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Transparenz bei Google-Wartezeiten?

Datum: 02.09.19Quelle: Ordercube | Ort: München

Ein Wirt vom Tegernsee nimmt es aufgrund fehlerhafter Einträge im Internet mit dem Weltmarktführer Google auf und gewinnt. Jetzt möchte ein Grafinger Startup mithilfe seines Würfels Wartezeiten auf Google transparenter gestalten und die Rechte der Gastronomen verteidigen.

Unklarheiten bei Google

Es gibt knapp 180.000 Restaurants in Deutschland, in der Regel hat jedes davon einen Google-Eintrag, in dem unter anderem Öffnungszeiten, Bewertungen, Adresse und Stoß- sowie Wartezeiten ersichtlich sind. Vor allem in Bezug auf Wartezeiten fehlt jegliche Transparenz. Google legt seinen Algorithmus nicht offen und somit herrscht Unklarheit, wie dieser Wert entsteht.

Anonymisierte Statisik

Die exakte Wartezeit auf den Kellner ist eine Kenngröße, die die vom Start-Up entwickelte LED-Kerze funktionsbedingt mit sich bringt: möchte der Gast bedient werden, aktiviert er den Ordercube; nachdem der Gästewunsch entgegengenommen wurde, wird das Produkt vom Kellner deaktiviert. Diese Werte werden dem Gastronom anonymisiert als Statistik zur Verfügung gestellt. Die Wartezeit beträgt laut Ordercube kundenübergreifend durchschnittlich 2 Minuten. Google greift mit „bis zu 15 Minuten“ zu einem Wert, der die subjektive Entscheidungsgrundlage für Gäste verfälscht. Auch Ordercube-Kunden sind von den fehlerhaft dargestellten Zeiten betroffen und möchten sich nun dagegen wehren.

Wartezeit beeinflusst Wahl

Potentielle Gäste wählen ein Restaurant nach verschiedenen Kriterien aus, die angegebene Wartezeit spiele laut der Gastronomen eine entscheidende Rolle. „Ich kann mir vorstellen, dass Kunden bei gleichen Bewertungen zur Konkurrenz gehen, wenn solche falschen Wartezeiten im Internet veröffentlicht werden“ ist sich Petra Koffler des El Taquito Karlsruhe sicher. Der Gastronom Fridolin Taudtmann von Buchkantine Berlin bemerkt: „Zwischen der Wartezeit für Service und für die Essenszubereitung wird nicht unterschieden und die dargestellten Zahlen werden nirgends erklärt.“ Die gemessene Zeit für die Bediendauer steht seiner Ansicht nach in keinem Verhältnis zur Dauer der Zubereitung von Speisen.

Hoffnung auf mehr

Die Ordercube-Gründer Daniel Pasternak und Igor Suslov werden mit Google in Verhandlungen treten, um den geschäftlichen Erfolg ihrer Kunden nachhaltig zu verbessern. Um künftigen Klagen aus dem Weg zu gehen, dürfte Google an einer Schnittstelle zu Ordercube interessiert sein, wie das Unternehmen mitteilt.

Eva Fürst / Gastroinfoportal

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