x
Oktoberfest Wien

Rückschlag für Dubai-Wiesn

Datum: 29.06.2021Quelle: Landgericht München 1 | Bild: muenchen.de | Ort: München

Die Veranstalter eines geplanten Oktoberfest-Ablegers in Dubai dürfen künftig nicht mehr mit Anspielungen auf das Münchner Original werben. Das hat nun das Landgericht München bestätigt. Mit Formulierungen wie “Oktoberfest goes Dubaisowie der dazugehörigen Abbildung hätten die Veranstalter den falschen Eindruck erweckt, das Volksfest ziehe in diesem Jahr in das arabische Emirat um. Diese Art der Werbung bediene sich am Weltruf der Wiesn in der bayerischen Landeshauptstadt.

Die Landeshauptstadt München hatte am 25.05.2021 eine einstweilige Verfügung gegen die Veranstalter des Oktoberfests Dubai beantragt. Die beiden Veranstalter, der Schausteller Charles Blume und der frühere Münchner Gastronom Dirk Ippen vertraten die Auffassung, dass der Begriff „Oktoberfest“ von jedermann verwendet werden darf und nicht markenrechtlich oder kennzeichenrechtlich geschützt werden kann. Außerdem assoziiere man mit dem Begriff „Oktoberfest“ nicht unbedingt das Münchner Oktoberfest. Die Formulierung „Oktoberfest goes Dubai“ bedeute im Englischen gerade nicht, dass das Münchner Oktoberfest nach Dubai umziehe.

Zudem habe die Landeshauptstadt München bereits im Frühjahr 2021 von der geplanten Veranstaltung in Dubai Kenntnis gehabt und könne deshalb keine einstweilige Verfügung mehr erlangen. Sie habe mit der Stellung dieses Antrags zu lange gewartet.

Oktoberfest ist nicht gleich Oktoberfest

Die Auffassung der beiden Veranstalter teilten die Richter jedoch nicht. Sie führten vielmehr aus, Gegenstand des Verbotsantrags der Stadt sei nicht die Verwendung des Begriffs „Oktoberfest“, sondern die Bezeichnung „Oktoberfest goes Dubai“ in verschiedenen Zusammenhängen. Dabei erkannte die Kammer in der Formulierung „Oktoberfest goes Dubai“ sowohl eine Irreführung von Verbrauchern als auch eine unlautere Rufausbeutung.

Denn “ein nicht unerheblicher Teil der angesprochenen Verkehrskreise werde der Formulierung entnehmen, dass das Münchner Oktoberfest nach Dubai verlegt werde bzw. ausweiche”, sagte Vorsitzender Richter Georg Werner in seiner mündlichen Urteilsbegründung. Der gute Ruf des Münchner Oktoberfests werde durch die Werbung für Verbraucher auf die Veranstaltung in Dubai in unzulässiger Weise übertragen.

Redaktion GastroInfoPortal

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Erneutes Aus für das Oktoberfest Das größte Volksfest der Welt fällt aus: Zum zweiten Mal in Folge wird es 2021 aufgrund der Corona-Pandemie kein Oktoberfest geben. Diese Entsch...
Saisonbetrieb oder Ganzjahreskonzept? Die Gastronomie hat es grundsätzlich nicht leicht, weil die Betriebe stark von äußeren Einflüssen abhängig sind, die sich unmittelbar umsatzrelevant a...
Wiesngefühl trotz Oktoberfestabsage O'zapft is … in 2020 leider nicht auf der Theresienwiese, sondern in 54 Münchner Gaststätten, die pünktlich zum eigentlichen Wiesnstart 2020 ihre Häus...
Artikel mit Bildern drucken Artikel ohne Bilder drucken

Newsletter

Immer die aktuellsten Informationen. Melden Sie sich hier für unseren Newsletter an.
Zum Datenschutz

Send this to friend