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klimafreundlich

Saisonal, regional, lose

Datum: 11.02.2020Quelle: Ingrid Brüggemann/Bundeszentrum für Ernährung | Ort: Bonn

Klimafreundlich essen fängt beim Einkauf an. Das ist auch so im Unterrichtskonzept für Drittklässler „Der Ernährungsführerschein“ vom Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). Welche Zutaten kommen in den kunterbunten Nudelsalat oder den fruchtigen Schlemmerquark? Am besten Gemüse und Obst der Saison, das in der Nähe wächst, denn es hat kurze Wege und erhält die heimische Landwirtschaft. Das kommt also auf die Mitbringlisten für die kleinen Gerichte. Welches Gemüse und Obst gerade im Freiland reif ist und ob ein Erdbeerquark jetzt eine gute Wahl ist, erforschen die Kinder über den Saisonkalender. Und schon ist die Klasse mitten drin im Gespräch über Transportwege, die heimische Erzeugung, über Freilandgemüse und Anbau in Folientunneln.

Gerne mit Schönheitsfehlern

Von der Comicfigur Kater Cook, die die Kinder durch den Ernährungsführerschein begleitet, können sie sich abschauen, was klimafreundliches Handeln bedeutet: vom Einkauf über die Rezeptzubereitung bis hin zum Aufräumen, genussvollen Essen und Reste versorgen. Kater Cook nutzt sein Rad oder geht zu Fuß, hat immer einen Einkaufsbeutel dabei und wählt frisches, heimisches Gemüse und Obst, natürlich unverpackt und ohne Plastikmüll. Schönheitsfehler stören ihn nicht, im Gegenteil – krumme Gurken und lustig geformte Möhren sind für ihn genauso wertvoll wie die wohlgeformten 1A-Qualitäten. Wegwerfen kommt nicht in Frage, denn die optisch weniger perfekten Lebensmittel schmecken ihm genauso gut. Davon können sich auch die Kinder im Geschmackstest überzeugen.

Für den Milchmix werden beim Ernährungsführerschein sogar ausdrücklich besonders reife Bananen mit dunklen Stellen empfohlen, die viele Kinder so nicht mehr essen wollen. Am Bananen-Milchmix können Lehrende – wie im Ringordner vorgeschlagen – dann ökologische und soziale Aspekte andocken, zum Beispiel: Warum ist die Klimabilanz für Bananen aus Übersee akzeptabel, für Erdbeeren aber nicht? Was bedeutet das Fair-Trade-Zeichen auf Bananen, und was hat fair mit mir zu tun?

Saisonal, regional, ohne Plastikverpackungen – solche Lebensmittel sind im Ernährungsführerschein erste Wahl. Über die bearbeitbaren Word-Dateien können Lehrende die Zutaten austauschen und durch heimische Gemüse- und Obstarten ersetzen, die gerade Saison haben. Mitgebrachte Bio-Produkte aus der Nähe und solche aus fairem Handel bieten Gelegenheit, mit den Kindern über Herkunft, Produktionsbedingungen und Ressourceneinsatz zu sprechen.

„Unsere Lebensmittel und die Landnutzung sind für 24 Prozent aller klimarelevanten Gase weltweit verantwortlich“, sagte Brent Loken auf der Nachhaltigkeitskonferenz des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Oktober 2019 in Berlin. Es ist also höchste Zeit zum Umdenken und Handeln. Hier leistet der Ernährungsführerschein mit seiner konsequenten Ausrichtung auf nachhaltiges Handeln einen Beitrag. In allen Praxiseinheiten sind die Bereiche Zubereitung, Ernährung, Landwirtschaft und Nachhaltigkeit zusammengebracht. In den Ideenbörsen wird beispielsweise angeregt, mit den Kindern einen Hofladen, einen regionalen Bio-Betrieb oder vergleichbare außerschulische Lernorte in der Nähe zu besuchen.

Ferner wird im Ringordner vorgeschlagen, mit den Kindern ein Kräuterbeet auf der Fensterbank anzulegen oder selbst Radieschen aus Samen zu ziehen. Alles zusammen steigert die Wertschätzung für unsere Lebensmittel, und dem Klima geht es langfristig besser.

 

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Martina Kalus / Gastroinfoportal

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