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Die Burgergrill-Kette Peter Pane kooperiert mit dem Start-up Mana Farms und etabliert in Lübeck ihr erstes Indoor Farming System für Salate und Kräuter.

Lange Lieferketten Adieu! – #spürbargrün

Datum: 07.10.2021Quelle: Paniceus Gastro Systemzentrale | Bild: Francesco Gallarotti on Unsplash | Ort: Lübeck

Ende September startete Peter Pane in seinem Restaurant in der Breiten Straße in Lübeck ein spannendes Pilotprojekt: In Zusammenarbeit mit dem ambitionierten Start-up Mana Farms aus Leipzig installiert die Burgergrill-Kette eine Indoor-Farm, die den Standort mit frischem Salat und Kräutern versorgen soll. „In einer mehrwöchigen Testphase wollen wir ausprobieren, welchen Bedarf wir durch dieses System tatsächlich abdecken können“, sagt Patrick Junge.

Der Geschäftsführer der Paniceus Gastro Systemzentrale GmbH hat in der Vergangenheit durch diverse Projekte bewiesen, wie sehr ihm nicht nur das Thema Innovation, sondern auch das Wohl der Umwelt am Herzen liegt. Dass er ab jetzt weiter an der Effizienz von Lieferketten arbeiten und seinen Gästen künftig noch frischere und damit gesündere Produkte servieren kann, freut den 44-Jährigen. „Wir wollen auf diese Weise eine noch bessere Qualität bieten und sowohl den CO2-Ausstoß, als auch den Wasserverbrauch weiter reduzieren.“ Und das nicht zu wenig: die Anzucht in der Mana Farm verbraucht pro Kilo Salat nur 8 Liter Wasser, während konventionell auf dem Feld angebauter Salat auf die gleiche Menge ungefähr 240 Liter benötigt.

So funktioniert’s!

Dies soll mit Hilfe des Start-ups Mana Farms gelingen, das sein hydroponisches Vertical Farming System speziell für die Anwendung in Restaurants entwickelt hat. Und die sind damit komplett unabhängig von Zulieferern! „Wir wollen, dass frische Lebensmittel genau dort produziert werden, wo sie auch verbraucht werden“, sagen die Gründer Richard Daser und Raphael Schardt. Egal ob Lollo Bionda, Basilikum oder Minze – ausgewählte Jungpflanzen gedeihen in der Mana Farm in einem mobilen Kanalsystem, d. h. in Behältnissen ganz ohne Erde und dafür mit einer zirkulierenden Nährstofflösung. In einer 2,5 Meter hohen „Farm“, die optisch einem Kühlschrank ähnelt, finden bis zu 450 Pflanzen Platz – pro Monat.

In einer Anzuchtbox auf der oberen Ebene der Farm werden die Samen herangezogen. Die Sprösslinge sind nach drei Wochen bereit in die einzelnen Kanäle der Mana Farm gesetzt zu werden. Nach einer erneuten Wachstumsphase von drei Wochen kann vom Personal vor Ort „geerntet“ werden – einfach, indem das Wasser abgedreht und der Kanal entnommen wird. „Unser besonders platzeffizientes System kommt mit 95 Prozent weniger Wasser aus als der Anbau auf dem Feld“, erklärt Raphael Schardt.

Landwirtschaft der Zukunft?

In Lübeck wird dem Peter Pane-Team in den ersten Wochen der zweimonatigen Testphase ein Mana Farms-Experte zur Seite stehen. Sollte sich der Versuch bewähren, könnten schon bald weitere der mittlerweile 44 Restaurants der Burgergrill-Kette folgen. „Es gibt für mich nichts Schlimmeres als Stillstand“, sagt Patrick Junge, der ununterbrochen Ausschau nach zukunftsweisenden Ideen hält.

Redaktion GastroInfoPortal

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