyclinganlage, der bewusste Wissenstransfer zwischen Gastronomie und Landwirtschaft, Tagesempfehlungen, Gemüse als Hauptakteur mit dem Fleisch als Beilage – die Hofküche Backensholz ist ein Vorzeigekonzept, wie Gastronomie und Landwirtschaft zum Wohl der Gäste und des Planeten zusammenwirken können.“

Begründung der Jury:

„2011 wurde Kopps als eines der ersten veganen Restaurants deutschlandweit eröffnet, als die vegane Lebensweise noch kein Trend war. In einem nicht endenden Prozess aus Lernen, Überdenken und Weitergeben wird seither das Restaurant seiner Vorreiterrolle gerecht. Ein strenges Nachhaltigkeitskonzept, das u. a. die Verwendung von regionalen und saisonalen Lebensmitteln von der Wurzel bis zum Blatt, das hauseigene Tafelwasser und ein ausgesuchtes, regionales Barangebot beinhaltet, wird mit einem hohen kulinarischem Niveau verbunden. Das Engagement von Kopps als Ausbildungsbetrieb, dieses Wissen weiterzugeben und die Bemühungen, das eigene fortschrittliche Denken zu institutionalisieren, sind vorbildhaft für die Branche.“

Gewinner in der Kategorie Gemeinschaftsverpflegung: Powered by Plants von Eurest

Powered by Plants ist das vegane Food-Konzept von Eurest, um Flexitariern, Veganern und allen, die sich plantbased ernähren möchten, ein modernes Angebot zu bieten. Neben den Ernährungsbedürfnissen ist Powered by Plants zudem ein wichtiger Beitrag für mehr Nachhaltigkeit und reduzierten Fleischkonsum. Insgesamt gibt es 60 Rezepturen von beliebten Klassikern bis zu ausgefallenen Gerichten; diese werden mittlerweile an 220 von 400 Eurest-Standorten in das wöchentliche Angebot integriert. „Eurest hat es geschafft, innerhalb einer herausfordernden Konzernstruktur eine erfolgreiche pflanzenbasierte, nachhaltige Linie zu etablieren und zeigt, dass bewusster Konsum in der Betriebsgastronomie auch lecker sein kann. Eine kreative und spielerische Kommunikation nimmt immer mehr Gäste mit und das Angebot hält sie am Ball, wie der Zuwachs sowohl in der Anzahl an teilnehmenden Betrieben als auch in den verkauften Portionen belegt“, erläutert die Jury.

Bio-zertifizierte Lieferanten sorgen für die Wertigkeit bei Pasta und Reis sowie bei Obst und Gemüse. Neben einem teils regionalen Bezug in der Saison, ist die Zusammenarbeit mit Querfeld mit gerettetem Obst und Gemüse in Bio-Qualität hervorzuheben. Um Lebensmittelabfall zu vermeiden, werden bei Eurest neben klassischen Messmethoden auch innovative, digitale Lösungen wie Winnow zur Optimierung der Küchenprozesse eingesetzt.

Die Auszeichnungen der weiteren Finalisten

Begründung der Jury:

„Die E.ON Gastronomie initiert – angetrieben von Geschäftsführer Horst Kafurke – zahlreiche Nachhaltigkeitsthemen rund um die Ernährung und arbeitet mit ihrem umfassenden Nachhaltigkeitskonzept, basierend auf den vier Säulen der Nachhaltigkeit Ökologie, Ökonomie, Soziales und Gesundheit, hochgradig strukturiert. In den Themen Gesundheit und der Digitalisierung von Nachhaltigkeitsstandards spielt E.ON eine Vorreiterrolle in der Betriebsgastronomie.“

Begründung der Jury:

„Kernvoll bietet 100 Prozent veganes, zertifiziertes Bio-Catering und arbeitet 100 Prozent verpackungsmüllfrei im Catering. Sie sind nach eigenen Angaben der einzige Caterer in Berlin mit einem gültigen Tarifvertrag. Ihr Anspruch: Nachhaltigkeit, Tierethik und Arbeitsbedingungen müssen zusammen sehr gut sein. Dieser ganzheitliche Anspruch und dessen kompromisslose Realisierung machen Kernvoll zu einem Leuchtturmprojekt im Bereich Catering. Kernvoll verdient die Auszeichnung für das ganzheitlichste Engagement im Bereich der Nachhaltigkeit.“

Begründung der Jury:

„Foodversity steht für das nachhaltige Food- und Gastronomiekonzept, mit dem die Betriebsgastronomie der MAN Energy Solutions ca. 800 Mitarbeiter am Tag versorgen. Die WeltverbEsserer-Jury ist beeindruckt, mit welcher Beharrlichkeit das Team rund um Leiter der Betriebsgastronomie National Gerhard Frauenschuh seit 2008 an den zwölf Standorten das Angebot immer nachhaltiger und gesünder macht. Vom Foodsaving-Buffet über die digitalisierte Küche, saisonale Angebote und innovative Methoden, den Fleischanteil kontinuierlich zu reduzieren, weist Foodversity einen bemerkenswerten, kontinuierlichen und mit Zahlen belegbaren Fortschritt im Bereich der Nachhaltigkeit auf.“

Gewinner in der Kategorie Food-Produkte: Better Cracker von Zero Bullshit

Der Better Cracker von Zero Bullshit ist ein Snack, der zeigt, dass sich die Toptrends Gesundheit, Nachhaltigkeit und Genuss nicht ausschließen, sondern sogar gegenseitig befeuern können. Der Better Cracker – mit dem NutriScore A ausgezeichnet – ist salzreduziert, glutenfrei, rein pflanzlich und aus Bio-Zutaten hergestellt, weist einen hohen Protein- und Ballaststoffgehalt auf und ist frei von künstlichen Zusatzstoffen. Der Better Cracker besteht zu über 30 Prozent aus upgecycelten Bio-Rohstoffen.

„Die meisten Menschen essen Snacks, nur ist dies sehr häufig ungesund und gar nicht nachhaltig. Zero Bullshit hat die Jury auf drei Ebenen begeistert: In ihrem Bestreben, die Ernährungskategorie Snacking gesünder zu gestalten, dabei Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und in Form von Beratung ihr Wissen weiterzugeben. Das Zero-Bullshit-Trio bestehend aus den Lebensmitteltechnologen Sandra Ebert, Pascal Moll und Lisa Berger realisiert diese Kombination mit Aufmerksamkeit für jedes Detail, ohne dabei den Spaß und den Humor zu verlieren und verdient aus Sicht der WeltverbEsserer-Jury den 1. Platz in der Kategorie Food-Produkte“, begründet die Jury ihre Entscheidung.

Die Auszeichnungen der weiteren Finalisten

Begründung der Jury:

„IceDate macht Eis, bei dem jede Zutat ein echtes Lebensmittel ist und möchte Eis-Genuss mit bewusster Ernährung zusammenbringen. Den Anspruch, ein Produkt anzubieten, das in dem Sinn nachhaltig ist, dass es den Körper über einen langen Zeitraum gesund hält, hat IceDate in einem eigenen Reinheitsgebot festgehalten. Dieses umfasst die Punkte Süßen mit Datteln, Cremig durch Cashews, Natürlicher Geschmack durch Früchte, Nüsse, Kakao, Samen und Gewürze, Natürliche Farben durch sehr hohen Fruchtanteil, Frei von zugesetzten Fetten, Frei von Zusatzstoffen, 100 Prozent biologisch, 100 Prozent glutunfrei, 100 Prozent laktosefrei und 100 Prozent vegan.“

Begründung der Jury:

„Oceanfruit stellt köstliche, vegane Snacks aus europäischen Meeresalgen her, die 100 Prozent bio, gluten- und sojafrei sind. Aus der Begeisterung des Teams für Meeresalgen entstehen Produkte wie der Meeressalat aber auch Meeresstäbchen, bei denen gewohnte Formen und Geschmacksrichtungen genutzt werden, um Algen ins Produkt zu bringen. Diese beinhalten nicht nur wertvolle Nährstoffe und weisen spannende Geschmacksrichtungen auf, sondern bieten alternative Einkommen für Menschen, die von der Fischerei leben und bereits das nötige Know How bzw. erforderliche Infrastruktur haben, um Meeresalgen anzubauen. Darüber hinaus hat Algen-Farming einen regenerativen Effekt auf die Meere und wirkt so ganzheitlich der Zerstörung von maritimen Ökosystemen durch die Fischindustrie entgegen.“

Begründung der Jury:

„Beetgold machen Vollgemüse-Tortillas mit einem Gemüseanteil von 98 Prozent. Diese sind Bio, glutenfrei, LowerCarb und ballaststoffreich. Die Hauptzutat der Vollgemüse-Tortillas ist Trester. Dieser entsteht bei der Saftproduktion und wurde bisher nicht weiter als Lebensmittel genutzt. Dabei steckt in Trester viel Wertvolles: Ballaststoffe, Mineralstoffe, Calcium, Kalium und Vitamin E. Da der Großteil des gemüseeigenen Zuckers im Saft landet, macht das den Trester zu einem wertvollen Rohstoff für eine gesundheitsfördernde Ernährung. Die Vollgemüse Tortillas von Beetgold sind damit nicht nur ein Lebensmittel für eine ausgewogene Ernährung, sondern helfen konkret, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.“

WeltverBesserer 2021

Wer waren die Gewinner des WeltverbEsserer-Wettbewerbs 2021? Erfahren Sie mehr zu den in 2021 ausgezeichneten Konzepten der Kategorien Restaurants, Food-Produkte und Gemeinschaftsverpflegung. Hier geht’s zu den Gewinnern.

Redaktion GastroInfoPortal

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