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Tel Aviv Haya Molcho Neni

Tel Aviv mit Haya Molcho

Datum: 30.11.2018Quelle: B&L MedienGesellschaft I Fotos: Nuriel Molcho / Tel Aviv Ort: München

Haya Molcho hat gemeinsam mit ihren Söhnen die Faszination Tel Avivs in einem Buch eingefangen – und im Gespräch mit uns.

Wie schätzen Sie die Beliebtheit der israelischen Küche in Deutschland ein?

Haya: Die israelische Küche wird immer beliebter und ist eigentlich nicht mehr wegzudenken. Immer mehr Köche aus Israel kommen mit ihren Konzepten z. B. nach Berlin – die suchen sich natürlich die flippigen Städte aus. Sie geht genau in diese neue Richtung, die junge Leute heute essen wollen: vegetarisch, vegan, frisch und gesund. Ein Tahina hat so viele Vitamine. Humus musst du nicht mit Brot essen, du kannst ihn auch mit Gemüse wie Karotten oder Sellerie essen. Es geht ja bei der israelische Küche auch darum, dass die Leute zusammensitzen und teilen.
Die junge Generation isst viel bewusster. Das ist ein großer Vorteil für unsere Küche. Die mediterrane Küche war ja schon immer beliebt, jetzt mit Einfluss des Nahen Ostens. Die Flüchtlinge aus Syrien z. B. werden nur tolle Küchen mitbringen. Und ich wünsche mir wirklich ein paar Syrer in meiner Küche. Du findest ja kaum noch deutsche Köche.

Was können deutsche Gastronomen und Köche von denen aus Tel Aviv lernen?

Nuriel: Viele können sich mit der eigenen Küche nicht mehr identifizieren und greifen einen Trend auf, wie jetzt z. B. Poke Bowls. Aber man spürt, wenn jemanden nicht authentisch ist und nur einem Trend nachläuft. Das ist nicht langlebig. Deswegen sagen wir ja auch unserem Service: „Ihr müsst nicht die gesamte Karte perfekt auswendig kennen. Empfiehlt die Speisen, die ihr liebt.“ Kocht also Sachen, die Ihr liebt, zu denen Ihr steht und zu denen Ihr eine Geschichte erzählen könnt. Kocht also mit Leidenschaft!
Das haben wir ja auch im Neni gemacht. Wir haben nicht versucht, die israelische Küche groß zu machen, sondern einfach nur die Gerichte auf die Karte gebracht, die Haya für uns als Kinder gekocht hat und die uns geschmeckt haben.
Haya: Und die Gesellschaft hat sich geöffnet. Man hat Kontakt zu anderen Kulturen und lernt z. B. zu anderen Gewürze kennen. Auch deutsche Köche haben gelernt, mit Zutaten aus Japan oder aus dem Nahen Osten zu kochen. Nimm Einflüsse auf und kombinier es in deine Leidenschaft, in deine Küche!
Und das passiert in Deutschland auch immer mehr. Es geht sowieso schon in eine fantastische Richtung. 1978 bin ich nach Österreich gekommen. Da gab es die alten grauen Gardinen, alles verraucht, nur Knödel oder Gulaschsuppe. Ich hatte einen Kulturschock. Mein Mann war Vegetarier, konnte es aber nicht bleiben. Sogar im Salat war Speck drin. Er wurde zum Fleischesser. Heute ist er wieder Vegetarier. Es hat sich enorm geändert, vor allem durch die Menschen, die gekommen sind. Wir dürfen nicht nur Angst haben vor dem Fremden, sondern das Gute davon nehmen.24_06_18_Molcho_Tel_Aviv

Haya und Nuriel Molcho haben uns
in der 24 Stunden Gastlichkeit erzählt,
was für sie die Faszination Tel Avivs
ausmacht. Den ersten Teil des
Interviews finden Sie hier:

Zum Buch: Haya Molcho & Söhne – Tel Aviv

Mit stimmungsvollen Fotos, spannenden Geschichten und landestypischen Rezepten zeichnen Haya Molcho, Gründerin der NENI-Restaurants, selbst aufgewachsen in Tel Aviv, und ihre vier Söhne Nuriel, Elior, Nadiv und Ilan ein lebendiges Porträt ihrer pulsierenden und sich ständig verändernden Heimatstadt. Wien: Brandstätter, 280 Seiten, 35 Euro

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Das Video fängt die Stimmung zum Buch ein

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