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Klarsichtmasken; Gesundheitsministerium

Auswirkungen von Corona auf GV-Betriebe

Datum: 16.03.2020Quelle: Inhalt: Redaktion GVMANAGER | Fotos: Colourbox.de, privat | Ort: Gütersloh

Das Coronavirus bestimmt aktuell unseren Alltag: Aspekte wie Hygiene und Krisenmanagement haben dadurch einen neuen Höhepunkt in puncto Relevanz erreicht. Dirk Fenske, Abteilungsleiter Küche im Klinikum Gütersloh, hat uns in einem Statement erklärt, welche Auswirkungen Corona aktuell auf seinen Arbeitsalltag hat. (Stand: 13.03.2020)

Statement von Dirk Fenske

Dirk Fenske, Abteilungsleiter Küche, Klinikum Gütersloh.„Eine ausführliche Stellungnahme zur Thematik zu geben, lässt meine personelle Situation aktuell nicht zu – das hat noch nichts mit Corona zu tun. Dennoch beschäftigt mich dieses Thema sehr. Es gibt bereits Lieferschwierigkeiten. Ich habe die Küche daher frühzeitig mit Grundnahrungsmitteln bevorratet.

Ich gehe davon aus, dass Einrichtungen wie Kindertagesstätten und Schulen, die zu unseren Kunden zählen, in naher Zukunft (vorübergehend) geschlossen werden. Auch wir werden erleben, dass diese Kunden als Auftraggeber wegbrechen und wir dadurch Einnahmeverluste verbuchen müssen.

Täglich, gefühlt stündlich, erhalte ich neue Informationen – vieles davon erscheint aktionistisch, alarmistisch und grundsätzlich kopflos. Auch in unserem Unternehmen gibt es einen Krisenstab, der sich um Objektivität und rationales Handeln bemüht. Dennoch habe ich den Eindruck, dass nicht alle Kollegen empfänglich für ausgesprochene Empfehlungen sind. Würden wir uns alle an Regeln halten, die uns bekannt sein sollten, wäre der Verlauf dieser Pandemie sicher ein anderer. Andere nicht anzuhusten oder anzuniesen und sich die Hände sorgfältig zu waschen und bei Bedarf zu desinfizieren – halte ich für selbstverständlich.

Für unsere Küche erwarte ich folgendes Szenario: Zeigt ein Mitarbeiter Symptome, die auf eine Erkrankung mit Corona hindeuten, lassen wir diesen testen und schicken ihn in die häusliche Isolation. Dann die gesamte Küchencrew unter Quarantäne zu stellen, schließe ich allerdings aus. Würde dies so praktiziert, dann könnten wir unser Krankenhaus schließen. Dasselbe gilt auch für Polizei, Feuerwehr, etc. Rationales Handeln ist für mich das Gebot der Stunde. Bin ich gesund? Dann lege ich höchste Priorität darauf, mich nicht zu gefährden und vermeide es deshalb, Großveranstaltungen zu besuchen oder in „Krisengebiete“ zu verreisen.

Ich befürchte, dass die Situation eskalieren könnte. Es gibt eigentlich nichts, was ich mir im Moment nicht vorstellen kann – dies macht mir durchaus Angst. Ein erschreckend großer Teil unserer Gesellschaft agiert ,panisch‘; sich eine eigene Meinung zu bilden, haben viele verlernt. Die Medien tragen mit ihrer Berichterstattung dazu bei, die Angst noch weiter zu schüren – gerade in den sozialen Netzwerken geht es völlig irrational zu. Dieses Vorgehen ist verantwortungslos.“

So können sich Gastro-Betriebe wappnen

Tipps, was gastronomische Betriebe in der aktuellen Situation beachten sollten, hat uns Armin Wenge, Präsident des Bundesverbands der Lebensmittelkontrolleure e. V. Hygieneforums und Gründer des Hygiene-Dienstleisters delphi Lebensmittelsicherheit sowie Vorsitzender des Arbeitskreises GV Köln, verraten. Seine Antworten und Empfehlungen geben wir im Beitrag So können sich Gastro-Betriebe wappnen exklusiv weiter.

Redaktion GVMANAGER

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