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Nobelhart Schmutzig Billy Wagner Marko Seifert Das Nobelhart & Schmutzig distanziert sich vom Grünen Stern des Guide Michelin. Die Vergabe sei intransparent und ohne Inhalt, so Inhaber Billy Wagner.

Kein „Greenwashing-Star” für Nobelhart & Schmutzig

Datum: 1.12.2021Quelle: Nobelhart & Schmutzig, SZ | Bild: Marko Seifert | Ort: Berlin, München

Mit dem „Grünen Stern“ zeichnet der Guide Michelin seit einigen Jahren Spitzengastronomien aus, die sich durch ihre ethischen und ökologischen Bestrebungen positiv hervor tun, also mit nachhaltigen Lieferanten und Produzenten zusammenarbeiten, Müll vermeiden und Plastik sowie andere nicht-recycelbare Materialien aus ihrer Lieferkette entfernen. Soweit die Theorie.

Kein Blick hinter die Kulissen

In der Praxis wurde der Stern bisher wohl aber ohne dies zu überprüfen verliehen. Aus diesem Grund distanziert sich das Nobelhart & Schmutzig nun von der Auszeichnung, wie Inhaber Billy Wagner nun in einem Video verkündet. Das Berliner Fine Dining Restaurant hatte Anfang 2020 den Stern verliehen bekommen, ganz zur Überraschung von Billy Wagner, schließlich habe nie jemand geprüft, wie im Restaurant gearbeitet wird, berichtet er gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Ein Blick hinter die Kulissen habe nicht stattgefunden, auch Zertifikate oder Ähnliches wollte Guide Michelin nie sehen, moniert Billy Wagner im Video. Stattdessen basiere die Vergabe aufgrund der Angaben auf Websites und auf Hörensagen.

Greenwashing-Star

Für Billy Wagner ist der Grüne Stern daher vielmehr ein „Greenwashing-Star“. Um die intransparente Vergabe zu verbessern, hat der Gastronom sogar auf eigene Kosten Experten beauftragt, um klare Kriterien zu erarbeiten. Diese wurden auch an Guide Michelin übergeben, man habe darauf aber nie eine angemessene Antwort erhalten. Billy Wagner betont: „Ich hätte liebend gerne einen Green Star“, und ergänzt: „Aber nur, wenn er echte Nachhaltigkeit auszeichnet.“ Bis der Guide Michelin nicht bereit ist Änderungen vorzunehmen, wolle er keinen Grünen Stern, bekräftigt Billy Wagner. Im Gegenteil, die inhaltslose Vorgehensweise des Guide Michelin bei der Vergabe des Grünen Stern, könne sich sogar negativ auf ihn auswirken, denn „Was wäre, wenn es ein anderes Restaurant gäbe, dass sehr viel über Nachhaltigkeit spricht und dafür einen Green Star bekommt und dann rauskäme, dass dieses Restaurant überhaupt nicht nachhaltig ist? Das schadet meinem Betieb!“

Nicht nur Billy Wagner, auch andere Spitzengastronomen halten den Grünen Stern für Greenwashing. Mehr dazu lesen Sie hier.

Antonia Perzl / Redaktion GastroInfoPortal

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