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Gastro Drive-In Restaurant

Neue Gastrokonzepte nach Corona

Datum: 21.10.2021Quelle: Redaktion GastroInfoPortal | Bild: pixabay.com © Hansa1954 | Ort: München

Die Pandemie hat die Gastronomie immens belastet und tut es immer noch. Die lang andauernde Zwangspause, die neuen Abstandsregeln und Hygienevorschriften haben einerseits die Umsatzmöglichkeiten beschnitten und andererseits für Zusatzausgaben in den Betrieben gesorgt. Dass nach der Pandemie offenbar kaum jemand mehr in der Gastronomie arbeiten möchte, übt zusätzlichen Druck aus. Es herrscht Personalmangel. Der Beitrag liefert Tipps, wie sich dennoch ein profitabler Gastronomiebetrieb aufbauen lässt.

Frischer Wind für die Gastrobranche

Die Corona Pandemie hat vor allem viele kleine Individual-Gastronomiebetriebe getroffen, die chronisch unterfinanziert waren. Betriebe, die vorher schon mit sehr knappem Budget auskommen mussten, haben inzwischen geschlossen. So bedrückend die Situation ist, sie birgt auch Potenzial für frischen Wind. Junge Nachwuchstalente in der Gastronomie, oft auch Quereinsteiger mit anderen beruflichen Hintergründen, drängen nun in die Gastrobranche, die trotz der sich ständig wandelnden und aktuell heterogenen Regelungen in den einzelnen Bundesländern für viele ein spannendes Geschäftsfeld sind. Die neuen Gastronomen kommen mit innovativen Konzepten und erschließen den Markt auf ihre Weise. Hier sind beispielsweise Gastrokonzepte mit Delivery Service zu nennen, aber auch hilfreiche Apps, die den Alltag erleichtern. Es entwickeln sich neue Trends in der Gastrobranche, die viele mit Spannung verfolgen.

Generell hat sich das Verhalten der Gäste verändert. Zur Mittagszeit herrscht nicht mehr derselbe Betrieb wie vor Corona. Verbraucher gehen insgesamt weniger aus und sehen einen Gastronomiebesuch als etwas Besonderes an. Mittags greifen sie zu gesunden Snacks und suchen dabei gerne nachhaltige Angebote aus. In vielen Metropolen der Welt ist zu beobachten, dass Curbside-Services gefragt sind: Gäste bestellen tagsüber Essen vor und holen es im Drive-Thru oder per Pick-up möglichst kontaktarm ab. Auch branchenfremde Konkurrenten haben einiges zu bieten: Supermärkte bieten Snacks-to-go an, gesund und in nachhaltiger Verpackung. All diese Aspekte müssen bei der Konzeptentwicklung bzw. Weiterentwicklung Berücksichtigung finden, um erfolgreich zu sein.

Starten auf kleinem Fuß und dann groß durchstarten: So mancher Gründer sammelt die ersten Erfahrungen auf Wochenmärkten und baut langsam ein florierendes Unternehmen auf. (Foto: pixabay.com © sick-street-photography)

Investieren statt sparen

Experten schätzen, dass die Zahl der Gastronomiebetriebe um rund 25 Prozent schrumpfen wird. Dadurch werden Objekte frei, gastronomische Ausstattung wird weiterverkauft und auch Mitarbeiter mit Erfahrung werden vorübergehend am Markt verfügbar sein. Daraus ergeben sich attraktive Optionen für diejenigen, die eine gastronomische Vision und das Kapital haben, diese umzusetzen. Jetzt ist die Zeit, um zu investieren und mit neuen Konzepten gestärkt aus der Krise hervorzugehen.

Investitionen angehen

In der Gastronomie gibt es eine goldene Regel, die besagt „zuerst die Mitarbeiter, dann die Gäste und danach der Unternehmer“. Nach der Corona Pandemie gilt dies umso mehr, denn die Mitarbeiter sind das Herz und die Seele eines Gastrobetriebs. Gerade, wenn die Zahl derjenigen, die überhaupt in der Gastronomie arbeiten wollen, insgesamt gesehen zurückgeht, müssen Arbeitgeber etwas tun, um den Arbeitsplatz attraktiv zu gestalten. In die Mitarbeiter zu investieren bedeutet etwa, dass neben einer angemessene Bezahlung und arbeitnehmerfreundlichen Urlaubsregelungen weitere Benefits geboten werden, die loyale Mitarbeiter an den Betrieb binden. Außerdem bedeutet ein Investment in die Mitarbeiter auch, ein Investment in die Einrichtung und die technische Ausstattung, um optimale Arbeitsbedingungen zu schaffen. Weniger Personal verlangt nach optimierten Prozessen und nach qualitativ hochwertigen Komponenten, mit denen die Mitarbeiter jeden Tag umgehen, ohne Rücksicht auf mögliche Fragilität oder Schadanfälligkeit nehmen zu müssen. Das Equipment muss belastbar, robust und gut zu handhaben sein.

Zapfanlagen müssen hochwertig und robust sein. Dies gilt auch für die Zuleitungsschläuche. (Foto: pixabay.com © lieblingsburger )

Am Beispiel eines Eiscafés mit Barbetrieb erklärt, bedeutet dies, dass vor allem in die Grundausstattung im Hauptarbeitsbereich zu investieren ist. Dazu gehören unter anderem die Kühltheke für die Eispräsentation und Kühlung, die Zapfanlagen für Softgetränke, Softeis und Bier inklusive belastbarer, hochwertiger Lebensmittelschläuche, die ihren zugedachten Zweck optimal erfüllen. Wer den Fokus auf die Details legt und in gute Qualität investiert, schafft langfristig eine sichere Arbeitsumgebung, in der das Personal gerne arbeitet und in der guter Service am Gast möglich ist. Und auch die Küche benötigt eine professionelle gastronomische Ausstattung. Diese muss zwar optisch nicht so repräsentativ wie die Einrichtung im Gastraum sein, doch sie muss alle hygienischen Standards und Sicherheitsanforderungen erfüllen. Zum Herstellen von Eis und zur Zubereitung kleiner Snacks für den Barbetrieb braucht es entsprechende Küchengeräte. Diese können ggf. zu günstigen Preisen gebraucht erworben werden. Was nicht aus langlebigem, lebensmittelechtem Edelstahl oder vergleichbaren Materialien gefertigt ist, sollte aus hygienischen Gründen neu angeschafft bzw. ausgetauscht werden. Dazu gehören nutzungsintensive Lebensmittelschläuche und Gasschläuche genauso wie stark belastete Dichtungen und häufig genutzte Kupplungen und Verbindungsstücke. Safety first!

Trends in der Gastroszene 2021/2022

Die Gastronomie hat Platz für neue Konzepte und Gäste sind mehr als bereit, diese anzunehmen und zum Leben zu erwecken. Wer nicht das Glück hatte, beim Food-Start-up-Inkubator teilzunehmen, kann sich bei den folgenden Ideen und Trends Inspiration für das eigene Gastrokonzept holen.

Healthy Food

Gesundes Essen erlebt einen enormen Aufschwung. Verbraucher wünschen sich schonend zubereitete Lebensmittel, die möglichst naturbelassen sind und ohne chemische Zusatzstoffe auskommen. Auch Speisen, die frei von Gluten und Zucker sind oder mit probiotischen Bakterien angereichert wurden, liegen im Trend. Unter den Schlagworten „Healthy Food“, „Power Food“ und „Wellness Food“ lassen sich gastronomische Konzepte entwickeln, die Gäste mit hohem Gesundheitsbewusstsein anziehen. Auch diejenigen, die ihrem Körper etwas Gutes tun wollen, ihn stärken und mit Energie versorgen wollen, sind das Klientel dieses spannenden Trends.

Change it!

Austausch-Produkte sind im Supermarkt Trend und dieser schwappt auch auf die Gastronomie über. Statt Fast Food boomt Slow Food. Schwarze Bohnen und Süßkartoffeln ersetzen klassische Pommes, eine Pizza wird auf einem Blumenkohl-Boden gebacken und auf Burgern liegt Hühnchen statt Rindfleisch. Mehr Pflanzenbasiertes als Tierisches ist angesagt. Der Grundgedanke, den Verbraucher hier verfolgen ist, den Planeten zu erhalten und die eigene Gesundheit zu stärken. Veganismus wird in der Gastrobranche wachsende Chancen nutzen können. Und auch der Austausch klassischer Tassen und Teller durch essbares Einweggeschirr liegt im Trend. Es gibt verzehrfertige Alternativen zu Plastik-Trinkhalmen, die komplett biologisch abbaubar sind und aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt werden.

Selbst ist der Gast

Der Self-Service ist dank der Digitalisierung stark angewachsen. Im Angesichts des aktuellen Personalmangels ist dies keine schlechte Entwicklung. Am Flughafen, in den großen Einkaufszentren und an anderen stark frequentierten öffentlichen Orten lässt sich erkennen, dass Restaurants und Bars auf den Tischen ein Tablet installieren oder einen QR-Code aufkleben, über den sich Gäste ins Order-System des Restaurants einwählen. Über das Tablet oder das eigene Smartphone bestellen Kunden ihre Speisen und Getränke selbst. Damit nehmen sie Kellnern die Arbeit ab und bekommen schneller das Gewünschte serviert. Erste Untersuchungen zeigen, dass Tablets bzw. QR-Codes am Tisch den Umsatz steigern und außerdem zu mehr Trinkgeld führen. Dies hat einen Zuwachs von durchschnittlich 11 Prozent erreicht. So lassen sich Prozesse im Betrieb optimieren, neue Gäste ansprechen und gleichzeitig Kosten einsparen.

Redaktion GastroInfoPortal

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