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Eine Studie des Berliner Tech-Start-up Kollex zeigt, viele Gastgeber scheuen digitale Tools. Lothar Menge, Geschäftsführer des Startups, versichert, dass viele Sorgen unbegründet sind.

Drei Mythen über digitale Tools in der Gastronomie

Datum: 14.10.2021Quelle: Kollex GmbH | Bild: Brooke Cagle on Unsplash | Ort: Berlin

Wer Gastronomen kennt und ihnen bei ihrer Arbeit zuschaut, weiß, dass sie zwischen Kochen, Servieren, Einkauf, Buchhaltung, Bestellungen und Personalplanung jonglieren müssen. Ein Balanceakt, denn für ein kulinarisches Erlebnis sorgen und den persönlichen Kontakt zu Gästen pflegen, lässt Gastronomiebetreibende erst richtig aufblühen. Viele Abläufe können inzwischen auch mit digitalen Helfern vereinfacht oder erledigt werden. Doch eine große Anzahl an Akteuren scheut die Nutzung von Tools und Anwendungen.

Das Berliner Tech-Startup Kollex führte in Zusammenarbeit mit der Hochschule Heilbronn eine Studie mit über 1.000 Teilnehmern aus der Gastronomie und Hotellerie zur Digitalisierung ihrer Branche durch. Unter anderem wurden Hürden abgefragt, die die Einführung neuer digitaler Systeme im Betrieb verhindern oder erschweren. Lothar Menge, Geschäftsführer des Startups, versichert, dass viele Sorgen unbegründet sind und somit eher ins Land der Mythen gehören. Über die wichtigsten klärt er auf.

Grafik: Kollex

Mythos #1: „Da kommen hohe Kosten auf mich zu!“

Denken Gastronomen an digitale Neuerungen in ihrem Betrieb, ist die erste Frage oft die nach den Kosten. „Es gibt viele Betriebe, die zwar wissen, dass sie digitale Tools nötig haben, allerdings den finanziellen Aufwand scheuen“, weiß Lothar Menge. 46 Prozent der befragten Personen denken, dass die Einführung digitaler Systeme teuer ist. Dabei ist bei den meisten Anbietern keine neue Hardware erforderlich: Gastronomiebetreibende können bereits vorhandene Smartphones, Tablets oder Computer verwenden.

Auch die Software-Kosten sind in der Regel nicht hoch: Viele Tools sind gratis. Bei anderen erleichtert eine kostenlose Testphase vielen Akteuren in der Branche den Einstieg. So finden sie heraus, welche Services und Funktionen sich für die eigenen Ansprüche lohnen. Oftmals sind es auch nur optionale Erweiterungen, die kostenpflichtig sind. Die Scheu vor ausufernden Kosten ist also unbegründet. Lothar Menge rät: „Investitionen in die Digitalisierung können sich Gastronomen erstatten lassen, einmalig mit bis zu 20.000 Euro (Anträge können noch bis zum 31. Oktober 2021 eingereicht werden). Die Kosten übernimmt gänzlich der Staat.“

Mythos #2: „Ich habe keine Zeit und nicht die notwendigen IT-Kenntnisse für digitale Tools.“

„Aus einer internen Befragung unserer Kunden wissen wir, dass sie unsere intuitive Bedienung sehr schätzen“, freut sich Lothar Menge und gibt dieses Wissen auch gerne an andere Gastronomen weiter. Denn die Gastro-Digitalstudie zeigt, dass 42 Prozent der Befragten einen hohen Aufwand bei der Einführung digitaler Systeme  befürchten. 40 Prozent sehen zudem fehlende IT-Kenntnisse beim Personal als Hürde.

„Eine intuitive Bedienung ermöglicht es den Betrieben, die Umstellungszeit ihres Personals möglichst kleinzuhalten und sorgt für einen reibungslosen Übergang.“ Ein weiterer Vorteil: Die Nutzung der digitalen Helfer sind orts- und zeitunabhängig. So können Gastronomen Bestellungen auch spät am Abend tätigen und sind nicht an die Servicezeiten des Lieferanten gebunden. Lothar Menge ermutigt: „In erster Linie geht es darum, alle Beteiligten zu entlasten und ihnen mehr Zeit für wesentlichere Dinge in ihrem Betrieb zu verschaffen.“

Tipp von Lothar Menge: „36 Prozent der Gastronomen und Hoteliers gaben an, dass fehlende Beratung zu Einführung und Nutzung der Anwendungen die Einführung digitaler Systeme erschweren. Wünschen Nutzer Unterstützung, bieten die meisten Unternehmen auch Schulungen, Webinare oder Erklärvideos an und sind zudem per Kundensupport telefonisch und via E-Mail zu erreichen. Wenn es sich anbietet, kommen bei Bedarf Experten in den Betrieb, um die digitalen Tools vor Ort zu erklären.“

Mythos #3: „Ich bin unsicher, was mit meinen Daten passiert.“

Seit Mai 2018 gibt es europaweit die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die alle Firmen zur strengen Einhaltung des Datenschutzes verpflichtet. Generell gilt, dass personenbezogene Angaben ohne Rechtsgrundlage (zum Beispiel explizite Zustimmung) nicht an Dritte weitergegeben werden dürfen. Sprich: Wenn Gastronomiebetriebe mit digitalen Tools arbeiten, sind die Anbieter verpflichtet, Daten über beispielsweise Warenbestellungen oder Lieferungen nicht weiterzugeben. Arbeitet ein Restaurant mit einem Service für Personalplanung zusammen, unterliegen natürlich auch diese Informationen der DSGVO. Datenschutz-Informationen müssen zudem für jeden einsehbar sein. In der Regel machen die Services oder Apps dies über eine Bereitstellung der Informationen direkt auf der Webseite (etwa mittels Link). Dort finden Interessierte Informationen zum Umgang mit ihren Daten.

Lothar Menge versichert: „Neutralität gegenüber Herstellern und Händlern ist ein wichtiger Grundwert für uns. Das schließt auch ein, sich nicht durch die Weitergabe von Bestelldaten Vorteile zu verschaffen – diese werden lediglich zwischen den Lieferanten und Kunden übermittelt und nicht an andere weitergegeben.“

Fazit: Digitale Helfer halten Gastronomen den Rücken frei

Viele organisatorische Vorgänge in Gastro-Betrieben nehmen einiges an Zeit in Anspruch. Ein Umstand, an den sich der Großteil in der Branche gewöhnt hat. Über den Einsatz von digitalen Anwendungen und Services gibt es noch immer viele Mythen. Lothar Menge weiß um die Unsicherheiten bei Gastronomen und legt nahe: „Am besten einfach einmal ausprobieren, denn der Großteil an Tools ist kostenlos und die Bedienung spielend einfach.“ Kundenstimmen bestätigen dies. Und jeder Wirt und jede Wirtin freut sich, dadurch viel Zeit einzusparen, die sie ihren Gästen widmen können.

Redaktion GastroInfoPortal

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