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Bio

Münchner mögen Bio- und Craft-Lebensmittel

Datum: 14.11.2018Quelle: Inhalt: ritterwerk, Foto: Colourbox.de | Ort: München

Lebensmittelskandale, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Bio aber auch Plattformen wie Facebook und Instagram haben das Kauf- und Essverhalten der Münchner verändert – und werden es weiter ändern. Das geht aus einer bevölkerungsrepräsentativen Studie des Hausgeräteherstellers ritterwerk unter 1.000 Deutschen hervor, von denen je 100 in München, Hamburg und Berlin befragt wurden.

Zwar geben Münchner im deutschlandweiten Vergleich mehr für Lebensmittel aus, dennoch kaufen sie Essen und Trinken im Jahr 2018 laut Erhebung mehrheitlich im Supermarkt. Die Studie zeigt aber auch, dass 68 % der Münchner ihre Kaufgewohnheiten ändern würden und auf Wochen- oder Bio-Märkten beziehungsweise dem Bauernhof einkaufen, wenn Geld keine Rolle spielen würde. „Das Verbraucherverhalten beim Einkauf und Konsum von Lebensmitteln ist mit Blick auf Moral, Gesundheit, Geschmack und Vertrauen oftmals widersprüchlich. Viele Menschen wissen, was sie wollen – verhalten sich aber dennoch anders“, sagt Michael Schüller, Geschäftsführer des Hausgeräteherstellers ritterwerk aus Gröbenzell zur Vorstellung der Studie.

Bio ist in

Im Durchschnitt gibt der Großteil der Deutschen monatlich zwischen 200 und 400 € für Lebensmittel aus (46 %). Nur 26 % geben mehr aus. In München sind es hingegen 51 % und 24 %, die mehr als 400 € monatlich für Nahrung zur Verfügung stellen. Dabei achten deutschlandweit 76 % beim Lebensmittelkauf häufig auf den Preis, in München sind es lediglich 71 %. 30 % der Münchner sind bereit, bis zu 10 % mehr zu zahlen, wenn das Essen Bio ist – 28 %, wenn es aus der Region kommt und 26 %, wenn es handwerklich hergestellt ist. Der Alltag sieht aktuell jedoch anders aus. Wie anderswo in Deutschland spielt das Geld bei der Kaufentscheidung auch in München eine wichtige Rolle.

8 von 10 Münchnern erwerben Nahrungsmittel am häufigsten im Supermarkt (80 %). Danach folgt der Einkauf im Discounter (52 %). Der reine Bio-Supermarkt wird derzeit nur von 17 % der Münchner angesteuert, um sich mit Lebensmitteln zu versorgen. „Ein genauer Blick darauf zeigt wiederum, dass der Bio-Boom längst ein Massenphänomen ist. Bio und Discounter schließen sich schon lange nicht mehr aus, da Discounter im Kampf um Klientel und Marktanteile längst nachgezogen und ihr Sortiment auf Bio angepasst haben“, erklärt Michael Schüller.

Online einkaufen

Der Online-Handel für Lebensmittel, dem Experten für 2027 einen Anteil von 10 bis 20 % aller Lebensmitteleinkäufe prognostizieren, spielt deutschlandweit derzeit noch eine untergeordnete Rolle. Gerade einmal 2,5 % entfallen deutschlandweit laut der ritterwerk-Erhebung aktuell aufs Online Food Shopping. Die Regionalauswertung zeigt hier jedoch deutliche Unterschiede: In Großstädten wie Berlin, Hamburg und München gibt es mit rund 4,5 % doppelt so viele Online Food Shopper wie im restlichen Deutschland.

Unabhängig vom Vertriebskanal spielen für die Konsumenten Herkunft, Qualität und Zubereitung eine immer wichtigere Rolle. 74 % der Münchner möchten künftig noch mehr Bio kaufen. 86 % wollen in Zukunft sogar öfter zu regionalen Produkten greifen. Auch Gin und Bier aus Eigenproduktion und das Sauerteigbrot aus der Bäckerei, die heute immer öfter Manufaktur heißt, sind 2019 im Kommen. Laut Studie wollen rund 65 % der Münchner noch mehr Craft Food konsumieren. „Wir beobachten eine zunehmende Nachfrage nach Produkten wie unseren Allesschneidern. Es entwickelt sich ein neues Qualitätsbewusstsein. Wer eine Biosalami von der Landmetzgerei kauft und sich bewusst für handwerklich hergestellte Backwaren oder Käse entscheidet, will diese Produkte entsprechend selbst weiterverarbeiten und nicht vorkonfektioniert und geschnitten aus der Plastikverpackung holen. Man geht sparsamer und sorgsamer um, wenn man den Hersteller kennt und einen Bezug zum Lebensmittel hat“, sagt Michael Schüller mit Blick auf Kundenbefragungen.

Verpackungen meiden

Das bestätigen die Zahlen der Studie. Ein Drittel der Münchner kauft zwar die Ware am Stück, um Geld zu sparen (34 %), 42 % möchten jedoch Verpackungsmaterial vermeiden und so die Umwelt schonen. 4 von 10 Münchner erklären, dass Lebensmittel am Stück länger frisch und haltbar bleiben (41 %).

Die Frage, „Was esse ich?“ ist nicht zuletzt dank der Selbstinszenierung in den sozialen Medien auch zur Frage geworden: „Wer bin ich?“. Zwar sagen 88 % aller Deutschen von sich, dass sie alles essen. Der Anteil bekennender Vegetarier beträgt, laut ritterwerk, jedoch mittlerweile 5 %. Veganer machen in Deutschland inzwischen 1 % aus. In München gibt es 90 %, die alles essen und nur 3 % Vegetarier und 2 % Veganer.

www.ritterwerk.de

Mareike Knewitz / Gastroinfoportal

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