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Schaum im Glas und vor dem Mund

Datum: 22.08.2016Quelle: Rich AG; Fotos: Colourbox.de Ort: München

Günther Aloys, Erfinder des ersten in Dosen abgefüllten Proseccos und Inhaber der Rich AG, wirft dem französischen Champagnerhersteller MHCS vor, die Marke seines Unternehmens ganz gezielt und über die Maßen für die Bewerbung der Champagner-Marke Veuve Clicquot auszunutzen. „Die Zusatzbezeichnung ‚Rich’ prangt so groß auf den Etiketten von zahlreichen Veuve Clicquot-Sorten, dass insbesondere für den Flaschen-Prosecco von Rich eine große Verwechslungsgefahr besteht”, kritisierte Günther Aloys.

Derzeit klagt die MHCS gegen Aloys und die Rich AG vor dem Landgericht München I in erster Instanz insbesondere auf Feststellung, dass ihre Verwendung des Zeichens gestattet sei und Aloys und die Rich AG ihren eigenen Markenanmeldungen zustimmen müssten. Aloys und die Rich AG hingegen, betreiben nun in einer Widerklage MHCS insbesondere die Untersagung deren Nutzung des Zeichens in der derzeitigen Form. Der Ausgang des Verfahrens ist noch vollkommen offen und eine mündliche Verhandlung fand noch nicht statt.

Foto: Die neue Range von Veuve Clicquot RICH

Foto: RICH-Prosecco in Flaschen

Wer hat den größeren Glamour-Faktor?
Aloys ist überzeugt, dass der französische Champagner-Gigant damit die Strategie verfolgt, durch die Namensgleichheit etwas von dem Glamour seiner Lifestyle-Marke abzuschöpfen. Vor rund einem Jahr sei MHCS an ihn herangetreten, um über die Verwendung der Bezeichnung „Rich” zu verhandeln, sagte Aloys weiter. Man habe sich in einer Vereinbarung darauf geeinigt, dass MHCS „Rich” ausschließlich als zusätzliche weitere „Bezeichnung” für Produkte nutzen dürfe, die unter einer anderen Hauptmarke, wie z. B. Veuve Clicquot, vertrieben werden. Die Verwendung von „Rich” als Hauptmarke sei dadurch nicht gestattet worden.

Veuve-Clicquot druckt Rich-Etiketten
Auf zahlreichen Sorten habe MHCS nun dennoch den Zusatz „Rich” übergroß auf die Etiketten sämtlicher Veuve Clicquot-Sorten drucken lassen, kritisiert Aloys: „Der eigentliche Name des Getränks – Veuve Clicquot – ist wegen der dominanten und übergeordneten Bezeichnung ‚Rich’ kaum mehr wahrnehmbar.” Für Aloys ist das ein klarer Verstoß gegen die Vereinbarung: „Das attackiert massiv die geschützte Marke Rich. Gerade für unsere Flaschenabfüllungen besteht eine hohe Verwechslungsgefahr. Bei den Kunden könnte der Eindruck entstehen, ‚Rich’ sei an Veuve Clicquot verkauft worden oder gar ganz vom Markt verschwunden.” Auf einer Flugreise reise musste Aloys feststellen, dass Veuve Clicquot selbst im Duty Free Shop am Flughafen London Heathrow Getränke unter dem beanstandeten „Rich”-Label vertreibt.

Rechtsanwalt Julian Wachinger von der Kanzlei rwzh Rechtsanwälte in München: „Wir setzen darauf, dass das Gericht dem französischen Konzern klare Grenzen setzt. Wir müssen verhindern, dass die Käufer durch unnötige Verwechslung der Marke verwirrt werden.”

www.richprosecco.com

rich.veuve-clicquot.com

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