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Kleine Reise durch die Zeit

Datum: 10.05.2019Quelle: Henri Hotels, rocketpixel / Freepik | Ort: Düssseldorf

Nach einer Ausbildung zum Hotelfachmann Anfang der 90er-Jahre war Eckart Buss lange Zeit im Rooms-Bereich tätig, bevor er 2002 nach einem Studium zum Hotelbetriebswirt mit Schwerpunkt Marketing bei der DSR Hotel Holding Gruppe einstieg. Als Chef der Projektentwicklung im Louis C. Jacob hatte er maßgeblichen Anteil an der Konzeptentwicklung und -umsetzung der Henri Hotels, deren erstes Haus 2013 in Hamburg sein Debüt gab. Seit der Eröffnung des zweiten Hotels 2016 in Berlin ist er Geschäftsführer der Marke.


Buss
Eckart Buss, Geschäftsführer Henri Hotels

Herr Buss, während andere Hotels immer moderner werden, haben Sie im Henri Düsseldorf gezielt einen Schritt in die Vergangenheit der 60er/70er Jahre gemacht. Warum?
Wir leiten die Design-Story unserer Häuser von der Standort- und Immobiliengeschichte ab. In Düsseldorf handelt es sich um ein ehemaliges Bürogebäude, das wir in ein Hotel umgewandelt haben. Der Zweckbau von Anfang der 70er-Jahre wurde vom Investor mit einer hochwertigen Sandstein-Fassade versehen, die die Vertikale betont – eine Hommage an die klassische Moderne der 60er-Jahre. Insofern dreht sich hier im Design alles um diese Zeit. Zum Look and Feel der Henri Hotels gehört außerdem, dass die Mitarbeiter passend zum jeweiligen Designkonzept gekleidet sind. In Düsseldorf trägt das Team Schlaghosen, Pullunder, Blusen und Jeans in verschiedenen Farben. Die Outfits dürfen die Mitarbeiter selbst je nach Lust und Laune kombinieren.

Retro ist in gewisser Weise „in“. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?
Vielleicht ist es eine gewisse Nostalgie, eine Sehnsucht nach den einfachen Dingen oder an schöne Erinnerungen. Trends kommen und gehen. Oft werden vergangene Designepochen neu und modern interpretiert. Das ist zum Beispiel gerade so beim Mid-Century. Bei Möbeln sind wieder Teak, Retro-Farben und Elemente im Bauhaus-Design der 50er und 60er Jahre angesagt. Unsere Möbel und Designelemente geben die Zeit so authentisch wie möglich wieder und sind teilweise extra angefertigt. Dass wir gerade mit dem Mid-Century in Düsseldorf auch den Zeitgeist treffen ist schön, war aber nicht das primäre Ziel.

Welchen Einfluss hatten Sie auf die Gestaltung des Henri Düsseldorf?
Das Design spielt in den Henri Hotels eine ganz entscheidende Rolle. Es ist Teil unseres Markenkerns und ein Bereich, der mir nicht nur wichtig ist, sondern der auch sehr viel Spaß macht. Das standortspezifische Designs entsteht aber in Teamarbeit mit Kreativen auf der einen Seite und den Fachleuten aus der Hotellerie auf der anderen Seite. Von Beginn an begleitet uns bei der Henri-Innenarchitektur das Münchner Büro LUMISOL unter der Leitung von Marc Ludolf von Schmarsow. Er schafft es, den Häusern jeweils das passende Interior zu geben, das zur äußeren Hülle und zur Geschichte des Standortes passt.

Warum passt Henri zu Ihnen und Sie zu Henri?
BussWissen Sie, die Standardisierungswelle in der Hotellerie – und zwar nicht nur in der Ketten-, sondern auch in der Privathotellerie – , die vor 40 Jahren begann, hat zu einer Gleichförmigkeit in der Hotelwelt geführt. Sie finden, auch geprägt durch Modeerscheinungen, eigentlich überall die gleiche Ausstattung, die von Funktionalität und Bravheit geprägt ist. Das Phänomen ist überall das gleiche, egal ob im 4-Sterne-Businesshotel in der Innenstadt, im Budget-Motel an der Autobahnabfahrt oder im Traditions-Gasthaus in einer Feriendestination. Mit Henri wollen und können wir einen Kontrapunkt dazu setzen. Wir knüpfen an Zeiten an, in denen Hotels noch „besondere Orte“ waren, zum Austausch, zum Wohlfühlen und zum Erleben einer speziellen Atmosphäre, die einen sonst nicht immer umgibt. Das ist mir wichtig und darum passen Henri und ich gut zusammen.

Was macht das Henri-Düsseldorf neben seinem Design aus?
BussDie Menschen vor Ort: Unsere Teams sind so individuell wie unsere Gäste, zusammengesetzt aus „Persönlichkeiten aus der Nachbarschaft“. Und auch hier haben wir einen bunten Altersmix und außerdem viele Kollegen, die nicht aus der Branche sind. Unsere Gastgeber brennen für Düsseldorf und wissen, wo es in Pempelfort den besten Italiener gibt. Aus der Standorttypik und den Kollegen vor Ort ergibt sich dann mit dem Design der „Spirit“, der unsere „Henriness“ ausmacht.

Wer übernachtet im Henri Düsseldorf?
„…alle die, die das Besondere lieben!“, so fasse ich es gern zusammen. Tatsächlich ist es ein Mix aus Geschäfts- und Städtereisenden mit unterschiedlicher Mengengewichtung. In Düsseldorf haben wir natürlich anteilsmäßig mehr Businessreisende als z.B. in unserem Haus in Berlin. Eine Einteilung in Altersgruppen lässt sich auch nicht vornehmen, denn das Hotel ist ein „All-generation-place“.

Wie passen das Hotel und die Marke zur Stadt Düsseldorf?
Neben der äußerlichen Erscheinung, ist vor allem das mit einem Henri verbundene Lebensgefühl zentral. Und dieses Lebensgefühl entspricht im hohen Maß auch der rheinländischen Frohnatur. So könnte Henri „ne echte Düsseldorfer Jong“ sein, denn Toleranz, Lebens- und Genussfreude, gepaart mit einer gewissen Laissez-faire-Haltung, sind durchaus rheinländische Charakterzüge. Der Düsseldorfer Hotelmarkt gehört außerdem zu den attraktivsten in Deutschland. Er ist eng mit den Messebesuchern der Düsseldorfer und Kölner Messe verzahnt, die Klientel ist sehr international. So kommen auch viele Briten, Niederländer oder Amerikaner zu uns, die unserer individuelles Konzept und unsere weltoffene, gelassene und empathische Art zu schätzen wissen.

Vielen Dank für das Gespräch!


 

Benjamin Lemm / Gastroinfoportal

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