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Kein Patent auf Braugerste

Datum: 0t.07.2022Quelle: Die Freien Brauer | Bild: aaron007/Colourbox.de | Ort: Dortmund

Der Werteverbund Die Freien Brauer konnte in sechs Monaten gemeinsam mit Partner-Initiativen über 150.000 Stimmen gegen Patente auf Braugerste gewinnen. Mit der nationalen Kampagne „Die Freien Gerstensorten“ haben sich Die Freien Brauer zu Jahresbeginn vorgenommen, Unterschriften auf der Kampagnenseite für eine Petition zu sammeln. Flankiert wurde das Projekt durch eine intensive und breite Kommunikation über verschiedene Social-Media-Kanäle.

Mit der Kampagne forderten die Freien Brauer die Branche sowie Verbraucher auf, ihre Stimme für eine Petition abzugeben, um Patente auf Saatgut und im Speziellen auf Braugerste zu stoppen. Avisiertes Ziel war es, eine sechsstellige Zahl an Befürwortern zu gewinnen und sie der Initiative No Patents on Seeds! (NPOS) zu übergeben. Damit konnte sich NPOS an das Europäische Patentamt wenden mit der Forderung, eine rechtlich klare und eindeutige Richtlinie zur Auslegung des europäischen Patentrechts zu verabschieden, die alle Pflanzen auf Basis konventioneller Züchtungsmethoden generell von der Patentierung ausschließt.

Brauer zählen auf starke Fanbasis

„Wir haben die Kampagne intensiv in einem Zeitraum von sechs Monaten vorangetrieben und mithilfe unserer Gesellschafterbrauereien, die fest in der Region verwurzelt sind und daher auf eine starke Fanbasis zählen können, neben Branchengrößen vor allem Verbraucherinnen und Verbraucher mobilisiert. Zudem wussten wir mit NPOS einen starken Partner für die gemeinsame Sache an unserer Seite, der auf europäischer Ebene mit den von uns gesammelten Stimmen nächste Schritte und Anhörungen in die Wege leitete“, erklärt Jürgen Keipp, Geschäftsführer der Freien Brauer.

Neben der viralen Kommunikation sorgte der Aufruf des Werteverbunds zudem in der medialen Öffentlichkeit für Aufmerksamkeit. „Auch nach dem offiziellen Kampagnen-Ende bleibt unsere Webseite weiter im Netz, sodass zukünftig weitere Stimmen gesammelt werden können. Wir sind mit dem Erfolg unserer Aktivitäten sehr zufrieden und konnten dadurch einmal mehr auf Die Freien Brauer und unsere Werte, nach denen die Gesellschafterbrauereien tagtäglich handeln, aufmerksam machen, nicht nur national, sondern vor allem auch in der jeweiligen Region“, zieht er nach einem halben Jahr Bilanz.

Zum Hintergrund der Braugersten-Kampagne

Zwei der globalen Player der Brauwirtschaft, Heineken und Carlsberg, erhielten 2016 mehrere europäische Patente auf konventionell gezüchtete Gerste, die sich auch auf Braugerstensorten erstrecken, die beim Brauen von Bier zum Einsatz kommen. Mehrere Nichtregierungsorganisationen und auch Brauereien hatten Einsprüche gegen die europäischen Patente eingereicht, die 2018 aber abgelehnt wurden. 2021 wurde dann auch eine Beschwerde gegen diese Entscheidung abgewiesen und damit eines der Patente in letzter Instanz vom Europäischen Patentamt bestätigt.

„Das ist in den Augen unserer Gesellschafter ein Missbrauch des Patentrechts, eine Schwächung des Sortenrechts, eine drastische Einschränkung der unternehmerischen Freiheit von Brauereien und wir befürchten daher in naher Zukunft negative Folgen für unsere gesamte Branche“, meint Jürgen Keipp. „In der DNA unseres Verbunds ist verankert, dass sich unsere Gesellschafter beim Eintritt in die Gemeinschaft familiengeführter Brauereien u. a. dafür verpflichtet haben, nach Werten wie ‚Große Freiheit‘, ‚Persönliche Verantwortung‘, ‚Höchste Qualität‘ und ‚Einzigartige Vielfalt‘ täglich zu handeln. Wir Freien Brauer können aber nur höchste Qualität und eine einzigartige Vielfalt garantieren, wenn wir bei der Auswahl des wichtigsten Rohstoffs für das Brauen, der Gerste, auch unter einer möglichst großen Vielfalt an Braugerstensorten auswählen können.“

Redaktion GastroInfoPortal

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