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Mehr Sicherheit in der Gastronomie

Datum: 26.07.19Quelle: Maria Hillisch | Fotos: Fotolia.com © Chanchai, © motortion, © Rawpixel.com | Ort: München |

In der Gastronomie herrschen bekanntlich viele Vorschriften, die in erster Linie der Sicherheit der Gäste dienen sollen. Dazu gehören die Hygienevorschriften sowie HACCP Richtlinien. Dennoch dürfen beim Thema Sicherheit auch andere Risiken nicht aus den Augen verloren werden: Einbruchdiebstahl, Brandschutz oder der Arbeitsschutz sind natürlich auch in der Gastronomie relevante Themen.

Es ist daher lohnenwert, sich einmal mit der Frage auseinanderzusetzen, welche Gefahren berücksichtigen werden müssen und wie ein Höchstmaß an Sicherheit im Gastronomiebetrieb hergestellt werden kannst – abseits der Lebensmittel.

Wie sinnvoll ist ein Einbruchschutz?

Ein oftmals unterschätztes Risiko ist jenes von Einbrüchen. Im Restaurant gibt es schließlich vieles zu stehlen, sei es der Geldtresor, der teure Wein oder das Mobiliar. Die Kreativität der Einbrecher kennt dabei kaum Grenzen. Zudem muss es sich nicht immer um einen Einbruchdiebstahl handeln. Stattdessen kommt es auch immer wieder vor, dass mutwillig in Restaurants, Cafés & Co eingebrochen wird – nur, um das Innere zu verwüsten. Manchmal handelt es sich dabei um eine bewusste Wahl des Opfers, in anderen Fällen ist es reine Zerstörungswut und der Gastronomiebetrieb war eben gerade zur falschen Zeit an der falschen Stelle.

Die Antwort lautet also: Ja, ein Einbruchschutz ist in der Gastronomie unbedingt sinnvoll. Bestenfalls baut dieser auf zwei Stufen auf. Einerseits gilt es, einen Einbruch durch entsprechende Sicherheitsvorkehrungen präventiv zu verhindern. Andererseits ist eine Versicherung empfehlenswert, welche eventuelle Schäden abdeckt, wenn es dennoch zu einem Einbruch kommen sollte. Diese Maßnahmen sollten Hand in Hand gehen, denn bei vielen Versicherungen sind gewisse Vorkehrungen vorgeschrieben, damit der Versicherungsschutz nicht erlischt. Wie geht man also am besten vor?

  1. Um entsprechende Vorschriften bei der Installation von Sicherheitsvorkehrungen direkt berücksichtigen zu können, ist es die effizienteste Vorgehensweise, erst eine Versicherung abzuschließen. Häufig handelt es sich dabei nicht um einzelne Policen, sondern eine Kombination mit verschiedenen Pfeilern wie eben einer Geschäftsinhaltsversicherung inklusive Schäden durch Einbruchdiebstahl, aber auch einer Betriebshaftpflicht-, Elektronik- und Rechtsschutzversicherung. Welche Kombination sinnvoll ist, muss stets individuell entschieden werden. Am besten lässt man sich verschiedene Angebote unterbreiten. Achte aber darauf, dass eben der Einbruch inbegriffen ist – sei es ein Diebstahl oder Vandalismus.
  2. In diesem Zuge sollte zudem überprüft werden, ob gewisse Sicherheitsvorkehrungen vorgeschrieben sind, damit der Versicherungsschutz im Schadensfall auch tatsächlich greift. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass es Vorschriften zur Aufbewahrung von Bargeld gibt. Dieses muss vielleicht in einem Tresor aufbewahrt werden, welcher in die Wand eingelassen ist – oder so ähnlich. Bestehen solche Vorschriften, müssen diese in das Sicherheitskonzept integriert werden.
  3. Im letzten Schritt gilt es demnach, ein solches Sicherheitskonzept zu entwerfen. Innovative Technologien offerieren dabei eine ganze Bandbreite an Möglichkeiten. Videoüberwachung, Alarmanlage, einbruchsichere Fenster sowie Türen und viele weitere Maßnahmen stehen zur Verfügung. Auch aus einem Gastronomiebetrieb kann man also ein sogenanntes „Smart Home“ machen – ein vergleichsweise einbruchsicheres Gebäude mit hohem Grad an Automation.

Mit diesen Maßnahmen kann das Einbruchrisiko sowohl im privaten als auch im gastronomischen Bereich auf ein Minimum reduziert werden. Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es aber bekanntlich nie, weshalb die Versicherung sozusagen die letzten verbleibenden Lücken schließt.

Welche Bestimmungen gelten zum Brandschutz?

Die Gefahr von Bränden dürfen in der Gastronomie ebenfalls nicht unterschätzt werden. Einerseits kann es im Zuge eines Einbruchs zu Brandstiftung kommen, was erneut den Einbruchschutz so wichtig macht. Andererseits gibt es natürlich auch viele weitere Quellen, welche potenziell zu einem Feuer führen können. Neben den elektronischen Geräten in der Küche, sind das auch menschliches Fehlverhalten, beispielsweise im Umgang mit heißem Fett, oder Kabelbrände, welche bekanntlich in jedem Gebäude entstehen können. Auch an dieser Stelle muss daher zweigleisig gefahren werden:

  1. Es braucht Maßnahmen zur Prävention von Bränden sowie
  2. einen Notfallplan für schnelles und richtiges Handeln bei einem Brand.

Der Brandschutz spielt in der Gastronomie daher beim Thema Sicherheit eine tragende Rolle. Rund 200 Großbrände gibt es in deutschen Unternehmen nämlich jährlich, sprich Feuer, welche sich nicht auf nur einen Bereich im Gebäude oder ein einzelnes Gerät beschränken. Dementsprechend hoch ist dann in den meisten Fällen der finanzielle Schaden. Unter Umständen muss der Gastronomiebetrieb anschließend zeitweise oder vollständig schließen. Die Insolvenz ist also eine häufige Folge. Auch der Imageschaden kann durch einen Brand groß sein. Schlimmstenfalls kommen sogar Menschen zu Schaden, seien es Gäste, Mitarbeiter, Feuerwehrleute & Co.

Diese sind nur einige von vielen Beispielen für negative Folgen, welche ein (Groß-) Brand für ein Unternehmen nach sich ziehen kann. Die Frage, ob ein Brandschutz notwendig ist, stellt sich daher überhaupt nicht. Er ist stattdessen gesetzlich vorgeschrieben und unterliegt strengen Bestimmungen. Diese unterscheiden sich je nach Bundesland und sind in der Landesbauordnung sowie dem Bauordnungsrecht verankert. Weitere Pflichten als Arbeitgeber sind im Betriebsverfassungsgesetz, der Betriebssicherheitsverordnung sowie dem Arbeitsschutzgesetz festgelegt. Sollte gegen eine dieser Richtlinien verstoßen werden, erlischt auch in diesem Fall der Versicherungsschutz. Wie also kann man beziehungsweise muss man Vorkehrungen treffen?

  • Man sollte, über alle für den Betrieb gültigen Bestimmungen zum Thema Brandschutz, informiert sein. Bestenfalls holt man sich dafür einen erfahrenen Berater mit entsprechendem Knowhow als helfende Hand an die Seite. Man kann entweder einen neuen Mitarbeiter einstellen oder auf einen externen Experten zurückgreifen. Gemeinsam kann eine Checkliste erstellt werden und Punkt für Punkt abgehakt werden, damit nichts in Vergssenheit gerät.
  • Wurden die rechtlichen Vorgaben umgesetzt, bedarf es trotzdem nochmal einer angemessenen Schulung für das Personal – bestenfalls in regelmäßigen Abständen. Dieses muss lernen, worauf es im Alltag achten muss, um einen Brand zu verhindern, und wie es im Ernstfall richtig reagiert. Wissen ist beim Thema Sicherheit also das A und O.
  • Sinnvoll ist zudem die Ernennung oder Einstellung eines Brandschutzbeauftragten mit entsprechender Qualifikation. Er ist dafür zuständig, den Brandschutz gesetzeskonform sowie alltagstauglich im Gastronomiebetrieb umzusetzen sowie regelmäßig zu kontrollieren. Dabei kann es sich um einen externen Berater handeln, aber auch um einen freiwilligen Mitarbeiter, welcher zu entsprechenden Schulungen bereit ist. Letzteres kann sich wiederum positiv auf die Kosten für die Feuerversicherung auswirken.

Das Thema Brandschutz ist also nicht nur in der Gastronomie komplex. Mit den richtigen Maßnahmen lässt er sich aber meist problemlos umsetzen.

Arbeitsschutz in der Gastronomie

Der Brandschutz ist ein essentieller Bestandteil des Arbeitsschutzes. Doch es gibt noch weitaus mehr Regelungen, um die Sicherheit von Mitarbeitern in Gastronomiebetrieben sicherzustellen. Die Richtlinien zum Arbeitsschutz sind also auch in der Gastronomie gültig, stellen hier aber oft eine besondere Herausforderung dar. Denn gerade hier sind die Arbeitszeiten oftmals ungewöhnlich, sprich lange, an Feiertagen, in der Nacht oder schwankend je nach Wetterlage. Dementsprechend muss darauf geachtet werden, die Arbeitszeit pro Arbeitnehmer gesetzeskonform zu halten. Weiterhin gelten Bestimmungen zur Arbeitskleidung, den Gefahrenquellen in der Küche, Unfällen am Arbeitsplatz und, und, und…

Auch das Thema Arbeitsschutz ist demnach komplex und würde in Gänze an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Wichtig ist, dass eine sogenannte „Gefährdungsbeurteilung“ vorgenommen wird. Diese dient als Grundlage, um konkrete Maßnahmen abzuleiten und diese in einer Betriebsanweisung festzuhalten. Zuletzt müssen die Mitarbeiter diese Anweisungen aber natürlich auch kennen, um sie berücksichtigen zu können. Es braucht also entsprechende Schulungen. Sollte es dennoch zu einem Unfall kommen, muss dieser innerhalb von drei Tagen an die Berufsgenossenschaft gemeldet werden. Hier gilt die Redensart: „Vorsicht ist besser als Nachsicht. Denn selbst eine kleine Schnittverletzung kann schlimme Folgen wie eine Blutvergiftung nach sich ziehen. Sämtliche wichtigen Informationen zum richtigen Handeln nach einem Arbeitsunfall stehen zudem in einer Broschüre der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe zum Abruf bereit.

Maria Hillisch

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