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Pünktlich zur siebzehnten Ausgabe des international anerkannten Kongresses „Madrid Fusión“ meldete sich Ferran Adrià auf der kulinarischen Bühne zurück.

Ferran Adrià ist zurück

Datum: 15.04.2019Quelle: Inhalt & Bilder: Dr. Michael Polster | Ort: Madrid/Berlin

Das El Bulli war berühmt für seine Molekularküche. Regelmäßig zeichnete es der Guide Michelin mit der Höchstwertung von drei Sternen aus. Ganze fünf Mal wurde das Restaurant im Rahmen der „The World’s 50 Best Restaurants“ auf den ersten Platz gewählt. Im Februar 2020 soll mit einer Investition von rund acht Millionen Euro El Bulli1846 eröffnet werden. Die neue Zahl im Namen ist eine Hommage an Auguste Escoffier, den „König der Köche, Koch der Könige“. Dieser wurde 1846 geboren und gilt als Pionier der Haute Cuisine.

Ferran Adrià präsentiert El Bulli-Lab

Mit Emotionen und sichtlich Stolz präsentierte er vor einigen Hundert Zuhörern erste Einzelheiten seines neuen futuristischsten Projekts. Wer erwartet hat, dass Ferran Adrià (auf dem Bild mit unserem Autor Dr. Michael Polster) mit mehr Antworten als Fragen auf die Bühne kommt, wurde enttäuscht. Er sagte es gleich zu Beginn seines Vortrags: „El Bulli kehrt nicht zurück – El Bulli war nie weg!“ Adrià brauchte etwa 30 Minuten, um dies seinem Publikum zu erklären. Acht Jahre nach der Schließung seines Restaurants El Bulli verkündete er nun Details seines neuen Projekts. Dabei handelt es sich nicht um die Wiedereröffnung seines Hauses in Cala Montjoiosa in Girona, sondern um ein neues gastronomisches Konzept. Der berühmte Restaurant-Ort an der Costa Brava werde ein Treffpunkt für die kreative Gastronomie, erklärte bekannte Sternekoch.

Jedes Jahr sollen dort 20 bis 25 Köche und Restaurantfachleute Stipendien erhalten. Dort sollen sie neue Ideen entwickeln und an Konzepten feilen. Mehr als fünf Jahre habe er gemeinsam mit Freunden und Architekten am Design zur architektonischen Anpassung der Gebäude an das Naturschutzgebiet Cap de Creus gearbeitet und geforscht. Jetzt beheimatet der Ort ein Forschungslabor und ein Ausstellungsraum. Dort werden die im El Bulli-Lab in Barcelona begonnenen Projekte fortgesetzt. Die zukünftigen Projekte werden nach dem Motto „Verstehen, um zu schaffen“ mit verschiedenen kreativen Teams durchgeführt. Ziel sei es, praktisch Ansätze zu erforschen, die in der Gastronomie zukünftig eingesetzt werden können.

LaBullipedia

El Bulli 1846 wird aus einem Team von rund 20 Fachleuten mit unterschiedlichem Hintergrund bestehen; darunter Philosophen, Köche, Journalisten und Ernährungswissenschaftler, die alle mit der Erforschung neuer kulinarischer Techniken beauftragt sind. Ein Teil des ursprünglichen Teams des Labors wurde bereits von den Mitgliedern der El Bulli-Foundation, die alle Projekte des Küchenchefs leitet, und ihren Sponsoren ausgewählt. Nichts desto trotz ist man für die Erweiterung des Teams offen.

Großes habe er in Zukunft vor, dazu präsentierte er eine beeindruckende Liste: 35 neue Bücher, eine Enzyklopädie, eine Bibliothek, eine neue Website und einiges mehr. Auch El Bulli1846 selbst beeindruckt: Auf 4.000 Quadratmetern gibt es nicht nur einen Raum für Forschung, sondern auch ein Labor, ein großes Esszimmer und eine Küche.
Eine weitere große Neuerung für dieses Projekt: Jeder kann auf alle verfügbaren Informationen zugreifen. Dabei handelt es sich um Informationen wie den allgemeinen Katalog der El Bulli-Rezepte, digitalisiert in Bildern und über 400 Videos aller Präsentationen seit 2003. Außerdem gibt es hier den Zugriff auf die Daten der Notizbücher aller Köche, die im Restaurant El Bulli bisher tätig waren. Erklärt irgendein Buch, was Kochen ist? Oder die Geschichte der gastronomischen Verkostung? Gibt es Auskunft was ein Produkt ist? Alle Antworten sollen im LaBullipedia zu finden sein, so betont es Ferran Adrià.

Zum Abschluss seine Vortrages wandte er sich mit einen Aufruf an die Forscher aus allen Bereichen, sich an dem Projekt zu beteiligen. Madrid Fusión 2019 sei für ihn die Plattform für den Startschuss. Sein persönliches Fazit: Alles sei möglich. Er wisse nur, „dass wir jetzt anfangen werden zu arbeiten, aber wie es aussehen wird, sei selbst für ihn noch unbekannt.“

 

Dr. Michael Polster

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