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Slow Food

Slow Food fordert Sofort-Maßnahmen

Datum: 15.05.2020Quelle: Slow Food Deutschland e. V. | Foto: Holger Riegel | Ort: Berlin

Die Gastronomie gehört zu den Branchen, die am stärksten unter den Folgen der Corona-Pandemie leiden – auch in Deutschland. Daran wird auch die schrittweise Wiedereröffnung ihrer Betriebe nicht so schnell etwas ändern. Der Verdienstausfall ist nicht aufzuholen, die Vorschriften für Hygiene und Abstand verhindern eine Rückkehr zur Normalität. Slow Food fordert von Bund, Ländern und Kommunen Maßnahmen, die es den Gastronomen erlauben, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken und ihrem Wert für die Vielfalt des Landes gerecht zu werden.

Manche Betriebe werden den Verdienstausfall von über zwei Monaten nicht überleben. Die anderen wiederum können unter verschärften Hygiene-Vorschriften und Abstandsregelungen nur mit einem Bruchteil ihres vorherigen Umsatzes kalkulieren. Über 80 Prozent der Betriebe haben Tische und Stühle im Freien. Die Einnahmen aus den Freischankflächen sind besonders in der Sommersaison essentiell und schon jetzt massiv eingeschränkt. Die Mieten und die meisten Fixkosten bleiben gleich. Kredite müssen bedient, gestundete Mietzahlungen zurückbezahlt werden. Kurzarbeit und Entlassungen von Angestellten werden die Branche lange begleiten.

Schnelle tragfähige Lösungen

Die bisherigen Hilfsmaßnahmen von Bund, Ländern und Kommunen gehen Slow Food nicht weit genug. Der Verein fordert schnelle tragfähige Lösungen, die verhindern, dass ein gewichtiger Teil der Gastronomie hierzulande wegbricht und das in nicht allzu ferner Zukunft. Treffen wird es besonders die kleinen, zukunftsfähig arbeitenden Gastronomen, von denen viele Teil des Slow Food-Netzwerkes sind. Denen gebührt ein besonderer Schutz: Wirten und Köchen, die die Erzeuger ihrer Produkte kennen; die sich nachweislich für regionale und ökologische Landwirtschaft und Wertschöpfung verantwortlich zeigen; die mit den vorhandenen Ressourcen sowie mit Tier- und Menschenrechten respektvoll umgehen. Sie leben Regionalität und Nachhaltigkeit, statt sie zu vermarkten. Dazu Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland:

„Diese ‘Netzwerkgastronomie’ hält die Versorgungssicherheit lebendig und trägt maßgeblich zum Erhalt unserer biokulturellen Vielfalt und zur Ernährungswende bei. Ihre Gastronomen hatten es schon vor der Krise schwerer als ihre Konkurrenz in der Systemgastronomie oder im Fastfood-Sektor, allein durch ihre Bereitschaft, für gute Erzeugnisse fair zu zahlen. Und nun leiden sie besonders unter den Folgen der Krise.“

Slow Food fordert folgende Maßnahmen:

  • Erlass der kommunalen Gebühren für die Nutzung der Freischankflächen für 2020 und 2021
  • Für diejenigen, die über keine Freischankflächen verfügen: Erlass der Gebühren der öffentlich-rechtlichen Versorgungsträger für die Dauer der Schließung der Gastronomie
  • Reduzierung und Stundungsmöglichkeiten für die Gebühren der öffentlich-rechtlichen Versorgungsträger bis Ende 2020

Zusätzlich fordert der Verein für die Netzwerkgastronomie:

  • Reduzierung des Umsatzsteuersatzes auf 7 Prozent dauerhaft und über den vereinbarten Zeitraum hinaus
  • Ein Subventionsprogramm von Bund, Ländern und Kommunen

Jens Witt, Leiter der Chef Alliance, begründet dies: „Beim Personentransport wird schon lange zwischen regionalen Anbietern mit einem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent und überregionalen Anbietern mit dem erhöhten Steuersatz von 19 Prozent unterschieden. Aus unserer Sicht ist das auch auf die Gastronomie übertragbar. Wir honorieren damit die Menschen, die Produkte aus regionaler und nachhaltiger Landwirtschaft beziehen und damit den Verbrauchern die längst überfällige Küche von morgen nahe bringen.“

Martina Kalus / Gastroinfoportal

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