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Ilona Scholl & Maximilian Strohe

Eckart Witzigmann Preis 2020

Datum: 04.09.2020Quelle: Internationale Eckart Witzigmann Preisgesellschaft mbH | Bilder: Ilona Wunstorf, Philipp Rathmer | Ort: München

Der Name Eckart Witzigmann steht als Qualitäts-Parameter, auch außerhalb der Küche: Seit 2004 gibt auch es den „Internationalen Eckart Witzigmann Preis“. Mit dem Eckart werden Persönlichkeiten geehrt, die sich für das Kochen und die Esskultur in besonderer Weise verdient gemacht haben.

Kreative Verantwortung

Der Eckart 2020  in der Kategorie „Kreative Verantwortung“ geht an Ilona Scholl und Maximilian Strohe (im Bild oben). Die 2019 ausgebrochene Pandemie führt die Gastronomie weltweit in eine unvergleichbare und existenzbedrohende Krise. Überall müssen Restaurants für zum Teil lange Zeit geschlossen werden und für die ausgefallenen Umsätze gibt es keinen Ersatz. Zahlreiche Köche auf allen Kontinenten suchen nach Auswegen. Das innovative, mit einem Michelin-Stern dekorierte Restaurant Tulus Lotrek von Ilona Scholl und Maximilian Strohe muss in dieser Krise ebenso schließen, wie die gesamte Gastronomie. Das 2015 gegründete Restaurant hat sich bis dahin profiliert als vielversprechender Vertreter einer jungen, deutschen Gastronomie, das eine originelle Küche mit einer frischen, herzlichen und stilsicheren Gastlichkeit verbindet.

Als ihr Restaurant schließen muss, initiieren Ilona Scholl und Maximilian Strohe ein Projekt, das binnen Wochen zu einem der größten und eindrucksvollsten Netzwerke wächst. Sie rufen #kochenfürhelden ins Leben, um vor allem jenen Menschen zu helfen, die in der Pandemie in der ersten Linie stehen: Ärzte, Krankenhelfer, Verkäufer sowie vielen mehr. Mit bekömmlichen und hochwertigen Speisen nehmen sie den Begriff „Restaurant“ wörtlich und „restaurieren“ jene Menschen, „die dafür sorgen, dass unser Leben unter den derzeitigen Umständen weiterlaufen kann“.

Tim Mälzer

Eckart 2020 – Prix d´Exception für Tim Mälzer

Eine der großen Qualitäten von Tim Mälzer ist seine kraftvolle Sprache. Durch seine Fernsehformate verschafft er dem Kochen große Aufmerksamkeit und es gelingt ihm, die oft weltfremden Diskussionen über die gehobene Küche zu erden und ihre Substanz vielen Menschen nah zu bringen.

In der 2019 ausgebrochenen Pandemie wird Tim Mälzer zum stärksten Fürsprecher der bedrohten und durchaus systemrelevanten Gastronomie. Mit starken Argumenten und großer Leidenschaft macht er in mehreren weit verbreiteten Statements auf die Lage aufmerksam, spricht persönlich mit den Verantwortlichen und öffnet ihnen die Augen. Die Arbeitsplätze liegen ihm dabei besonders am Herzen.

Tim Mälzer, so die Jury, „wird zum Sprachrohr für die deutsche Gastronomie, hebt eine Protestaktion aus der Taufe und sendet eine starke Botschaft an die Politik. Besonders wirkungsvoll ist seine Haltung, weil es ihm gelingt, starke Argumente mit einer authentischen Emotionalität zu verbinden“.

„In Krisen machen uns Menschen Mut, die gerade dann kreative Ideen entwickeln, um sich selbst und anderen zu helfen. Noch eindrucksvoller sind solche Aktivitäten, wenn sie Grenzen überwinden und neue Wege finden. Das ist kreative Verantwortung, die genau dann besonders notwendig ist, wenn die Umstände die Menschen auf sich selbst und ihre elementaren Bedürfnisse zurückwerfen“, lautet das Fazit der Jury.

Darüber hinaus unterstützt der Koch jene, die besonders belastet sind, stellt sein Team in den Dienst von #kochenfürhelden, holt die Aktion nach Hamburg und versorgt dort Krankenhäuser, Apotheken oder Supermärkte.

Ilona Scholl, Max Strohe und Tim Mälzer zeigen beispielhaft Wege aus der Krise. Mutig entwickeln sie neue Konzepte und machen sich zum wirkungsvollen Sprachrohr der jungen deutschen Gastronomie. Damit helfen sie sich selbst, unterstützen andere Menschen und sie erreichen ein großes Publikum sowie die politisch Verantwortlichen. Ihr Engagement sorgt dafür, dass die Gastronomie als das wahrgenommen wird, was sie ist: eine der wichtigsten kulturellen Errungenschaften der modernen Zivilisation.

Redaktion Gastroinfoportal

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