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Steghaus Braunschweig Too Good To Go Starbucks Tag der Lebensmittelverschendung

„Wie viel weggeschmissen wird, ist vielen nicht bewusst“

Datum: 03.12.2020Quelle: Redaktion 24 Stunden Gastlichkeit | Bilder: Too Good To Go, Philsevents | Ort: Braunschweig

Mit Too Good To Go nutzt das StegHaus Braunschweig eine App, um übrig gebliebene Speisen an den Mann bzw. die Frau zu bringen statt diese wegwerfen zu müssen. Nicole Schwalm (im Bild o.), Inhaberin des Restaurants, spricht im Interview darüber, wie wichtig die Kommunikation mit den Gästen im Alltag ist, damit die Reduktion von Lebensmittelverschwendung im StegHaus Erfolg hat.

Lebensmittelwertschätzung im StegHaus Braunschweig

Wie leben Betriebe der Außer-Haus-Gastronomie Lebensmittelwertschätzung; welche Maßnahmen ergreifen Sie konkret? Und wie bringen Sie dieses Thema Ihren Gästen näher? Wir haben bei Nicole Schwalm nachgehakt.

StegHaus Braunschweig Nicole SchwalmFrau Schwalm, welche Maßnahmen setzen Sie um, um unnötige Lebensmittelverschwendung weiter einzudämmen?

Wir achten intern im StegHaus Braunschweig schon sehr lange auf die Reduktion der Lebensmittelabfälle, bieten Mitarbeiteressen an und verwerten auch saisonale Produkte für spezielle Angebote neben der normalen Speisekarte.

Wir lassen uns grundsätzlich mehrfach in der Woche beliefern, um Kapazitäten besser einzuschätzen, z. B. in Abhängigkeit vom Wetter, insbesondere im Sommer. Außerdem vakuumieren wir gerade Gemüse sehr viel, um frische Lebensmittel länger in bester Qualität nutzen zu können.

Zudem arbeiten wir seit Kurzem mit Too Good To Go zusammen, um vermeintliche Reste nicht wegwerfen zu müssen.

Inwieweit und über welche Kanäle informieren Sie Ihre Gäste über Ihr Engagement hinsichtlich der Reduktion von Lebensmittelverschwendung?

Wir binden entsprechende Informationen zu unseren Aktivitäten in unseren Social Media-Auftritten ein und gehen auch bei Caterings offen mit dem Thema um, stellen z. B. To-go-Verpackungen für den „Wrap“ zuhause.

Im À-la-carte-Geschäft bieten wir spezielle Speisen neben der Speisekarte an. Portionen dimensionieren wir im normalen Bereich und geben den Kunden lieber die Möglichkeit, kostenfrei z. B. Brot oder Beilagen nachzubestellen.

Wie nutzen Sie die App Too Good To Go im Alltag?

Als ich von der App erfuhr, war mir sofort klar, dass wir mitmachen. Da es sich bisher immer rechtlich schwierig darstellte bei privaten, lokalen Anbietern mitzumachen, war die Freude groß.

Wie viele Portionen, die wir dann über Too Good To Go anbieten können, die bei uns übrigbleiben, ist sehr unterschiedlich: Im À-la-carte-Geschäft sprechen wir über zehn bis 20 Portionen, im Cateringbereich bleiben manchmal schon auch über 50 Portionen übrig.

Auch hier nutzen wir sowohl die direkte Ansprache beim Gast sowie unsere Social Media-Kanäle, um unsere Gäste immer wieder auf diese Möglichkeit hinzuweisen.

Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Gäste sehr bewusst mit dem Thema Lebensmittelverschwendung umgehen? Wie macht sich das bemerkbar?

In der Kommunikation mit unseren Gästen merken wir, dass das Thema immer mehr verstanden wird. Andererseits gibt es auch Gäste, die sichtlich überrascht sind, wie intern schon mit diesen Themen umgegangen wird.

Ich persönlich denke, aus Gesprächen mit Kunden, dass die Massen an Lebensmitteln, die in einem täglichen Geschäft anfallen, nach außen für den Laien nicht bewusst werden und sich der Kunde nicht ausmalt, wie viel wirklich weggeschmissen wird.

Inwieweit bedarf es auch einer stetigen Kommunikation mit den Mitarbeitern, um diese sowie die Gäste für das Thema Lebensmittelverschwendung zu sensibilisieren?

Gerade bei neuen Mitarbeitern muss immer wieder das Thema sehr umfangreich angesprochen werden, gerade Aushilfskräfte sind sich am Anfang nicht bewusst darüber, wie viel wirklich weggeschmissen wird.

Vielen Dank für das Gespräch!

Happy Hour im Studierendenwerk Ulm

Welche Maßnahmen zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung setzt das Studierendenwerk Ulm um? Günter Mayr, Leiter Campusgastronomie am Studierendenwerk Ulm, gibt einen Einblick in das Modell „Happy Hour“ und erklärt im Interview, wie dieses Engagement nachhaltig an die Cafeteria- und Mensagäste kommuniziert wird.

Sarah Hercht / Redaktion 24 Stunden Gastlichkeit

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