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Meiden Sie soziale Kontakte – Die Auswirkungen dieser Aussage, aber auch durch das Corona-Virus im Allgemeinen spüren auch die deutschen Gastgeber. Einige Reaktionen ha-ben wir zusammengefasst.

Coronavirus: So reagieren Gastgeber

Datum: 16.03.2020Quelle: Inhalt: Instagramprofile der Betriebe, Focus Online; Bild: Photo by Waldemar Brandt on Unsplash | Ort: München

Fast stündlich erreichen uns neue (negative) Nachrichten. Corona hat uns im Griff. Wie fast jede Branche, beeinflusst das Virus auch das Gastgewerbe. Die Auswirkungen sind gravierend: Von einem eingeschränkten Betrieb bis zur Schließung. Mitunter finden Gastgeber aber auch kreative Maßnahmen, im Kampf gegen Corona: So auch EatDoori, eine indische Restaurantkette, die in Frankfurt, Mainz und Köln vertreten ist. Die Restaurants von EatDoori arbeiten nach eigenen Angaben daran, die Verbreitung des Virus zu verhindern. „Die Gesundheit unserer Gäste und die unseres Teams hat dabei die höchste Priorität. Daher haben wir uns entschlossen, folgende Maßnahmen einzuführen“, so die Aussage des Restaurants in einem Instagram-Post vom 15. März 2020. Zu den angedeuteten Maßnahmen gehören u. a. die Reduktion der Sitzplätze in den Restaurants sowie die Empfehlung über Lieferando zu bestellen und so das Essen zu genießen. „Wir unterstützen den Aufruf Sozialkontakte zu vermeiden und geben euch ab sofort 20 Prozent auf To-go-Bestellungen bei Selbstabholung“, heißt es in der Nachricht weiter. Gäste und Nutzer zeigen sich verständnisvoll und kommentieren mit Nachrichten wie „Top Aktion“ oder „Sehr gute Entscheidung“.

Corona zwingt auch zur (vorübergehenden) Schließung

Noch einen Schritt weiter geht die Brasserie Colette mit ihren Standorten in München, Berlin sowie Konstanz. Auch sie äußern sich mittels Instagram-Post (15. März 2020) und lassen die Gäste wissen, dass die Gesundheit an erster Stelle steht: „Als fester Bestandteil der Tertianum Seniorenresidenzen haben wir zudem die Verantwortung, gerade die am stärksten gefährdete Gruppe von Menschen besonders zu schützen: Unser Bewohnerinnen und Bewohner.“ Dieser Verantwortung wollen sie mit der Schließung der Restaurants nachkommen. „Wir alle hoffen, dass sich die Lage alsbald entspannt und wir euch schon bald wieder bei uns begrüßen dürfen“, so der weitere Wortlaut der Nachricht. Und auch unter dieser Nachricht finden sich Kommentare, die das Vorgehen unterstützen.

Unterstützung gefragt

Die Supermarkt-Regale sind teilweise leer, der Andrang groß. Der eine oder andere Gastgeber nutzt diesen Umstand und empfiehlt seinen Gästen, kleinere Läden aus der Umgebung zu unterstützen: „Dennoch sind natürlich wir alle, die im weiteren Sinne für uns und mit uns arbeiten, auf die Einnahmen der Cafés angewiesen. Dementsprechend groß ist unsere Sorge vor weiteren Einschränkungen. Wir sind nicht die Einzigen. Für viele Unternehmen im ganzen Land bedeuten die derzeitigen Umstände finanzielle Einbußen, die schnell an die Existenz gehen können. Natürlich geht die Gesundheit unserer Gesellschaft immer vor, dennoch können wir es uns kaum vorstellen, wie unsere Stadt wohl wäre, wenn es diverse Cafés, Bars und andere lokale Unternehmen nicht mehr gäbe. Es gibt viele große Wirtschaftsgiganten in diesem Land, die die Mittel und Möglichkeiten haben, auf so eine Krise reagieren zu können. Es gibt aber eben auch die kleinen, lokalen Unternehmen. Jene, die eure Stadt prägen, jene, die versuchen euch mit viel Liebe und Mühe Alternativen zu dem Einheitssortiment der großen Ketten zu bieten. Jene, die eigenhändig kreieren und alles selber machen und mit unfassbar viel Liebe dabei sind“, so die Äußerung von Bakeliet Kaffee in einem Posting am Sonntag.
Das Café ruft dazu auf, die Gelegenheit zu nutzen, in keinen Läden einzukaufen: „Lieber zum unabhängigen Bäcker um die Ecke gehen, lieber nochmal euren Lieblingskaffee im Café abholen.“

Beschränkungen dehnen sich aus

In vielen Bundesländern dürfen Bars, Clubs, Fitnessstudios & Co. nur eingeschränkt bzw. gar nicht mehr öffnen. Seit heute morgen ist zumindest für Bayern nun klar: Wie Focus Online berichtet, wird der Katastrophenfall ausgerufen. Restaurants und Betriebskantinen in Bayern dürfen demnach nur noch von 6.00 bis 15.00 Uhr öffnen. Die Gaststätten müssen einen Abstand von mindestens einen Meter zwischen allen Besuchern sicherstellen. Nach 15 Uhr darf nur noch Essen ausgeliefert und nicht vor Ort konsumiert werden.
Zudem können Unternehmen mit einer Größe von bis zu 250 Mitarbeitern ab sofort zwischen 5000 und 30.000 Euro Soforthilfe beantragen, die unbürokratisch fließen und dabei helfen soll, in den nächsten Wochen über die Runden zu kommen. „Jetzt kommt es nicht darauf an, Fiskalpolitik zu machen“, sagte Ministerpräsident Markus Söder. Die Hilfe ist vor allem für Unternehmen im Gastronomie-, Messe- und Kulturbetrieb gedacht, die unter der Stilllegung des öffentlichen Lebens besonders zu leiden haben.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickelt.

Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga Bundesverband) fordert sofortige Maßnahmen für das Gastgewerbe. „Notwendig sind jetzt schnelle, effektive Liquiditätshilfen mit einer 100-prozentigen Haftungsfreistellung und mit einer langjährigen Tilgung, die Möglichkeit von Steuerstundungen, ein effektives Hilfsprogramm in Form von direkten Finanzhilfen sowie Steuerentlastungen wie die Anpassung des Mehrwertsteuersatzes für alle Speisen im Gastgewerbe auf sieben Prozent.“
Mehr zu den Forderungen des Dehoga lesen Sie hier.

Regierung gibt Kreditzusage: Informationen zur gemeinsamen Erklärung von Finanz- und Wirtschaftsministerium finden Sie hier.

Jeanette Lesch / Gastroinfoportal

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