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Andrea Belegante Lockdown

Dauerhafte Konzepte erarbeiten

Datum: 02.11.2020Quelle: Bundesverband der Systemgastronomie | Ort: München

Ausgefeilte Hygienekonzepte, unterstützende Maßnahmen, einfallsreiche Unternehmer – Andrea Belegante, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes für Systemgastronomie (BdS) erklärt, wie Betriebe den zweiten Lockdown meistern, die Politik helfen kann und der BdS den Gastronomen unter die Arme greift.

Frau Belegante, welche Unterstützungs-Maßnahmen sind aufgrund des zweiten Lockdowns Ihrer Meinung nach zwingend erforderlich?

Die Politik muss endlich wirksame und langfristige finanzielle Hilfe leisten und die allgemeine Mehrwertsteuerreduzierung über den 31. Dezember 2020 sowie gleichzeitig die Mehrwertsteuerreduzierung inklusive Getränke für die Gastronomie über den 30. Juni 2021 hinaus verlängern. Es stehen hier unternehmerische Existenzen, Arbeitsplätze und die gastronomische Vielfalt akut auf dem Spiel.

Für entscheidend halte ich es, dauerhafte Konzepte zu erarbeiten. Das Virus ist da, wir werden lernen müssen, damit zu leben. Man versucht mit einem Lockdown, die Fallzahlen herunterzubringen, was ich auch für wichtig halte, aber was passiert, sollten die Zahlen im Januar oder Februar des nächsten Jahres wieder steigen? Ständige Lockdowns sind kein Erfolgsrezept! Der BdS hat schon zu Beginn der Krise gefordert, einen „Runden Tisch der Gastronomie“ und eine Diskussion mit uns als Branchenexperten ins Leben zu rufen, was bislang nicht stattgefunden hat. In diesem Format könnten Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften gemeinsam ein realistisches und sicheres Szenario entwickeln, das der Gastronomie wieder Handlungsspielräume eröffnet und die wirtschaftliche Grundlage gesichert werden könnte.

Welche Maßnahmen sollten Gastronomen ergreifen, um den eigenen Betrieb zu sichern?

Für die Gastronomie ist es entscheidend wichtig, das Drive-In, To-Go- und Delivery-Geschäft aufrecht zu halten. Wir sind hier in ständigen Gesprächen mit den jeweiligen Behörden. Ebenso werden sich die Mitglieder auf die kommenden Wintermonate vorbereiten und weiterhin an Hygienekonzepten feilen, um den Schutz der Gäste dauerhaft zu gewährleisten und auszubauen. Was Corona aber auch gezeigt hat, ist, wie einfallsreich die Unternehmer sind und wie schnell Maßnahmen pragmatisch und innovativ umgesetzt werden. Hieran wird sich sicherlich auch jetzt nichts ändern. Außerdem hat sich die Sozialpartnerschaft, für die der BdS gemeinsam mit der Gewerkschaft NGG steht, bewährt: Wir haben eine tarifliche Vereinbarung zur Einführung von Kurzarbeit und die Aufstockung von Kurzarbeitergeld ausgehandelt. Damit wurden Arbeitsplätze gerettet und wir als Arbeitgeber sind unserer sozial- und tarifpolitischen Verantwortung nach Kräften nachgekommen, was wir auch weiterhin machen werden.

Wie reagieren andere Gastronomen und Branchenexperten auf die Beschlüssen vom 28. Oktober? In unserem Beitrag 2. Lockdown: So denken Gastronomen darüber gibt es weitere Meinungen und Einschätzungen.

Redaktion GastroInfoPortal

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