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Datum: 24.08.2000Quelle: Ort: Hamburg

Hamburg (FIZ). Auch Deutschland ist ein Aquakulturland. Zwar spielt die Marikultur, also die Fischzucht von Salzwasserfischen beispielsweise in Meeres-Netzgehegen wie in den nordischen Ländern hier keine Rolle. Der Grund: Die deutschen Küsten an Nord- und Ostsee sind dafür ungeeignet. Aber in allen Bundesländern wird Teichwirtschaft betrieben. Wer über Land fährt, stößt schnell auf Seen und Teiche, die für die kommerzielle Fischzucht genutzt werden.

Einige tausend Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe sowie zahlreiche Hobbyzüchter bringen pro Jahr um die 30.000 bis 35.000 Tonnen Süßwasserfisch auf den vorwiegend heimischen Markt – meist frisch oder geräuchert. Als Vertriebswege werden dabei der Direktverkauf an Endverbraucher, Gastronomie und Kantinen sowie der Vertrieb über den Einzel- und Großhandel genutzt.

Gezüchtet werden in Deutschland fast ausschließlich Regenbogenforellen – auf sie entfällt der Hauptteil – und Karpfen sowie deren Nebenfischarten Bachforelle, Bachsaibling beziehungsweise Schleie, Hecht, Zander und pflanzenfressende Cypriniden (karpfenartige Fische). Neben der Speisefischproduktion betreiben viele Forellenzüchter auch die Aufzucht und den Verkauf von Besatzfischen. Hintergrund: In den vielen natürlichen Bächen können Forellen zwar überleben und wachsen, sich aber wegen ungenügender Bedingungen nicht natürlich fortpflanzen.

Die Forellenzucht kann ganzjährig betrieben werden, da vor allem die Regenbogenforelle sehr robust ist und die relativ kleinen Forellenteiche oder Beckenanlagen leicht abgedeckt und gegen Kälte oder Kormorane geschützt werden können. Bei den weitflächigen Karpfenteichen ist dies nicht der Fall. Entgegen kommt den Karpfenzüchtern, dass die deutschen Verbraucher heute nicht nur zu Weihnachten und Silvester, also in der Frostperiode, in der viele Gewässer zugefroren sind, sondern ganzjährig Karpfen essen.

Auch in Deutschland werden neue Wege in der Fischzucht beschritten. Chancen gibt man vor allem steuerbaren Intensivhaltungsanlagen für Fische in geschlossenen Hallen mit permanentem Wasserkreislauf. Sie sind klimafest, und alle Parameter (beispielsweise Wasserbeschaffenheit, Wassertemperatur, Futtermischung, Beseitigung von Futterresten und Exkrementen) für eine erfolgreiche Zucht auch anderer Fischarten können durch Computer und ohne chemische Behandlung geregelt werden. Sie eignen sich für Süß- und Salzwasser, also auch für die Zucht von Salzwasserfischen – zum Beispiel Wolfsbarsch, Steinbutt oder Garnelen.

In zahlreichen Bundesländern arbeiten bereits derartige Kreislaufanlagen. Die Tonnage, die sie jährlich erzeugen, ist noch gering, aber im Wachsen begriffen. Haben sie anhaltend Erfolg, können diese Anlagen die Aquakultur in Deutschland gravierend verändern.

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