x

Menschen zusammenbringen

Datum: 08.07.19Quelle: Redaktion 24 Stunden Gastlichkeit | Foto: Café über den Tellerrand e.V., rocketpixel / Freepik | Ort: München |

Über den Tellerrand bringt unterschiedliche Kulturen über Kochevents zusammen. Jasmin Seipp erzählt, wie die Arbeit mit Geflüchteten im Café funktioniert.

Jasmin, du hast das Café Über den Tellerrand gegründet. Wie passen Migrationshintergrund und Gastgewerbe grundsätzlich für dich zusammen?

Das passt sehr gut! Einfach weil auf der ganzen Welt gegessen und gekocht wird und das verbindet. Es ist ein super Türöffner, man findet schnell zusammen und ins Gespräch: Wie macht ihr das? Wie bereitet ihr das zu? Was gibt’s bei euch?

Viele Menschen verbinden Essen mit Kultur – inwieweit stimmst du dieser Aussage zu?

Essen gibt einem den Bezug zur eigenen Kultur. Und mit dem Essen kann man fremde Kulturen entdecken und sie mit einbringen.

Inwieweit hast du dich selbst seit dem Beginn des Projekts verändert?

Ich denke, ich habe ein graues Haar und Augenringe bekommen. Aber wir haben seit Beginn mehr Sichtbarkeit erhalten – auch durch den Gastro-Gründer-Preis kommen viele Besucher. Generell haben wir uns von einer Initiative zu einem Arbeitgeber entwickelt, aber es ist immer noch work in progress.

Wie geht man mit (negativen) Vorurteilen um?

Es gab bisher nur sehr vereinzelte Vorfälle – im Vergleich zu dem vielen positiven Feedback, das wir bekommen. Unsere Mitarbeiter wissen, dass wir hinter ihnen stehen und sie unterstützen, wenn sie Vorurteilen oder gar fremdenfeindlichen Anfeindungen ausgesetzt sind. Generell erfahren wir aber hier sehr großen Support und haben viele Stammkunden und das ist schön zu sehen. Genau das beweist ja, dass das was wir tun, funktioniert: Wenn sich Menschen kennenlernen, werden Vorurteile abgebaut und Fremdenfeindlichkeit kann gar nicht erst entstehen.

Wie groß ist die Initiative Über den Tellerrand e.V. mittlerweile und woher kommen die Teilnehmer?

Es gibt mittlerweile 35 Regionalgruppen in Deutschland und Österreich, aber auch einen Ableger in Columbien. Es machen über 2.000 aktive Ehrenamtliche mit. Den Verein in Berlin gibt es mittlerweile seit über fünf Jahren. Bei den Kochevents stammen die Teilnehmer aus der ganzen Welt.

Welcher Gedanke bzw. welche Vision steht hinter dem Verein?

Wir brauchen eine offene und tolerante Gesellschaft, wir fördern Gesellschaftsgestaltung indem wir mit gutem Beispiel vorangehen. Das ist nachhaltige Integration: Dass sich die Kulturen auch kennenlernen und die Geflüchteten sich auch einbringen können! Ein Ehrenamt auszuüben ist leichter als man denkt.; jeder kann mitmachen und sich engagieren. Das soll gezeigt werden.

Eva Fürst / Gastroinfoportal

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Tee in the Mix In unserem Magazin Kaffee & Co. sind wir dem Thema Kaffeecocktails auf den Grund gegangen. Gelten deren Regeln auch für Tee? „Der Trend zu Tee-Coc...
Hohe Verschuldungsrate 14 Prozent aller Unternehmen in Deutschland weisen ein negatives Eigenkapital auf – dies geht aus einer Erhebung von Creditsafe Deutschland hervor. Di...
Das Herrenhaus von Niedernberg Zum klassischen Dorf gehört – neben Wohnhäusern, Kapelle, Schlösschen, Restaurants, Läden und einem zentralen Dorfplatz – auch ein Herrenhaus. Das feh...
Artikel mit Bildern drucken Artikel ohne Bilder drucken

Newsletter

Immer die aktuellsten Informationen. Melden Sie sich hier für unseren Newsletter an.
Zum Datenschutz

Send this to friend