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Maximilian Laux, Inhaber und Gründer von Flieten Franz, ist Gewinner des Gastro-Gründerpreises 2022 im Rahmen der Internorga.

Vom Maggiwürfel zur Pferdeklinik

Datum: 09.05.2022Quelle: B&L MedienGesellschaft | Bilder: Hamburg Messe und Congress, Flieten Franz | Ort: Trier
Flieten, namensgebend für den Imbiss von Maximilian Laux, sind Hähnchenflügel: innen saftig und außen knusprig.
Flieten, namensgebend für den Imbiss von Maximilian Laux, sind Hähnchenflügel: innen saftig und außen knusprig.

Seit 2019 betreibt Maximilian Laux seinen Imbiss Flieten Franz in Trier – er startete mit einem selbstgebauten Foodtrailer, dem Maggiwürfel. Im Rahmen der Internorga 2022 wurde er mit dem Gastro-Gründerpreis 2022 ausgezeichnet – für uns Grund genug, ihm in der Manier unserer Rubrik Privat & Provokant aus der 24 Stunden Gastlichkeit auf den Zahn zu fühlen.

Was eine Pferdeklinik mit seinem Gastronomiekonzept zu tun hat und was Flieten überhaupt sind, hat uns Max im Interview verraten.

Privat & Provokant: Maximilian Laux

Erst Unternehmerpersönlichkeit des Jahres 2021, jetzt Gewinner des Gastro-Gründerpreises – inwieweit spornen dich Auszeichnungen wie diese in deinem Berufsleben/Wirken an?

Ich fühle mich darin bestätigt, in 2019 das richtige Konzept konzipiert und gerade mit meinem Team diese Auszeichnungen gewonnen zu haben. Denn eine Persönlichkeit kann sich nur entfalten, wenn sie Platz und Zeit hat. Und dafür braucht man ein starkes Team, das einem den Rücken freihält. Zusammen planen wir nichts Geringeres, als einer der verrücktesten Läden in Deutschland zu werden!

Für welches der Gastro-Konzepte hättest du dich im Finale des Gastro-Gründerpreises entschieden – und warum?

Ich habe Regina von den Beetschwestern die Daumen gedrückt! Ihr Konzept ist zwar 100 Prozent anders als meines, aber man spürt die Liebe und den Einsatz, den sie in ihren Laden steckt. Wir haben uns persönlich auch sehr gut verstanden und haben auch jetzt noch Kontakt.

Wie kam es zu der Gründung von Flieten Franz?

Bevor ich selbstständig wurde, war ich Quality und Food Safety Manager bei Ikea in Wien. Bis ich alles verkaufte, was ich besaß und auf Weltreise ging: Vier Jahre ging das Abenteuer – erst mit dem Motorrad durch Süd-Ost-Asien, dann mit dem Campervan durch Südamerika.

2019 war mir nach meiner Weltreise klar, dass ich nicht mehr für andere Leute arbeiten kann. Ich habe mit 100.000 Euro mit dem Maggiwürfel gestartet, unserem selbstgebauten Foodtrailer.

Seit dem ersten Lockdown machen wir zudem sehr erfolgreich BBQ. Wir haben mit einem „kleinen“ Smoker angefangen und in 2021 haben wir dann einen Großen gekauft, in den drei ganze Schweine passen.

Was hat es mit dem Namen Flieten Franz auf sich?

Franz ist mein Alter Ego – Maximilian Franz Xaver Laux ist mein voller Name.

Hinter Flieten verbergen sich Hähnchenflügel – außen knusprig, innen butterzart, mit einem geheimen Würzsalz bestreut und heiß serviert. Zu jedem Menü gibt es einen von Muttis Dips, die wirklich alle von Mutti selbst gemacht werden! Zur Auswahl stehen die Sorten Knoblauch (Jedermanns Liebling), Scharf, Curry und TomTom – unsere Version von Ketchup.

Warum hast du dich bei deinem Gastro-Konzept für Hähnchenflüge und Barbecue entschieden?

Flieten sind eine regionale Spezialität und es gab sie in keinem Fastfood-Konzept – bis wir uns dazu entschieden haben. Wöchentlich verkaufen wir um die 500 Kilogramm Hühnerflügel; grob bewegen wir als kleine Imbissbude etwa 1,5 Tonnen Lebensmittel in der Woche.

BBQ war eine Corona-Idee und hat sich als Glücksgriff herausgestellt. Gerade durch meinen Pitmaster (dt: Grillmeister), der aus Texas kommt, machen wir wirklich traditionelles BBQ. Getreu dem Motto: „If it’s not cooked over wood; it’s not BBQ.“ Wir benutzen keinen Gasofen, sondern nur reines Buchenholz und fangen auch knallhart um 3 Uhr morgens an.

Welche Pläne verfolgt ihr mit Flieten Franz ganz aktuell?

Wir sind gerade daran, die ehemalige Pferdeklinik als unseren nächsten Standort umzubauen – davon ein Großteil in Eigenregie: endlich Toiletten, frischgezapftes Bier und Viez (Trierer Apfelwein). Wir planen auf diese Weise, einer der angesagtesten BBQ-Standorte Deutschlands zu werden. Die Eröffnung ist für 1. Januar 2023 geplant.

Was wir Vorhaben: BBQ Pit Area Indoor, komplette Inneneinrichtung, Bar sowie Küche neu, die alten französische Kasernen-Toiletten erneuern wir ebenfalls (die Klinik war vorher eine Kaserne) und Sitzplätze wird es in den ehemaligen Pferdeboxen geben.

Was sind aus deiner Sicht die Erfolgsfaktoren von Flieten Franz?

Uriges Konzept, super Geschmack und wirtschaftliche Nachhaltigkeit

Gibt es ein Gericht, das du deinen Flieten vorziehen würdest?

Eine Fliete am Tag geht immer ! Aber ich liebe Reis.

Wie denkst du über das (schlechte) Image der Branche?

Ich finde, wir sind leider schlecht organisiert und Gastro ist nicht sexy zu vertreten.

In Kombination mit der „Geiz ist Geil“-Mentalität, die gerade unheimlich mit dem stark aufkeimenden Thema Nachhaltigkeit kollidiert, steht die Gastro vor einer neuen Aufgabe.

Was ist dir bei der Zusammenarbeit im Team besonders wichtig? Wie wichtig ist dir das Menschliche?

Ich liebe mein Team und das alles hier wäre nicht möglich gewesen ohne diese Verrückte, die mir den Rücken frei hält (100 Prozent Frauenquote bei den Festangestellten).

Was wolltest du als Kind werden?

Koch! Ich habe es geliebt, mit meiner Oma zu kochen und habe in den Ferien auch Kinderkochkurse besucht.

Kaffee oder Tee? Hähnchenflügel oder Barbecue?

Lieber Tee und wie bereits erwähnt: ich probiere eine Fliete am Tag und sie schmecken mir immer noch! Aber unsere Ribs sind von einem anderen Stern.

Welchen Wunsch möchtest du dir „noch“ erfüllen?

Ich will in Brasilien am Strand leben und Kitesurfen, das ist mein Lebensziel!

Danke für das Gespräch!

Flieten Franz gewinnt den Gastro-Gründerpreis

„Ich freue mich riesig, dass ich unsere regionale Spezialität Flieten der ganzen Welt nahe bringen kann“, kommentierte Maximilian Laux den Gewinn des Hauptpreises beim Gastro-Gründerpreis 2022. Mehr zu den nominierten Gastro-Konzepten gibt es im Beitrag „Die Start-up-Krone geht nach Trier“ zu lesen.

Sarah Hercht / Redaktion GastroInfoPortal

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