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Wirkungsstätte von Martin Straubinger, Leiter Gastronomie bei der BMW Group.

Alles im grünen Bereich?

Datum: 06.12.2019Quelle: Inhalt: Redaktion GVMANAGER | Fotos: BMW Group, Kirchner | Ort: München

Wie lassen sich eine gesundheitsorientierte Verpflegungsphilosophie und gleiche Hygienestandards von Deutschland über Thailand bis Mexiko einheitlich umsetzen? Martin Straubinger, Leiter Gastronomie der BMW Group und GV-Manager des Jahres 2019, hat uns mehr zu seinem weltweiten Verantwortungsbereich berichtet.

Martin Straubinger, Leiter Gastronomie, bei der BMW Group.Martin Straubinger im Gespräch

Herr Straubinger, Sie sind seit 2013 bei BMW weltweit für die Betriebsgastronomie verantwortlich. Welche Unterschiede erleben Sie hier z. B. hinsichtlich der Hygiene?

Die Bakterien und Keime sind ja weltweit die gleichen, folglich haben wir ein einheitliches Hygienehandbuch für alle unsere BMW Group Standorte erstellt. Die Einhaltung der Vorgaben wird durch ein jährliches Hygieneaudit überprüft.

Dabei haben die ausländischen Standorte, wie Thailand, anfangs sehr schlecht abgeschnitten. Umstände und Verständnis sind aber einfach anders. Folglich legen wir einzelnen Ländern dennoch verschiedene Hygieneziele, also KPIs, zugrunde. Hierbei werden einzelne Kontrollpunkte benotet und K.O.-Kriterien festgelegt. In Deutschland liegt der KPI Hygiene z. B. bei 1,8, in den USA bei über 2,3 – die brauchen noch ein wenig Unterstützung. Aber auch in Deutschland sind wir nicht mit 1,8 gestartet.

In welcher Hinsicht sind uns internationale Standorte oder Kulturen bereits voraus?

Abschauen kann man sich von nahezu jedem Standort etwas, allerdings sind die kulturellen Unterschiede auch immens, sodass nicht alles eins zu eins bei uns übertragbar ist. Was bargeldlose Bezahlung angeht, sind uns z. B. die Chinesen schon weit voraus, wenn auch mit anderen Datenschutzstandards. Die Engländer frühstücken sehr opulent und greifen deshalb mittags vorrangig zum Sandwich statt einem warmen Hauptgericht. Daraus lassen sich Ideen fürs Snackgeschäft ableiten. In den USA kommt sehr fortschrittliche Technik zum Einsatz z. B. der bedienerlose Kiosk/Shop.

Wie schaffen Sie es, die Vision „Best in Health“ und damit verbunden die gesundheitsorientierte Verpflegungsphilosophie weltweit einheitlich auf die Teller zu bringen?

International ist die BMW Gastronomie grundsätzlich fremdvergeben. Das heißt wir schreiben vor Ort Cateringleistungen aus und haben ein Mitspracherecht bei der Auswahl. Die Inhalte der Ausschreibung geben wir im Rahmen eines weltweit abgestimmten Rahmenwerkes zu einem Teil vor. Die Verantwortlichen vor Ort ergänzen die standort- und landesspezifischen Anpassungen. Dem Caterer übergeben wir dann unsere Berechnungsmethodik für die Ampelkennzeichnung, die er schließlich adaptiert. Wichtig ist dabei, die unterschiedlichen kulturellen Aspekte zu berücksichtigen. In den USA z. B. müssen wir den Kompromiss gehen, dass im Betriebsrestaurant leider auch ständig Chips und Burger angeboten werden. Allerdings konnten wir durchsetzen, dass der Burgerstand wenig prominent im Ausgabebereich platziert wird.

Auf die Teller bringen wir letztlich die Ergebnisse unserer Philosophie – hingegen nicht die geschilderten zum Teil doch recht komplexen Zusammenhänge und Hintergründe. Diese Übersetzungsleitung schaffen wir im Rahmen der Initiative Gesundheit, die in der BMW Group die Klammer für alle Maßnahmen und Aktivitäten rund um die Gesundheit und Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiter darstellt. Und hier hilft eine eigens für diese Zwecke von unserer CI-Abteilung geschaffene Farbe – ein sehr auffälliges „Grün“-. Dieses schafft – so einfach es sich vielleicht anhört – Aufmerksamkeit und Wiedererkennung in der gesamten BMW Welt. Die Mitarbeiter nehmen dies sehr positiv auf – alles im grünen Bereich sozusagen.

Herr Straubinger, herzlichen Dank für das Gespräch!

Betriebliches Gesundheitsmanagement bei BMW

Neugierig geworden, was sich hinter der Vision „Best in Health“ verbirgt? Wollen Sie wissen, wie BMW das Angebot der Currywurst in seinen Betriebsrestaurants handhabt? Wie hat es BMW innerhalb von fünf Jahren geschafft, dass sich 50 Prozent der Essensteilnehmer, die sich mittags tendenziell ungesund ernährt haben, heute zu wesentlich ausgewogeneren Angeboten im Betriebsrestaurant greifen? All das lesen Sie in GVMANAGER 12/19 ab S. 8.

Claudia Kirchner / Redaktion GVMANAGER

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