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Kochbox für Studierende

Datum: 28.04.2021Quelle: B&L MedienGesellschaft | Bilder: Studentenwerk Oberfranken | Ort: München

Das Studentenwerk Oberfranken hat ein neues Konzept ins hochschulgastronomische Portfolio aufgenommen: die campusBOX. Die markenrechtlich geschützte Kochbox wird am Standort Bayreuth seit 20. April an Studierende im Stadtgebiet Bayreuth ausgeliefert.

Wie funktioniert die campusBOX des SWO?

Bestellt und bezahlt wird sie online, wobei ein Liefertermin und Zeitspanne zu wählen sind. An den Start geht das Angebot zunächst mit elf Gerichten, vegetarisch, vegan und fleischhaltig, darunter Chili con Carne, Tacos, Paella, Beef Burger Sesam’s Best oder Couscous Gemüsepfanne. Wie kam es dazu?  Wie funktioniert die campusBOX im Detail? Wie stellt sich die oberfränkische Hochschulgastronomie bereits jetzt zukunftsfähig auf?

Das haben uns Josef Tost, Geschäftsführer des Studentenwerks Oberfranken (SWO), und Dieter Wolf, Leiter der Verpflegungsbetriebe, exklusiv berichtet:

Wie kamen Sie auf die Idee, eine Kochbox auszuliefern – und nicht fertiges Essen, wie viele andere?

Josef Tost: Warmes Essen auszufahren ist aus meiner Sicht problematisch, v. a. in Hinblick auf Hygiene und Qualität. Folglich haben wir nach einer Alternative gesucht und sind recht schnell bei der Kochbox gelandet.

Aus datenschutzrechtlichen Gründen hat es allerdings fast ein Jahr gedauert, bis wir starten konnten.

Das hat uns aber auch Zeit gegeben, Marke und Name schützen zu lassen. Zudem haben wir eine Agentur hinzugezogen, die uns in einem professionellen Onlineauftritt unterstützt hat. Schließlich erhoffen wir uns von der Box auch Imageeffekte.

Dieter Wolf, Leiter der Verpflegungsbetriebe

Wie unterscheiden Sie sich von Mitbewerbern der freien Wirtschaft?

Josef Tost: Als Studentenwerk haben wir einen sozialen Versorgungsauftrag. Folglich sind die elf campusBOX Gerichte ähnlich kalkuliert wie die klassischen Mensa-Essen. Für die Auslieferung kommt ein kleiner Zusatzbetrag on top.

Dieter Wolf: Pro Box sind zwei Mahlzeiten enthalten zum Preis von 5 Euro pro Portion, man kann also zweimal davon essen oder einen Mitbewohner mitversorgen.

Josef Tost: Ein weiteres Abgrenzungsmerkmal: Wir liefern nur an Studierende im Stadtgebiet Bayreuth.

Warum der enge Lieferradius?

Dieter Wolf: So bleibt die Auslieferung überschaubar. Zudem müssen die Boxen bzw. Zutaten nicht aufwändig umverpackt und gekühlt werden. Was nicht heißt, dass wir kühlpflichtige Ware ungekühlt transportieren! Im Gegenteil: Wir haben sogar eine spezielle Ummantelung für Fleischprodukte, wie die in unserer eigenen Metzgerei hergestellten Burgerpatties, entwickelt.

Wer liefert die Boxen aus?

Dieter Wolf: Mitarbeiter unseres Gastro-Teams. Wie wir es konkret vom Timing her machen, wird die Nachfrage zeigen – aber wir sind ein flexibles Team, weshalb ich keine Bedenken habe.

Gibt es die Box auch vor Ort zu kaufen?

Dieter Wolf: Ja, sie kann von Studierenden, aber auch sonstigen Interessenten vor Ort in der Mensa Frischraum abgeholt werden.

Wie war die Resonanz direkt mit Start am Dienstag?

Dieter Wolf: Die Verkäufe haben langsam begonnen. Somit haben wir genug Zeit unsere Prozesse zu optimieren und unseren Service zu bewerben.

Mit der campusBOX machen Sie einen Schritt in Richtung innovative Hochschulgastronomie. Wie sieht die künftige Hochschulgastronomie Ihrer Meinung nach aus?

Josef Tost: Es fällt mir schwer zu glauben, dass es wie vorher sein wird. Daher überdenken wir bereits jetzt unser Gesamtportfolio. Meiner Meinung nach sind wir zu sehr in die Breite gegangen, was unser Angebot sehr personalintensiv gemacht hat.

Josef Tost, Geschäftsführer des Studentenwerks Oberfranken (SWO)

Wo wollen Sie Abstriche machen?

Josef Tost: Verzichten werden wir künftig auf viele unserer SB-Theken. Einerseits natürlich aus Gründen der Hygiene, andererseits aber auch aufgrund des Kosten-Nutzen-Verhältnisses. Ein Beispiel ist unsere überdimensionierte Salatbar. Aufgrund unseres hohen Frischeanspruchs waren hier täglich viele Beschäftigte gebunden, um die Salate und Zutaten aus Rohware komplett selbst zuzubereiten. Die Preise, die wir dafür ansetzen konnten, standen in keinem Verhältnis dazu.

Gibt es künftig eine Alternative?

Dieter Wolf: Stattdessen wollen wir verstärkt Salate-to-go, attraktiv in Glasgefäße geschichtet, anbieten.

Josef Tost: Dank dieser neuen Darbietung können wir dann auch einige Cent mehr dafür verlangen. Generell wollen wir die Angebote nicht komplett streichen, aber etwas modifizieren, optisch attraktiver machen und damit auch etwas höher kalkulieren.

Dieter Wolf: Ein weiteres Beispiel ist unsere Pasta-SB-Theke. Die Pastaqualität über die Ausgabedauer hinweg dauerhaft hoch zu halten, war eine Herausforderung. Folglich wollen wir stattdessen künftig lieber regelmäßig ein – hübsch arrangiertes – Pastagericht anbieten.

Langfristig wird das aber trotzdem in weniger Personal münden, oder?

Josef Tost: Natürlich treibt uns der Gedanke um, wie wir ein attraktives Programm mit weniger Personal leisten können. Wir wollen uns künftig verstärkt auf Fachkräfte konzentrieren. Das ist auch eine Lehre, die wir aus der Corona-Kurzarbeit gezogen haben. Aktuell sind ca. 20 Prozent des hochschulgastronomischen Personals im Einsatz, darunter vorwiegend Köchinnen und Köche. Der Krankenstand liegt fast bei Null. Das kennen wir, und auch unsere Kolleginnen und Kollegen, aus der Vergangenheit anders.

Allerdings haben wir mit der campusBOX auch eine Lösung geschaffen, um Personal möglicherweise in Richtung Logistik zu verlagern.

Wollen Sie dann verstärkt Convenience hinzuziehen?

Josef Tost: Auf keinen Fall! Unsere Frischephilosophie sehen wir als großen Erfolgsfaktor! Nicht umsonst kamen hier in Bayreuth vor Corona im Schnitt 6.000 der 13.000 Studierenden regelmäßig zum Essen – das ist eine enorme Essensbeteiligung. Und diese verdanken wir u.a. unserer eigenen Metzgerei, den selbstgemachten Knödeln, eigenem Kartoffelsalat usw.

Neben den bereits genannten Maßnahmen wollen wir eine Personalreduzierung auch stemmen, indem wir statt bisher 12 bis 13 Hauptgerichten „nur noch“ sieben bis acht anbieten werden. Da ist immer noch für jeden was dabei!

Herzlichen Dank für das Gespräch!

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Claudia Kirchner/ Redaktion GVMANAGER

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