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Bier

Brauereigasthöfe fallen durchs Raster

Datum: 08.12.2020Quelle: Dehoga Bayern e.V. | Colourbox.de | Ort: München

Bei Bayerns Brauereigasthöfen geht die Existenzangst um, denn sie scheinen von der Novemberhilfe nicht im gleichen Umfang wie Gastronomiebetriebe zu profitieren. Diese sieht grundsätzlich einen Ersatz der Umsatzausfälle in der Höhe von 75 Prozent zu den Umsätzen der Vorjahresmonate vor. Warum die Brauereigasthöfe durchs Raster fallen, erklärt der Bund wie folgt: Sie wären als „Mischbetriebe” nur dann antragsberechtigt, „wenn sie insgesamt zu mindestens 80 Prozent als direkt, indirekt oder über Dritte betroffen gelten.” Der Außerhausverkauf ist dadurch bei einem Fünftel gedeckelt – bei den meisten Brauereigaststätten macht jener jedoch mehr als 20 Prozent des Umsatzes aus.

Das Vorgehen des Bundes stößt beim Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Bayern e.V. auf Unverständnis: „Ausdrücklich sehe der Gesetzgeber eine Sonderregelung für Gastronomiebetriebe vor, die ihre Leistungen auch im Außerhausverkauf anbieten“, betont der zuständige Landesgeschäftsführer Dr. Thomas Geppert, „bis Corona waren gastgewerbliche Betriebe auch seitens der Politik aufgefordert, sich zusätzliche wirtschaftliche Standbeine zu schaffen und dies soll diesen Vorzeigebetrieben nun ausgerechnet zum Verhängnis werden. Wenn Bäckereien und Konditoreien richtigerweise für ihre geschlossenen Cafés Hilfsgelder abrufen können, dann sei es nur recht und billig, auch den staatlicherseits stillgelegten Brauereigasthöfen in dieser für sie existenzgefährdenden Lage zu helfen.“

Dehoga ist guten Mutes

Auch seitens des Bayerischen Brauerbundes zeigt sich der Hauptgeschäftsführer Lothar Ebbertz gleichermaßen entsetzt wie enttäuscht: „Für die vielen Brauereigasthöfe ist das ein herber Rückschlag.“ Erst vor wenigen Tagen war Hoffnung aufgekeimt, dass auch die Brauereigasthöfe in den Genuss der für das Gastgewerbe geschnürten Hilfspakete kommen würden. Deshalb hat sich Dehoga Bayern an den Wirtschaftsminister gewandt. Schließlich hatte Hubert Aiwanger den Brauern persönlich zugesichert, dass der Bund auch Mischbetrieben des Ernährungshandwerks November- und Dezemberhilfe zustehen würde. Der Dehoga Bayern verkündet: „Auch wenn es uns ärgert, dass ständig versucht wird, politische Entscheidungen im Nachgang Stück für Stück wieder einzukassiern, sind wir hier guten Mutes, eine Lösung zu erreichen.” Für Sonntag sind PR-Aktionen mit den betroffenen Wirten geplant. Aufgrund der Verlängerung des Teil-Lockdowns und dem zunehmenden Schwerpunkt auf den Außerhausverkauf bietet der Verband auch Tipps zu diesem Thema. In Kooperation mit Bayern 3 sowie dem Bayerischen Landwirtschaftsministerium hat der Verband bereits zu Beginn der Pandemie die Online-Plattform „Lokal-Helden” lanciert.

Redaktion / GastroInfoPortal

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