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Beim Leipziger Dialogforum der Initiative BioBitte wurde über Bio, Regional und Saisonal in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung von Sachsen diskutiert.

Regionale Wertschöpfung steigern

Datum: 17.09.2020Quelle: BioBitte, BLE | Ort: Leipzig

Mehr als 50 Akteure aus Landes- und Kommunalpolitik, Verwaltung und Ernährungswirtschaft tauschten sich in Leipzig beim ersten BioBitte-Dialogforum der bundesweiten Initiative „BioBitte – Mehr Bio in öffentlichen Küchen“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aus. Im Fokus standen die Chancen von mehr regionalen, saisonalen und Bio-Lebensmitteln in der öffentlichen Gemeinschafsverpflegung in Sachsen.

In der neu eröffneten Niemeyer Sphere auf dem Gelände der Kirow-Werke erhielten die Teilnehmenden u. a. aktuelle Erkenntnisse zur Bio-Versorgung in Sachsen und einen Ausblick auf zukünftige Einsatzmöglichkeiten von Öko- und Regionalprodukten in der öffentlichen Außer-Haus-Verpflegung. Beispiele gelungener Praxis boten Inspiration und zeigten dem Fachpublikum, wie die Umstellung auf mehr Bio in der Gemeinschaftsverpflegung gelingen kann. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Wolfram Günther, Staatsminister für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft (SMEKUL), und Heiko Rosenthal, Bürgermeister Umwelt, Ordnung, Sport, Bio-Stadt Leipzig. Weitere Grußworte sprachen Niels Kohlschütter, Projekt WERTvoll der Schweisfurth-Stiftung, und Eva Schlüter von A’verdis, Auftragnehmerin der Initiative BioBitte.

Nachfragepotenziale ausschöpfen

Für Staatsminister Wolfram Günther ist das Dialogforum eine Standortbestimmung für die Themen regionale Wertschöpfung und Regio-Bio in Sachsen: „Der ökologische Landbau kann und soll einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung Sachsens liefern. Wir nehmen ein gestiegenes Interesse der Bevölkerung am Thema Ernährung wahr, an Herkunft und Qualität der Lebensmittel.“ Nicht zuletzt habe Corona den Blick für die Vorteile regional erzeugter Lebensmittel geschärft sowie dafür, dass Regionalität erhöhte Krisenfestigkeit bedeutet. „Daher arbeite ich mit meinem Ministerium dafür, Nachfragepotenziale für Bio- und regionale Lebensmittel besser auszuschöpfen und regionale Wertschöpfungsketten zu stärken und zu schließen. Die Außer-Haus-Verpflegung kann hier ein entscheidender Hebel sein, um die Nachfrage anzukurbeln. Wir wollen mit der regionalen Wertschöpfung raus aus der Nische und hin zur Systemrelevanz“, erklärt er.

BioBitte-Dialogforum regt Austausch an

Die Stadt Leipzig ist im Jahr 2017 dem deutschen Bio-Städte-Netzwerk beigetreten. Seither arbeitet die sächsische Kommune entsprechend des Stadtratsbeschlusses kontinuierlich an den Möglichkeiten einer kommunalen Unterstützung für eine regionale und biologische Lebensmittelproduktion. Dabei prüft die Stadt auch, wie sich das Bio-Angebot in der Gemeinschaftsverpflegung, insbesondere in der Schul- und Kitaverpflegung, erweitern lässt.

Für Bürgermeister Heiko Rosenthal, zuständig für das Projekt Bio-Stadt Leipzig, ist seine Stadt damit der geeignete Ausrichtungsort für das erste BioBitte-Dialogforum: „Der Weg zu mehr Bio in öffentlichen Küchen ist ein Prozess, den Politik, Verwaltung und Praxis gemeinsam gestalten. Daher ist der Austausch und das Stärken von Netzwerken auf Veranstaltungen wie dem BioBitte-Dialogforum begrüßenswert und richtungsweisend. Wir wollen den Bio-Anteil in sämtlichen kommunalen GV-Betrieben und auf städtischen Veranstaltungen erhöhen und damit einen höheren Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und aktiven Klimaschutz mit Signalwirkung für den gesamten Freistaat leisten.“

Höhere Preise sind Hindernisse

Joachim Lenz von EkoConnect – Internationales Zentrum für den Ökologischen Landbau Mittel- und Osteuropas e.V. präsentierte die zu Jahresbeginn 2020 durchgeführte „Marktstudie zum Einsatz von Öko- und Regionalprodukten in Einrichtungen der Außer-Haus-Verpflegung in Sachsen“. Ein Ergebnis der Studie: Ein Großteil der befragten Lieferanten, Küchen und Caterer gab an, Bio-Produkte bisher eher sporadisch einzusetzen. Insbesondere der höhere Preis für Bio-Produkte und der Aufwand für die Bio-Zertifizierung seien Hindernisse für eine Erhöhung des Bio-Anteils – zumal die Nachfrage der Verbraucher noch unter dem bundesdeutschen Durchschnitt sei.

Um dem entgegenzuwirken, empfiehlt Joachim Lenz u. a. ein Konzept zur Beratung von Küchen, Mitarbeiterschulungen und Aufklärungsarbeit für Verbraucher sowie Mitarbeitende in Küchen, Verwaltung und im Bildungsbereich. Die Maßnahmen sollten Teil einer landesweiten Ernährungsstrategie sein, heißt es in der Studie.

Ein beispielhaftes Konzept zur Förderung des Einsatzes regionaler Bio-Produkte in der AHV sei laut der EkoConnect-Marktanalyse die „Kantine Zukunft Berlin“. Philipp Stierand, Leiter der Kantine Zukunft, stellte das Projekt in Leipzig vor und zeigte auf, wie mehr Bio in öffentlichen Küchen in Berlin durch eine breite Beratungsleistung gelingen kann.

Redaktion Gastroinfoportal

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