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Vapiano

Vapiano vor dem Neustart

Datum: 03.06.2020Quelle: Vapiano | Ort: Amsterdam

Mario C. Bauer will die angeschlagene Marke Vapiano gemeinsam mit internationalen Partnern und Investoren wieder aufbauen. Ihr Gebot für das börsennotierte Unternehmen, das Ende März Insolvenz anmelden musste, erhielt jetzt den Zuschlag. Der ehemalige Vapiano-Vorstand Mario C. Bauer zeichnete über ein Jahrzehnt lang für die weltweite Erfolgsgeschichte des „Deutschen Italieners“ mitverantwortlich.

Mario C. Bauer ist als Brand Ambassador und Unternehmer seit rund 20 Jahren in der internationalen Gastronomie unterwegs. Sein weltweites Netzwerk umfasst große Namen der Branche, zu denen er intensive Freundschaften pflegt. Als er seine Freunde bat, ihn bei der Rettung von Vapiano zu unterstützen, sagten die Branchenprofis ohne langes Zögern Ja. „Es handelt sich um Gründer und Führungskräfte, die in den vergangenen Jahrzehnten der europäischen Foodservice-Szene ihren Stempel aufgedrückt haben“, berichtet er.

Gemeinsam für Vapiano

An Mario C. Bauers Seite steht beim Neustart für Vapiano u. a. die Familie Van der Valk, die einer der ersten internationalen Franchisepartner von Vapiano war. Henry McGovern, Gründer und 26 Jahre lang Chief Emotional Officer von AmRest, Europas größtem Multi-Konzept-Restaurantbetreiber, und Sinclair Beecham, Gründer von Pret A Manger, der die britische Fast Casual- und Sandwich-Szene revolutionierte, unterstützen ebenfalls beim Neustart. Zudem mit im Boot ist Gregor Gerlach,einer der Gründer von Vapiano.

In der neu gegründeten Love & Food Restaurant Holding werden die neuen Eigentümer ihr in Jahrzehnten gesammeltes Branchenwissen bündeln. „Ein Team engagierter und am langfristigen Erfolg interessierter Investoren, die die finanziellen Mittel, das Know-how, das Netzwerk und die Motivation haben, Vapiano in die Zukunft zu führen“, fasst Mario C. Bauer zusammen.

Heimatmarkt ist essenziell

Vor allem der Heimatmarkt ist für den Neustart von Vapiano essenziell. Darum haben die neuen Eigentümer eine Partnerschaft mit dem Leipziger Familienunternehmer Falk Johne sowie dem Immobilienentwickler Bernd Ehret (Skyland Group) als neuen Masterlizenznehmer für Deutschland geschlossen. Gemeinsam werden sie in ein Joint Venture mit Love & Food Restaurant Holding eintreten, in der die neuen Eigentümer ihr in Jahrzehnten gesammeltes Branchenwissen bündeln. „Wir freuen uns, gemeinsam mit unseren Partnern Vapiano zur operativen Stärke zurück zu bringen. Nicht die Wachstumsprozente, sondern glückliche Gäste werden im Fokus aller zukünftigen Arbeit stehen. Nah an den Menschen, egal auf welcher Seite des Tresens, soll der Leitgedanke der neuen Unternehmung sein“, kommentiert Falk Johne.

Das Joint Venture wird etwa 20 der deutschen Vapiano-Restaurants in Eigenregie betreiben und als Franchisegeber gegenüber den deutschen Lizenznehmern der Marke auftreten. Geplant ist außerdem, weitere 15 Standorte an die erfolgreichen Franchisepartner in der jeweiligen Region abzugeben. Denn die Partnerschaft und enge Zusammenarbeit mit den bestehenden deutschen Franchisenehmern der Marke ist für die Investoren von größter Wichtigkeit. „Der Wiederaufbau von Vapiano in Deutschland ist eine große Aufgabe. Es erscheint uns deshalb sinnvoll, auf die Unterstützung von Unternehmern zu setzen, die lokale Besonderheiten des hiesigen Marktes, die Marke Vapiano und die Gästepsyche sehr gut kennen“, sagt Mario C. Bauer. „Die Franchisenehmer prägen Vapiano seit seinen Anfängen. Sie sind die richtigen Partner für die Zukunft.“

Zuschlag für Frankreich und Luxemburg

Für die operative Leitung der Holding will Mario C. Bauer aus seinem weitverzweigten Branchennetzwerk ein Team von Experten zusammenstellen, die sich ebenso sehr wie die neuen Eigentümer für die Marke Vapiano begeistern: „Ich freue mich sehr, als CEO die Gelegenheit zu haben, ein Team aufzubauen, das auf starken Werten und einer starken Kultur basiert, und gemeinsam mit unseren Gästen und unseren Teams dieses neue Kapitel für Vapiano zu schreiben. Wir wünschen uns, dass die Mitarbeiter, die in den vergangenen Jahrzehnten für den Erfolg des Unternehmens unverzichtbar waren, weiterhin ein wichtiger Teil der Vapiano-Familie bleiben bzw. zurückkehren.“

Schon in der vergangenen Woche bekam die Investorengruppe den Zuschlag für die Ländermärkte Frankreich und Luxemburg. Hier übernimmt sie die Anteile der Vapiano SE an 29 Restaurants und plant weitere sechs Eröffnungen noch in diesem Jahr.

Dezentrale Strukturen

Auch die übrigen internationalen Märkte wollen die Investoren mit den bisherigen Partnern und Franchisenehmern weiterführen. Die Investoren glauben an die Kraft ihrer lokalen Partner und deren Fähigkeit, die Stärken der Marke in ihrem Markt voll auszuspielen. Den bereits beschlossenen Verkauf von Vapiano Österreich mit zwölf Restaurants an den Caterer DoN begrüßt der gebürtige Wiener Mario C. Bauer ausdrücklich.

Schließen werden die neuen Eigentümer die 2017 eröffnete Unternehmenszentrale in Köln. Stattdessen wollen sie die einzelnen Ländermärkte zukünftig dezentral führen.

Kritik zu lange ignoriert

Mitte März verkündete das Unternehmen seine Insolvenz, die Eigentümer suchten einen Käufer. „Es ist viel schiefgelaufen in den vergangenen Jahren“, analysiert Mario C. Bauer. „Man hat sich zu sehr mit sich selbst beschäftigt und die Kritikpunkte der Gäste ignoriert. Hinzu kam die weltweite Schließung aller Restaurants wegen Covid-19.“ Das angeschlagene Unternehmen, aber trotzdem starke Marke Vapiano, war das erste große deutsche Gastronomie-Unternehmen hierzulande, dessen Ende mit dem Corona-Lockdown besiegelt schien.

Doch Mario C. Bauer und seine Partner glauben fest an die Relevanz des Konzepts in und vor allem nach dieser Krise. „Deshalb wollen wir alles tun, damit die Marke fortbesteht. Dazu sollen die Kernwerte, mit denen sie groß wurde, wieder in den Fokus rücken“, werben die neuen Eigentümer um das Vertrauen von Partnern und Gästen.

Martina Kalus / Gastroinfoportal

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