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Gastro-Trends 2021

Datum: 07.01.2021Quelle: Socialwave | Bild: Dan Burton on Unsplash | Ort: München

Das Gastro-Jahr 2020 stand ganz im Zeichen der Pandemie. Doch auch 2021 wird Covid-19 die Branche nachhaltig beeinflussen und verändern. Felix Schönfelder, Geschäftsführer von Socialwave betont, dass trotz staatlicher Hilfsprogramme noch nicht absehbar sei, wer durch die Krise kommt. Mit Blick auf das Jahr 2021 erwartet er fünf Gastro-Trends, die den individuellen Erfolg von Gastronomiebetrieben im kommenden Jahr maßgeblich mitbestimmen werden.

Take-away-Geschäft

In einer Zeit, in der alle so wenig wie möglich das Haus verlassen sollen, bleiben Lieferdienste im ersten Quartal gefragter denn je. Immer mehr Menschen bestellen ihr Essen online. Das Take-away-Geschäft war und ist teilweise die einzige Einnahmequelle der Gastronomiebetriebe. Aber auch nach der Wiedereröffnung im Sommer 2020 hatte das Essen auf Rädern einen bleibenden Anteil am Gesamtumsatz. Dieser Trend wird sich 2021 weiter fortsetzen, ist sich der Geschäftsführer sicher: „Die wesentlichen Marktbedingungen mit Blick auf die Pandemie und Konsumgewohnheiten bleiben weitestgehend gleich. Menschen werden Bars und Restaurants teilweise meiden. Erneute Schließungen sind ebenfalls nicht ausgeschlossen. Und das Thema Homeoffice bleibt ein fester Bestandteil der Arbeitswelt. Die Menschen waren daher weniger in den Stadtzentren als bisher, bestellten mittags aber durchaus per Lieferdienst.“ Wie stark der Online-Lieferservice wächst, zeigt der Unternehmensbericht von Lieferando: Die Anzahl der bestellten Speisen stieg im ersten Halbjahr 2020 um 34 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf rund 49 Millionen.

Dialog mit der Community

„Eine starke Community ist das nachhaltigste Loyalty-Programm“, konstatiert Felix Schönfelder. Wer sich schon vor der Pandemie eine Community bei Facebook, Instagram oder einen Newsletter-Verteiler aufgebaut hatte, kommt Socialwave zufolge besser durch die Pandemie als jene Betriebe, die keine Fanbase haben. „Die Solidarisierung, die unsere Gastronomen auf ihren gewachsenen Social-Media-Kanälen erleben, ist enorm. User kommentieren und teilen neueste Angebote und Aktionen. Sie bestellen aber auch, weil sie ihre Lieblingslokale in schweren Zeiten unterstützen wollen. Diese Erfahrung hat in der Branche zu einem Umdenken geführt“, sagt Felix Schönfelder. Er geht davon aus, dass 2021 noch viel mehr Gastronomen einen digitalen Kommunikationskanal bespielen und die Potenziale einer funktionierenden Community für sich entdecken.

Reputationsmanagement

Ob ein Lokal im Pandemie-Jahr 2020 trotz Schließung weiterhin Umsatz generieren konnte, hing nicht zuletzt von der Frage ab, ob und wie es online sichtbar war. Für die Sichtbarkeit entscheidend ist vor allem das Google-Ranking, das in direktem Zusammenhang mit Quantität und Qualität der Google-Bewertungen steht. Wer nicht unter den Top-Treffern landet, ist für Suchende fast nicht existent. Und wenn das Lokal nur über durchschnittliche Bewertungen verfügt, ist es nur zweite oder dritte Wahl. Einer aktuellen GfK-Studie zufolge schauen sich mehr als die Hälfte der Verbraucher (56,4 %) im Vorfeld einer Kaufentscheidung Online-Bewertungen an. Umso wichtiger ist ein proaktives Reputationsmanagement. „In Zeiten von Bewertungsplattformen und Google-Unternehmensseiten gestalten Verbraucher das Unternehmens- und Markenimage maßgeblich mit“, sagt Felix Schönfelder.

Nachhaltigkeit

Die Kehrseite der Lieferdienste ist eine neue Flut an Verpackungsmüll. Allein zwischen 2000 und 2017 hat sich laut Umweltbundesamt der Verbrauch von Verpackungsmüll in der Gastronomie verdreifacht. Im Pandemie-Jahr 2020 dürfte es noch deutlich höher ausfallen. „Ein Blick in soziale Medien zeigt, dass das Thema Mehrweg für Lieferessen in den nächsten Wochen und Monaten verstärkt auf die Agenda kommt und Konsumenten mehr Nachhaltigkeit einfordern“, weiß der Socialwave-Geschäftsführer. „Mehrweg und Lieferdienst schließen sich nicht aus. Deutsche Startups wie Recup und Vytal weisen den Weg in die Zukunft“, ergänzt er.

In unserem Beitrag Mehrweg statt Müll erfahren Sie übrigens mehr zu potenziellen Mehrweg-Lösungen, die auch Lieferdienst-tauglich sind.

Einheitlicher Bestellprozess

Im Moment haben viele Gastronomen keinen einheitlichen Bestellprozess. Sie nehmen die Kundenwünsche mitunter auf drei und mehr Kanälen entgegen. Vor Ort an der Fenster-Theke, online auf der eigenen Webseite, über Lieferdienst-Systeme sowie per Telefon. Das bindet Ressourcen und erhöht die Fehlerquote. „Wer keinen klar strukturierten Prozess hat, bei dem kommt es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Falschlieferungen und Lieferverzögerungen. Das kann wiederum zu negativen Kundenbewertungen im Netz führen.“ Felix Schönfelder rät, den Bestellprozess schnellstmöglich zu standardisieren und soweit möglich zu digitalisieren.

Redaktion GastroInfoPortal

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