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Die F&B Heroes, ein Beratungs- und Managementunternehmen, stellt mit seiner „Gastro-Utopie 2030“ ein Zukunftsmodell für die Gastronomie vor.

Zukunftsmodell für die Gastronomie

Datum: 18.02.2021Quelle: F&B Heroes | Bilder: Unsplash, Vivi D'Angelo | Ort: Frankfurt

Die F&B Heroes sehen die Gastronomie als Kulturgut und Plattform für das soziale Miteinander, basierend auf den Säulen Chancengleichheit, Solidarität und Qualifikation. Formuliert in zukunftsweisenden und provokanten Thesen, will das Beratungsunternehmen mit seinem Wunschbild Raum für Vorstellungen geben, inspirieren und zum mutigen Handeln motivieren.

Die 3 Säulen der Gastro-Utopie 2030

Team der F&B Heroes

Vorab muss festgehalten werden, dass es nicht die perfekte Lösung für eine zukunftsfähige Gastronomie gibt. Vielmehr sollte ein Wunschbild Raum für Vorstellungen geben. Die Zukunft ist weder plan- noch vorhersehbar. Nach Angaben der F&B Heroes können wir aber durchaus Wünsche formulieren und uns Szenarien vorstellen: Statt perfekter Lösungen geht es vielmehr um den Entwurf eines Wunschbildes.

Dieses Wunschbild ist vielschichtig und vielfältig, mit Freiraum für eigene Vorstellungen, denn die Welt ist nicht schwarzweiß, sondern besteht aus Visionen Ideen, Plänen und vor allem Empfindungen.

Das Wunschbild der Gastro Utopie 2030 beruht daher auf drei Säulen:

Säule 1: Chancengleichheit

Zukünftige Gastro-Ideen basieren auf Chancengleichheit. Schlüssel ist die Systematisierung individueller Ansätze in einem genossenschaftlichen Modell.

Wir verstehen Chancengleichheit als gleichberechtigten Zugang zu Ressourcen wie Informationen, Know-how und Möglichkeiten. Jeder soll die Chance haben, für sich selbst zu bestimmen. Damit widersprechen wir nicht dem Leistungsgedanken. Aber nur durch Chancengleichheit wird es unserer Branche gelingen, die aktuell vorherrschende Limitierung – den Zugang zu finanziellen Mitteln – zu überwinden. Kapital soll zukünftig nicht nur als Geld, sondern als Ressource verstanden werden.

Wäre es nicht besser für die Gemeinschaft, wenn alle auf einer sinnvollen, einfach zugänglichen und bezahlbaren Infrastruktur agieren könnten, um darauf ihr individuelles, wirtschaftlich erfolgreiches Geschäftsmodell aufzubauen?

Stellen wir uns vor, die Infrastruktur der Gastronomie wird auf Grund der starken Veränderungen des Marktes nach der Pandemie genossenschaftlich organisiert. Die Gastronomen einer Stadt haben erkannt, dass Shared Economy auch für die Gastronomie gelten kann. Das aus der Landwirtschaft bekannte Modell der Genossenschaft wird auf die Gastronomie übertragen.

Das gemeinschaftliche Wirtschaften dient nicht der Gleichmacherei, sondern es handelt sich um die Systematisierung der Individualität. So können alle konkurrenzfähig sein, sich entwickeln und auf das konzentrieren, was sie an dieser Branche lieben und was sie motiviert, in ihr zu arbeiten.

Säule 2: Solidarität

Individual- und Systemgastronomie finden zu einem neuen Gleichgewicht und bilden eine Solidargemeinschaft, von der beide Bereiche profitieren.

Wie in jedem gesundem System bedarf es einer Balance der unterschiedlichen Kräfte und Interessen. Die Individualgastronomie ist der Treiber für Innovation, Vielfalt und Lebendigkeit. Nominell in der Minderzahl und wirtschaftlich nur von geringem Gewicht, sind die individuellen Gastronomen aber das Salz und die Würze im Gesamtmarkt. Es gilt, diese kreativen Individuen zu erhalten und zu fördern.

Die Systemgastronomie repräsentiert den Mainstream. Sie profitiert von der Innovationskraft und dem Mut der Individualisten als Quelle der Inspiration und als Gestalter einer attraktiven, vielfältigen Gastronomielandschaft. Der Erfolg der Systemgastronomie beruht darauf, Ideen zu skalieren und zu monetarisieren. System- und Individualgastronomie brauchen sich gegenseitig und bilden eine Symbiose.

Stellen wir uns vor, dass diese Erkenntnis bei den Top 100 Systemgastronomen und Fastfood-Konzernen angekommen ist. Die Big Player sind zwar die Hauptprofiteure der Krise, doch sie sind sich der Bedeutung der Individualgastronomie für ihre eigne Existenz sowie für die Zukunftssicherung ihrer Märkte und der gesamten Branche bewusst geworden. Sie verstehen, dass ihre Pflicht als die Stärkeren darin besteht, den Schwächeren zu helfen.

Säule 3: Qualifikation

Qualifikation ist die Grundvoraussetzung für die Professionalisierung der Gastronomie. Bei aller Digitalisierung und Globalisierung bleibt der Mensch die Wurzel jedes Gastro-Konzeptes und bedarf der dauerhaften Bildung.

Die Krise hat viele grundsätzliche strukturelle Probleme der Gastronomie mit aller Deutlichkeit aufgezeigt. Insbesondere semi-professionelle Betriebe haben die Monate des Lockdowns an die Existenzgrenze gebracht. Vielleicht wird es nach der Pandemie nur noch 60 Prozent der bisherigen Gastronomien in Deutschland geben. Der Verlust von 40 Prozent der Betriebe ist schmerzlich, denn hinter jedem geschlossenen Restaurant steckt ein persönliches Schicksal.

Stellen wir uns vor, dass die Branche hieraus ihre Schlüsse gezogen hat: Nicht die Quantität, sondern die Qualität und Professionalität der einzelnen Gastronomiebetriebe ist für die Zukunftsfähigkeit der Branche relevant.

Vom Wunschbild zur Wirklichkeit

Das gezeichnete Wunschbild ist eine Utopie. Aber für eine Branche, in der so viele wunderbare und leidenschaftliche Menschen aktiv sind, gehören fantasievolle Visionen einfach dazu. Für diese Menschen ist Gastronomie kein Wirtschaftszweig, sondern etwas das verbindet, nährt und inspiriert. Und kann nicht gerade da, wo sich Menschen verbinden, Fantasie Realität werden? Die F&B Heroes glauben ja!

Redaktion GastroInfoPortal

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