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Back to the roots: Heimische Superfoods

Datum: 27.02.2020Quelle: Speisekarte.de; Foto: S'well on Unsplash | Ort: Nürnberg

Schlendern Foodies auf der Suche nach einem Ort für den Lunch oder das Dinner durch die Fußgängerzonen, zeigt sich ihnen oft das gleiche Bild: Junge, hippe Cafés und Restaurants locken ihre Gäste mit frischen, gesunden Gerichten und Superfoods an – und das sehr erfolgreich. Letztere versprechen dabei nicht nur Gesundheit und ein gestärktes Immunsystem, sondern sollen sich auch positiv auf das Aussehen auswirken und beispielsweise zu einem ebenmäßigeren Hautbild beitragen.

Dafür müssen Açai-Beeren, Quinoa, Avocado und Co. aber meist um die halbe Welt transportiert werden, bis sie auf den heimischen Tellern landen. Das ist zum einen nicht besonders umweltverträglich und zum anderen sind so auch die Produktionsbedingungen schwer nachvollziehbar. Wer sich nun die Frage stellt, ob er oder sie sich zwischen einer gesunden Ernährung und dem Schutz des Klimas entscheiden muss, kann nun beruhigt sein. Für nahezu alle exotischen Superfoods hat die heimische Pflanzenwelt ein umweltfreundliches Pendant parat. Welche das sind und was ihre Super-Eigenschaft ausmacht, erklärt Kristina Gerlitz, Trendscout und Kommunikationsexpertin bei speisekarte.de.

Goji-Beeren: Die gehaltvollste unter den Vitamin-C-Bomben?

Die aus Asien stammenden Goji-Beeren sind seit einiger Zeit beliebte Allzweckwaffen auf den heimischen Speisekarten und im eigenen Haushalt. In China werden sie nicht nur zum Genuss verzehrt, sondern auch in der traditionellen Medizin verwendet. Hierzulande werden sie besonders wegen ihres hohen Vitamin-C- und Antioxidantien-Gehalts geschätzt. Zudem machen die roten Beeren sich gut im Salat oder als Topping auf der Bowl – das Auge isst schließlich mit! Allerdings gilt hier wie bei vielen anderen Exoten: Sie haben eine lange Reise hinter sich, bevor sie in den Supermarktregalen landen. Zudem sind die Beeren meist nur in getrockneter Form erhältlich und nicht selten mit Pestiziden belastet.

Expertentipp: Die schwarze Johannisbeere und der Sanddorn beinhalten nicht nur eine größere Menge Vitamin-C, sie sind auch frisch erhältlich und schonen das Budget.

Açai-Beeren: Pflanzenfarbstoff als Wundermittel?

Die lila bis dunkelblau gefärbten Açai-Beeren gelten nicht zuletzt durch den hohen Gehalt an Pflanzenfarbstoff als Superfood. Denn diesen Farbstoffen, genannt Anthocyane, werden viel positive Eigenschaften nachgesagt. Sie haben eine oxidative Wirkung, können so Entzündungen hemmen und sich sogar positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirken. Die brasilianische Beere kann ihrem guten Ruf also durchaus gerecht werden.

Expertentipp: Tiefrote bis schwarzblaue regionale Obst- und Gemüsesorten beinhalten ebenfalls eine große Menge Anthocyane. Ob Heidelbeere, Rotkohl, Holunderbeere oder Sauerkirsche, sie alle stehen der Açai in nichts nach – und können je nach Jahreszeit frisch auf dem Markt erstanden oder gleich selbst gepflückt werden. Lecker!

Weizengras: Grün, grün, grün ist alles, was ich brauch?

Auch der grüne Pflanzenfarbstoff Chlorophyll hat viele positive Effekte auf unseren Organismus. Grüne Gemüsesorten sind reich an Ballaststoffen, Vitamin-C und sollen zudem entgiftend wirken. Wohl gerade deswegen ist Weizengrassaft in den letzten Jahren immer beliebter geworden: Der grüne Drink wird verzehrfertig oder als Pulver zum Selbstmischen angeboten und von Foodies und Menschen mit einem gesunden Lifestyle geschätzt.

Expertentipp: Brokkoli, Spinat und Grünkohl sind ebenfalls reich an Ballaststoffen und haben durch das enthaltene Chlorophyll einen positiven Einfluss auf die Darmflora. Dabei ist Grünkohl das wohl unterschätzteste Gemüse von allen: Neben Ballast- und Mineralstoffen kann dieser auch mit einem überdurchschnittlichen Eisen- und Proteingehalt punkten. Das dürfte ihn nicht nur für Veganer zum nächsten lokalen Superfood machen.

Von Leinsamen bis Hirse: Weitere lokale Superfood-Alternativen

Natürlich gibt es noch viele weitere Superfood-Pendants von heimischen Feldern und Sträuchern. Einige haben wir hier aufgelistet:

  • Leinsamen statt Chia-Samen
  • Olivenöl und Walnüsse statt Avocado
  • Löwenzahn und Kamillentee statt Matcha
  • Hirse, Dinkel, Grünkern und Weizen statt Quinoa

Fazit: Es muss nicht gleich exotisch sein

Eins ist klar: Die exotischen Superfoods aus aller Welt machen gerade auch optisch einiges her. Da können Grün- und Rotkohl in der Regel nicht mithalten. Doch auch hier gilt: Die inneren Werte zählen! Und betrachtet man die einmal näher wird schnell klar, dass lokale Obst- und Gemüsesorten einiges zu bieten haben. In puncto Inhaltsstoffen stehen sie Açai, Goji-Beere und Co. in nichts nach – und auch geschmacklich lohnt sich eine Neuentdeckung. Hinzu kommt die bessere Vereinbarkeit mit Umwelt- und Klimaschutz und der vergleichsweise günstige Preis. All dies sind schlagfertige Argumente dafür, sich bei dem nächsten Besuch auf dem Bauernmarkt einmal genauer umzuschauen und sich von den farbenfrohen regionalen Angeboten inspirieren zu lassen.

Florian Harbeck / Gastroinfoportal

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