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Herausforderungen der Kita- und Schulversorgung, die Gefährung der Branche und drohende Konsequenzen beschreiben die Chemnitzer Caterer in einem Brandbrief.

Chemnitzer Caterer: Kita- und Schulversorgung am Limit

Datum: 13.05.2022Quelle: Arbeitsgemeinschaft Chemnitzer Caterer | Bild: Colourbox.de | Ort: Chemnitz

Die Schul- und Kitaversorgung ist gefährdet: stark steigende Kosten, Auswirkungen der Corona-Krise und der Krieg in der Ukraine bringen die Branche an ihr Limit. Unsere Redaktion erreichte ein Brief der Chemnitzer Caterer über das Deutsche Netzwerk Schulverpflegung, das offizielle Organ unseres Fachmagazins Schulverpflegung. Darin fordert die Arbeitsgemeinschaft die Stadt Chemnitz sowie die Landesregierung Sachsen eindringlich zum Handeln auf.

Brandbrief der Chemnitzer Caterer

In dem Brief mit dem Titel „Auswirkungen von Mehrkosten auf die Chemnitzer Caterer“ von Mitte Mai beschreibt die Arbeitsgemeinschaft Chemnitzer Caterer ihre Situation:

„Die Unternehmen der Arbeitsgruppe Chemnitzer Caterer – CoWerk gGmbH, Küchengeister GbR, Frische Vielfalt GmbH, FUU Chemnitz und monk GbR – versuchen nun seit mehr als zwei Jahren die Schul- und Kitaversorgung aufrechtzuerhalten. Wir haben dabei unseren Auftrag und die Verpflichtung den Kindern gegenüber in den Vordergrund gestellt und sind dabei weit über unsere Grenzen hinausgegangen und das teilweise auf eigene Kosten. Die Teilschließungen der letzten Monate haben uns noch einmal mehr Schaden zugefügt als die Komplettschließungen. Denn trotz reduzierter Kinderzahlen sind einige der Kosten – wie für Personal und Transfer – gleichgeblieben, konnten durch die geringeren Einnahmen jedoch nicht mehr gedeckt werden.

Mehrfach haben wir angeboten gemeinsam Lösungsansätze zu finden – ohne wirklichen Erfolg. Doch nun hat der Krieg in der Ukraine eine Kettenreaktion in ganz Deutschland in Gang gesetzt, wodurch wir uns erneut am Limit befinden. Die Kosten in Logistik und Versorgung steigen rasant. Neben erhöhten Preisen der Lebensmittel kommt der Anstieg der Strompreise dazu. Die Inflationsrate erreicht einen historischen Höchstwert und die Coronahilfen laufen am Ende des Jahres 2022 aus. Dazu bildet sich am Horizont bereits der Mindestlohn von 12 Euro/ Stunde ab.

Eine positive Veränderung ist nicht absehbar

Durch die massiven Mehrkosten wird sich das Schulessen bis zum Ende des Jahres zu einem Preis von über fünf Euro pro Mahlzeit anheben. Es ist uns gar nicht anders möglich als die zusätzlichen Kosten an die Kinder und deren Eltern weiterzugeben. Diese Entwicklung wird vor allem die Familien im Mittelstand betreffen. Wir müssen damit rechnen, dass die Anhebung der Preise zu einer Abmeldungswelle führt und viele Kinder das Angebot nicht mehr in Anspruch nehmen können. Die Angst, dass damit bei vielen sogar die einzige warme Mahlzeit des Tages auch noch wegfällt, ist groß. Ein warmes Mittagessen in Schulen oder Kitas würde zum Prestige der Wohlhabenden.

Es wird darauf hinauslaufen, dass als Konsequenz das Kioskgeschäft immer mehr in den Vordergrund rücken und damit das Thema „Gesundes Schulessen“ verdrängt wird. Und dabei ist zu bedenken, dass die Angebote eines Kiosks im Gegensatz zur Schul- und Kitaversorgung keinerlei Maßgaben unterliegen.

So können wir als Caterer für Schul- und Kitaessen nicht weitermachen. Es ist an der Zeit, dass die Stadt Chemnitz und die Landesregierung Sachsen endlich eingreifen. Die Verträge zwischen Caterern und der öffentlichen Hand müssen flexibel und unbürokratisch nachverhandelt und den gegebenen Umständen angepasst werden. Und zwar nicht einzeln und erst in den nächsten Monaten, sondern umfassend und jetzt!“

 

Kita- und Schulverpflegung vor dem Aus?

Die angespannte Situation bei den Chemnitzer Caterern ist kein Einzelfall in der Branche. Damit dieser nicht das Aus droht, verlangen auch der Verband deutscher Schul- und Kitacaterer (VDSKC) und das Deutsche Netzwerk Schulverpflegung e.V. (DNSV) Einsatz von der Politik. Mehr dazu im Beitrag Aus für Kita- und Schulverpflegung?

Redaktion GastroInfoPortal

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