x
Zu gut für die Tonne

Bundespreis 2020 „Zu gut für die Tonne“ vergeben

Datum: 29.05.2020Quelle: Studentenwerk Frankfurt; Fotos: BMEL/Janine Schmitz/photothek.net, Delicious Data Ort: Berlin/Garching

Den Bundespreis 2020 „Zu gut für die Tonne“ haben im Bereich Digitalisierung Delicious Data und fünf Studenten-/Studierendenwerke für das Projekt „Gemeinsam gegen Überproduktion in Mensen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz” erhalten.

Künstliche Intelligenz in den Mensen

Gewinner des Bundespreis Zu gut für die Tonne in der Kategorie Digitalisierung: Delicious DataIn einem gemeinsamen Projekt haben das Studentenwerk Frankfurt am Main, das Studentenwerk Göttingen, das Studierendenwerk Karlsruhe, das Studierendenwerk Ulm sowie das Studierendenwerk Vorderpfalz gemeinsam mit dem Start-up-Unternehmen Delicious Data ein Prognosetool für die Speiseplanung in Mensen entwickelt. Mittels eines Algorithmus können Überproduktionen und der Einsatz von Ressourcen wie Personal, Strom, Wasser, etc. deutlich verringert werden.

„Wir sind stolz auf die gemeinsame Auszeichnung für das Projekt und dabei auch sehr dankbar für die kontinuierliche Unterstützung unserer Pilotpartner für die erfolgreiche Durchführung des Projekts“, freut sich Valentin Belser, Mitgründer und Geschäftsführer von Delicious Data.

„Wir brennen für die Idee mit Hilfe von maschinellem Lernen Prozesse in der Gastronomie zu erleichtern und dabei wie von selbst die Nachhaltigkeit zu steigern.“

Essensmengen planbar

„Die Idee entstand beim Mittagessen in der Uni-Mensa. Ich kam später als sonst und war überrascht von der großen Auswahl fünf Minuten vor Verkaufsschluss. Dadurch bin ich auf die Herausforderungen bei der Planung in Mensen aufmerksam geworden“, erklärt Valentin Belser. Denn in vielen Mensen und Cafeterien wird tagtäglich zu viel Essen produziert. Ein wesentlicher Grund ist die schlechte Planbarkeit. Die Küchenleitungen können den Bedarf an Essensportionen nur schwer einschätzen, da die Anzahl der Gäste und das Gästeverhalten schwanken. Um dieses Problem zu lösen, hat das Start-up Delicious Data ein Algorithmen-basiertes Prognosesystem entwickelt.

Das System analysiert die Verkaufshistorie und die Verkaufspreise der jeweiligen Mensa/Cafeteria und kombiniert diese mit weiteren externen Faktoren wie dem Wetter oder den vorlesungsfreien Zeiten. Damit kann die Anzahl der benötigten Portionen der einzelnen Speisen genauer geplant und Überproduktionen somit reduziert werden.

System bewährt sich

„Wir brennen für die Idee mit Hilfe von maschinellem Lernen Prozesse in der Gastronomie zu erleichtern und dabei wie von selbst die Nachhaltigkeit zu steigern“, sagt Jakob Breuninger, ebenfalls Geschäftsführer von Delicious Data und Entwickler des Prognose-Algorithmus. Gemeinsam wurde an der Entwicklung des Systems gearbeitet, um dieses anschließend in mehreren Mensen zu testen. Eine mehrmonatige Testphase der Software hat gezeigt, dass die Produktionsplanung deutlich verbessert werden konnte. Mittlerweile haben bereits neun Studentenwerke die Software für die Planung der Speisen in 50 Mensen und Cafeterien im Einsatz.

„Wir freuen uns, dass das System unserer Küchenleitung bei der täglichen Planung von 10.000 Essen hilft und dabei Lebensmittelabfälle reduziert werden. Ein tolles Projekt – wir sind stolz, dabei zu sein und damit gemeinsam den Bundespreis 2020 erhalten zu haben“, resümiert Prof. Dr. Jörg Magull, Geschäftsführer des Studentenwerk Göttingen und Vorsitzender Ausschuss Hochschulgastronomie des Dachverbandes der Deutschen Studentenwerke.

Wer noch mehr zur Funktion und Vorteilen des von Delicious Data entwickelten Systems erfahren möchte, findet den Beitrag „KI statt Wetterfrosch“ in Ausgabe 1-2/2020, Seite 28 unseres Fachmagazins GVMANAGER.

 Bundespreis 2020 „Zu gut für die Tonne“

Insgesamt 131 Ideen wurden in diesem Jahr eingereicht. Der Preis wurde in den Kategorien Handel, Gastronomie, Produktion & Landwirtschaft, Gesellschaft & Bildung sowie der Kategorie Digitalisierung verliehen. Daraus hat die Jury unter Vorsitz von Bärbel Dieckmann, ehemalige Präsidentin der Welthungerhilfe e.V., 14 Projekte als Finalisten ausgewählt.

In der Kategorie Gastronomie wurde das nachhaltiges Gastronomiekonzept der MAN Energy Solutions SE „Foodversity“ ausgezeichnet, mit dem Verpackungsmüll und Lebensmittelabfälle in der MItarbeiterversorgung standortübergreifend reduziert werden konnten. Die Jury lobte die Einbindung von Zulieferern und internem Gastronomiepersonal und sieht großes Nachahmungspotential.

Sarah Hercht / Gastroinfoportal

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Leistungen durch Videos erlebbar machen Die K&P Gruppe präsentiert sich ab sofort mit neuer Website, die durch eine klare Struktur und eine übersichtliche Darstellung dazu einlädt, sich ...
2. Gambino Hotel eröffnet Es ist das zweite Haus der jungen Marke Gambino Hotels und zugleich das vierte der Geschwister Gambino in der Isarmetropole. Mit seinen Zimmern im erd...
Nachvollziehbare Entscheidungen gefordert Die Ergebnisse der Umfrage des Dehoga Bayern, für die rund 2.300 gastgewerbliche Betriebe befragt wurden, sind eindeutig: Nach der Wiedereröffnung der...
Artikel mit Bildern drucken Artikel ohne Bilder drucken

Newsletter

Immer die aktuellsten Informationen. Melden Sie sich hier für unseren Newsletter an.
Zum Datenschutz

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von t748c5bc4.emailsys1a.net zu laden.

Inhalt laden

Send this to friend