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Seit dem 15. August 2020 hat das Aposto in der Frohsinnstraße 12 in der Aschaffenburger Innenstadt nach einer mehrmonatigen Umbauphase geöffnet.

Enchilada Gastronomen pessimistisch

Datum: 11.08.2022Quelle: Enchilada Gruppe | Bild: Enchilada-Franchise; Martin Karl Gosselin | Ort: Gräfelfing

Aktuell sonnig und warm, in einigen Wochen ist mit Unwettern zu rechnen – so in etwa lässt sich die momentane Stimmungslage unter den Gastronomen der Enchilada Gruppe beschreiben. In der großen Sommerumfrage wurden die Geschäftsführer der Restaurants zu Themen wie Umsatzentwicklung, Personallage, Gästeverhalten vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage sowie zu den Aussichten bezüglich Herbst/Winter befragt. Die Ergebnisse waren eindeutig: Die große Mehrheit ist mit den derzeitigen Umsätzen zufrieden, alle erwarten aber Einbußen ab Herbst. Die Preise bleiben ein großes Thema beim Gast, die Warenverfügbarkeit ist weiterhin ein Problem und mehrheitlich werden neue Einschränkungen infolge steigender Infektionszahlen befürchtet. Die Personalsituation polarisiert hingegen innerhalb der Gruppe: Genau die Hälfte gibt an unter eklatantem Personalmangel zu leiden, während sich die andere Hälfte gut aufgestellt sieht in Bezug auf Mitarbeiter.

Verhaltensänderung der Gäste bereits bemerkbar

Der Sommer 2022 ist für die Mehrheit (75 Prozent) der Gastronomen der Enchilada Gruppe besser als der Sommer 2021. Von den 75 Prozent gaben knapp die Hälfte an, dass sie sogar mehr Umsatz machen als im Vergleichszeitraum 2019. Ein Viertel hingegen macht aktuell weniger Umsatz als 2021. Durch den heißen Sommer sind natürlich die Restaurants der Gruppe im Vorteil, die über große Außenflächen verfügen. Dennoch macht sich trotz der erhöhten Gästeanzahl (mehr als 41 Prozent gaben, dass neues Gästeklientel kommt) auch eine Verhaltensänderung bemerkbar – vor allem vor dem Hintergrund der steigenden Preise. So gaben 61 Prozent der Geschäftsführer an, dass Gäste mehr auf Preise achten und rund 30 Prozent beobachten, dass Stammgäste weniger oft kommen.

Dieses Ergebnis zeigt in Kombination mit der Tatsache, dass fast vier von fünf befragten Gastronomen der Gruppe angaben, Preissteigerungen nur bedingt an den Gast weitergeben zu können, das ganze Dilemma: “Die Inflation ist endgültig im Geldbeutel der Menschen angekommen. Viele können sich die gestiegenen Preise nicht mehr leisten oder halten sich zurück, weil in allen Bereichen des Lebens Preissteigerungen drohen oder schon da sind. Die Umfrage zeigt, dass unsere Gastronomen vielfach die Preissteigerungen, die sie selbst haben bei Waren, Energie und Personal nur bedingt weitergeben können. Von daher erwarten wir uns von der Politik Maßnahmen, die die Preissteigerungen abfedern, wie beispielsweise endlich die dauerhafte Entfristung der Mehrwertsteuersenkung auf Speisen”, so Torsten Petersen, Vorstand der Enchilada Franchise AG.

Personalsituation polarisiert – Warenverfügbarkeit mehrheitlich ein Problem

Bei den weiteren Themen, die die Branche neben der Preisentwicklung bewegen, sprich Personal und Warenverfügbarkeit, haben die Gruppen-Gastronomen unterschiedliche Erfahrungen gemacht: Exakt 50 Prozent sieht sich beispielsweise ausreichend mit Personal ausgestattet, während die andere Hälfte so stark unter Personalmangel leidet, dass ein Teil bereits zu Maßnahmen wie einer Anpassung der Öffnungszeiten gegriffen hat. Bei der Warenverfügbarkeit sagen mehr als 70 Prozent, dass diese schlecht ist. Entwicklungen wie Preissteigerungen, Personalmangel und schlechte Warenverfügbarkeit werden sich kurzfristig nicht verbessern und von daher sind die Aussichten unter Geschäftsführer, was Herbst und Winter 2022 anbelangt, düster: 100 Prozent der Befragten sind sich sicher, dass sie im Herbst und Winter mit Umsatzeinbußen durch steigende Infektionszahlen rechnen müssen.

Die große Mehrheit (knapp 85 Prozent) geht von einer erneuten Maskenpflicht in Gasträumen aus und drei Viertel rechnen mit weiteren Einschränkungen, die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ausfallen werden. Demgegenüber steht die Auffassung vieler Geschäftsführer (knapp 60 Prozent), dass es vermutlich keine erneuten staatlichen Hilfen geben wird – Maßnahmen, die vielen in den Krisenwintern 2020 und 2021 das Überleben gesichert hat.

Furcht vor Herbst: Einschränkungen, Preissteigerungen und keine Hilfen

“Viele unserer Partner sind der Überzeugung, dass es harte Wochen und Monate werden ab Herbst. Denn wegen der Verlagerung der Aktivitäten nach drinnen und damit voraussichtlich steigender Infektionszahlen ist mit neuen Einschränkungen zu rechnen. Das wird erfahrungsgemäß zu Umsatzeinbußen führen. Mit den genannten wirtschaftlichen Begleiterscheinungen – Stichwort Inflation – und ohne staatliche Hilfen, die die Mehrheit bei unseren Partnern nicht erwartet, könnte das eine erneut toxische Mischung und damit potenziell existenzbedrohende Situation ergeben”, so Petersen.

Umfrage-Details: Teilgenommen haben 36 Gastronomen der Enchilada Gruppe und damit Vertreter der Konzepte Enchilada, Aposto, Wilma Wunder sowie der deutschen Einzelkonzepte und Ratskeller. Die Umfrage fand Ende Juli 2022 statt.

Redaktion GastroInfoPortal

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